Schülerproteste Italien, Giorgia Meloni

Schülerproteste: Mehrere Tausend demonstrieren in Italien

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 10:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Mehrere Tausend junge Menschen demonstrieren in Rom, Mailand, Turin und Verona für mehr Lehrkräfte und bessere Lernbedingungen. Zugleich kritisieren sie ein geplantes Schulgesetz der Regierung.

Italienische Städte bündeln den Schulprotest

  • Schüler demonstrierten in Rom, Mailand, Turin und Verona gegen die Zustände an ihren Schulen.
  • Mehrere Tausend Teilnehmer unterstützten zugleich die protestierenden Schüler in Frankreich.
  • Das neue Schulgesetz der Meloni-Koalition soll den Anteil von Ausländern mit schlechten Italienischkenntnissen begrenzen.
Auch in Italien gehen Schüler jetzt auf die Straßen. - Bild: Christoph Sator/dpa

Schüler demonstrieren in vier italienischen Städten

In mehreren italienischen Städten sind Schüler aus Protest gegen die Zustände an den Schulen auf die Straße gegangen. Demonstrationen gab es unter anderem in Rom, Mailand, Turin und Verona.

Forderungen nach mehr Personal und besserer Ausstattung

Mit Sprechchören und Spruchbändern bekundeten die mehreren Tausend Teilnehmer zugleich ihre Unterstützung für Schüler in Frankreich, wo es seit Ende September wiederholt Demonstrationen gibt.

Die italienischen Demonstranten forderten wie ihre französischen Altersgenossen mehr Lehrkräfte, eine bessere Ausstattung der Schulen und bessere Lernbedingungen.

Kritik an geplantem Schulgesetz

Der Protest richtete sich außerdem gegen ein neues Schulgesetz der rechten Koalition von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Danach soll der Anteil von Ausländern mit schlechten Italienischkenntnissen vom nächsten Schuljahr an begrenzt werden.

Kundgebungen zunächst weitgehend friedlich

Die Kundgebungen verliefen am Vormittag zunächst weitgehend friedlich. Vereinzelt kam es jedoch zu Rangeleien und Sachbeschädigungen.

In Frankreich, wo Hunderttausende auf die Straße gegangen waren, kam es hingegen vielfach zu Krawallen.

Die Proteste in Italien stehen im Zusammenhang mit einer seit Ende September anhaltenden Mobilisierung von Schülerinnen und Schülern in Frankreich. Dort richten sich die Demonstrationen gegen Unterrichtsausfall, fehlendes Personal, marode Schulgebäude und ungleiche Bildungschancen. Die italienischen Kundgebungen greifen damit Forderungen auf, die über nationale Grenzen hinaus ähnliche Probleme im Bildungsbereich sichtbar machen.

In Italien kommt eine innenpolitische Konfliktlinie hinzu. Das von der Regierung Giorgia Melonis geplante Schulgesetz sieht vor, den Anteil von Schülerinnen und Schülern mit schlechten Italienischkenntnissen ab dem kommenden Schuljahr zu begrenzen. Damit verbindet sich die Debatte über Ausstattung und Lernbedingungen mit Fragen von Migration, Integration und Sprachförderung.

Politischer Druck auf Melonis Koalition

Für die Regierung erhöhen die Demonstrationen den Druck, auf Kritik an den Schulen zu reagieren und zugleich ihre migrationspolitische Linie zu verteidigen. Dass die Kundgebungen in mehreren großen Städten stattfanden, verleiht den Forderungen landesweite Sichtbarkeit, auch wenn die Beteiligung deutlich unter jener in Frankreich blieb.

Für Familien und Schulen geht es kurzfristig vor allem um Unterrichtsqualität, Personal und Ausstattung. Ob die Proteste in Italien weiter anwachsen, dürfte davon abhängen, ob weitere Bündnisse entstehen und wie die Regierung auf die Kritik am Schulgesetz sowie auf die Forderungen nach besseren Lernbedingungen reagiert.

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