USA, Israel

Trump will Israels AnnexionsplÀne im Westjordanland stoppen

26.09.2025 - 04:56:57

Schon jetzt leben 700.000 Siedler in dem besetzten PalĂ€stinensergebiet, nun denkt Netanjahus rechtsreligiöse Regierung ĂŒber eine offizielle Einverleibung nach. Doch der US-PrĂ€sident sagt: «Es reicht».

  • Wegen der aggressiven KriegsfĂŒhrung im Gazastreifen wenden sich immer mehr VerbĂŒndete von Israels Regierung ab.  - Foto: Jehad Alshrafi/AP/dpa

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  • US-PrĂ€sident Trump will eine Annexion des Westjordanlandes verhindern. - Foto: Kay Nietfeld/dpa

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  • Vor seiner Rede im UN-Plenum trifft Israels Regierungschef Netanjahu mit dem argentinischen PrĂ€sidenten Milei einen engen VerbĂŒndeten. - Foto: Uncredited/PrĂ€sidialamt Argentinien/dpa

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  • Rechtsextreme Minister in Netanjahus Regierung dringen auf eine Annexion des Westjordanlandes. - Foto: Nasser Ishtayeh/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

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Wegen der aggressiven KriegsfĂŒhrung im Gazastreifen wenden sich immer mehr VerbĂŒndete von Israels Regierung ab.  - Foto: Jehad Alshrafi/AP/dpaUS-PrĂ€sident Trump will eine Annexion des Westjordanlandes verhindern. - Foto: Kay Nietfeld/dpaVor seiner Rede im UN-Plenum trifft Israels Regierungschef Netanjahu mit dem argentinischen PrĂ€sidenten Milei einen engen VerbĂŒndeten. - Foto: Uncredited/PrĂ€sidialamt Argentinien/dpaRechtsextreme Minister in Netanjahus Regierung dringen auf eine Annexion des Westjordanlandes. - Foto: Nasser Ishtayeh/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

Vor der mit Spannung erwarteten Rede des israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu bei der UN-Vollversammlung macht US-PrĂ€sident Donald Trump seinem engen VerbĂŒndeten eine klare Ansage. «Ich werde es Israel nicht erlauben, das Westjordanland zu annektieren», sagte der Republikaner im Weißen Haus. «Es reicht. Es ist Zeit, aufzuhören.»

Netanjahu will heute vor der UN-Generalversammlung in New York sprechen. Rechtsextreme Minister seiner Regierung hatten zuletzt massiv auf die Annexion des Westjordanlands gedrÀngt, das sie als Teil des biblischen Israels betrachten - als Reaktion auf die Anerkennung eines palÀstinensischen Staats durch mehrere wichtige westliche LÀnder. 

Netanjahu will erst nach Trump-Treffen ĂŒber Annexion entscheiden

Der israelische Regierungschef will Medienberichten zufolge erst nach seinem fĂŒr Montag geplanten Treffen mit Trump eine abschließende Entscheidung treffen. «Die Antwort auf den jĂŒngsten Versuch, uns einen Terrorstaat mitten in unserem Land aufzuzwingen, wird nach meiner RĂŒckkehr aus den USA gegeben», hieß es aus seinem BĂŒro. 

Viele erwarten von Netanjahu dennoch bereits bei seiner Rede im UN-Plenum eine harte Reaktion auf die jĂŒngste Welle von Anerkennungen PalĂ€stinas. Diplomaten zufolge wird zudem damit gerechnet, dass zahlreiche Vertreter von LĂ€ndern den Raum aus Protest wegen der israelischen KriegsfĂŒhrung in Gaza verlassen werden. 

Medien: PlĂ€ne fĂŒr schrittweise Einverleibung des Westjordanlandes 

Auch der britische Vize-Premierminister David Lammy warnte Israel in seiner Rede bei der UN-Generaldebatte davor, sich palĂ€stinensische Gebiete einzuverleiben. Annexionen mĂŒssten verhindert werden, sagte Lammy vor dem grĂ¶ĂŸten Gremium der Vereinten Nationen in New York.

Der US-Sender CNN hatte jĂŒngst berichtet, Netanjahu erwĂ€ge eine schrittweise Annexion, um internationale Kritik abzufedern – und um sich offenzuhalten, im Gegenzug fĂŒr eine Normalisierung der Beziehungen mit Saudi-Arabien, die Israel anstrebt, von einer Annexion des gesamten Gebiets abzusehen.

700.000 Siedler inmitten von drei Millionen PalÀstinensern

Netanjahus rechtsreligiöse Regierung treibt den Siedlungsausbau im Westjordanland und in Ost-Jerusalem stetig voran. Israel hatte 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert, wo heute mehr als 700.000 israelische Siedler inmitten von rund drei Millionen PalĂ€stinensern leben. Die PalĂ€stinenser beanspruchen die Gebiete fĂŒr einen eigenen Staat. 

Die Bundesregierung, die anderen Staaten in der Anerkennung eines palĂ€stinensischen Staats diese Woche nicht folgte, nennt diese Gebiete - wie auch den Gazastreifen - «besetzte Gebiete» und erkennt keine Änderungen an den Grenzen von vor 1967 an, die nicht zwischen den Konfliktparteien vereinbart worden sind. Israelische Siedlungen in den besetzten Gebieten bewertet die Bundesregierung als völkerrechtswidrig, ein Hindernis fĂŒr den Frieden und eine Gefahr fĂŒr die Grundlagen der Zweistaatenlösung, wie auf der Seite des AuswĂ€rtigen Amts zu lesen ist.

PalĂ€stinenserprĂ€sident Mahmud Abbas sagte vor der UN-Vollversammlung, dass ein solcher Staat friedlich neben Israel existieren solle. Die Rede wurde per Videoschalte ĂŒbertragen, da die USA der palĂ€stinensischen Delegation keine Visa zur Einreise ausgestellt hatten. 

Israel wegen Gaza-Kriegs zunehmend isoliert

Immer mehr westliche Partner wenden sich wegen der aggressiven israelischen KriegsfĂŒhrung im Gazastreifen von der Regierung des israelischen MinisterprĂ€sidenten ab. Nach Großbritannien und Kanada hatte am Montag unter anderem auch Frankreich den Staat PalĂ€stina anerkannt. Netanjahu wirft ihnen vor, damit den Terrorangriff der Hamas vor fast zwei Jahren auf Israel zu belohnen.

Kurz vor seiner UN-Rede traf sich der israelische MinisterprĂ€sident in New York mit den Staatschefs mehrerer verbĂŒndeter LĂ€nder. Er dankte dem argentinischen PrĂ€sidenten Javier Milei, dem serbischen Staatschef Alexandar Vucic und Paraguays PrĂ€sidenten Santiago Peña fĂŒr ihre UnterstĂŒtzung und sprach mit ihnen ĂŒber Israels BemĂŒhungen, die von der islamistischen PalĂ€stinenserorganisation Hamas in den Gazastreifen verschleppten Geiseln nach Hause zu holen. 

In dem abgeriegelten KĂŒstenstreifen befinden sich nach israelischen Informationen noch 48 Geiseln. Demnach dĂŒrften 20 von ihnen noch leben.

Viele Tote bei israelischer Offensive im Gazastreifen

Unterdessen kamen bei der israelischen MilitĂ€roffensive im Gazastreifen nach palĂ€stinensischen Angaben mindestens weitere 48 Menschen ums Leben. Zwölf PalĂ€stinenser wurden Krankenhausangaben zufolge in der Stadt Gaza im Norden des KĂŒstengebiets getötet. Viele weitere Todesopfer soll es im Zentrum sowie im SĂŒden des Gazastreifens gegeben haben, wie Kliniken vor Ort mitteilten. Die Angaben ließen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig verifizieren.

@ dpa.de