Verdi, Warnstreiks

Verdi weitet Warnstreiks im öffentlichen Dienst aus

12.11.2023 - 10:29:19

Schulen, Kitas, BĂŒrgerĂ€mter - ab diesem Montag wollen die Gewerkschaften verstĂ€rkt ihre Muskeln im öffentlichen Dienst spielen lassen - und zwar bis zur nĂ€chsten Verhandlungsrunde im Dezember.

Die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger mĂŒssen sich auf weitere Warnstreiks im öffentlichen Dienst der LĂ€nder einstellen. «Wir weiten die Warnstreiks aus», sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Werneke, der «SĂŒddeutschen Zeitung» (SZ). So kĂŒndigte die Gewerkschaft in einer Mitteilung an, dass ab diesem Montag etwa in Hamburg unter anderem die BeschĂ€ftigten aus den BezirksĂ€mtern, Schulen und der Feuerwehr in den Ausstand treten.

Weiter sagte Werneke der Zeitung: «Insbesondere in den beiden Wochen vor dem nĂ€chsten Verhandlungstermin am 7. und 8. Dezember werden die Kitas bestreikt, die unter den Tarifvertrag der LĂ€nder fallen, das betrifft vor allem Berlin.» Auch weitere BeschĂ€ftigte in der sozialen Arbeit und an Unikliniken wĂŒrden zum Warnstreik aufgerufen. «Das kann dazu fĂŒhren, dass in einigen Kliniken nicht-akute Operationen verschoben werden mĂŒssen.» Eine Notversorgung werde gewĂ€hrleistet.

Auch Lehrerinnen und Lehrer wĂŒrden zum Streik aufgerufen, so Werneke. Gerade in den ostdeutschen BundeslĂ€ndern und in Berlin gebe es viele Lehrer, die angestellt seien und nicht verbeamtet und die deshalb streiken könnten. «Es wird auch Unterricht ausfallen.» In den Stadtstaaten trĂ€ten außerdem die BĂŒrgerĂ€mter in den Ausstand.

Verhandlungen bislang ohne Ergebnis

Anfang November war die zweite Verhandlungsrunde fĂŒr rund 1,1 Millionen Angestellte des öffentlichen Diensts der LĂ€nder wie erwartet ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Betroffen sind auch rund 1,4 Millionen Beamtinnen und Beamte, auf die das Ergebnis ĂŒblicherweise ĂŒbertragen wird. Ein Durchbruch könnte in der dritten Verhandlungsrunde im Dezember erreicht werden.

Die Gewerkschaften fordern 10,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 500 Euro mehr. NachwuchskrĂ€fte sollen 200 Euro mehr erhalten. Die Tariflaufzeit soll 12 Monate betragen. FĂŒr Berlin, Hamburg und Bremen verlangen die Gewerkschaften eine monatliche Stadtstaatenzulage von 300 Euro.

Ähnliche Forderungen hatten Verdi und der Beamtenbund dbb beim zurĂŒckliegenden Tarifstreit fĂŒr den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen erhoben. Werneke betonte in der SZ: «Ich habe die feste Absicht, die Tarifrunde nicht zu beenden, bevor nicht ein Ergebnis vorliegt, das mit dem Abschluss von Bund und Kommunen vergleichbar ist. Dort haben wir im Durchschnitt ĂŒber alle BeschĂ€ftigtengruppen 11,5 Prozent mehr Lohn erzielt.»

Der Chef der Tarifgemeinschaft deutscher LĂ€nder (TdL), Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel, hatte die Forderungen als unbezahlbar zurĂŒckgewiesen und auf eine «sehr schwierige haushĂ€lterische Situation» der LĂ€nder hingewiesen.

@ dpa.de

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