Der letzte Wohnsitz: Vatikan-GĂ€stehaus Santa Marta
21.04.2025 - 11:12:44Papst Franziskus lebte seit seiner Wahl 2013 im vatikanischen GĂ€stehaus Santa Marta unweit des Petersdoms. Anders als viele VorgĂ€nger entschied sich Franziskus gegen die fĂŒr ihn hergerichtete Wohnung im Apostolischen Palast. Die Domus Sanctae Marthae, so der offizielle Name, liegt im SĂŒden des Kirchenstaates und nah an den Vatikanischen GĂ€rten. Franziskus hatte Santa Marta bereits zuvor als Kardinal bei Rom-Besuchen bewohnt.
Seine Entscheidung, als Pontifex nicht wie seit langer Zeit ĂŒblich die Wohnung im Apostolischen Palast zu beziehen, galt als Zeichen der Bescheidenheit. Eine Tugend, auf die der frĂŒhere Erzbischof von Buenos Aires immer groĂen Wert legte. Er habe sich fĂŒr eine einfache Form des Zusammenlebens mit anderen Priestern und Bischöfen entschieden, hieĂ es. Er wolle auf normale und sehr einfache Weise mit anderen Mitgliedern der Geistlichkeit zusammenzuleben.
WĂ€hrend Krankheiten auch Arbeitsort
In den Jahren vor seinem Tod musste der gebĂŒrtige Argentinier wegen seiner angeschlagenen Gesundheit mehrfach Termine von seinem Wohnsitz aus wahrnehmen. WĂ€hrend einiger seiner Atemwegsinfekte in den Wintermonaten sprach er etwa das Angelus-Gebet, das sonst vom Fenster des Apostolischen Palastes gesprochen wird, per Live-Ăbertragung aus der Kapelle in der Casa Santa Marta. Er empfing dort mitunter auch wichtige GĂ€ste fĂŒr Audienzen.
Welt blickt wÀhrend Konklave auf wahlberechtigte KardinÀle
Santa Marta diente schon vor Franziskus' Einzug als GĂ€stehaus fĂŒr kirchliche Besucher und KardinĂ€le, die dort beim Konklave, also der Papstwahl, unterkamen. Es wurde 1884 gegrĂŒndet, allerdings 1996 komplett umgebaut, um neuen Erfordernissen gerecht zu werden. Auch nach Franziskus' Tod werden in dem GĂ€stehaus die wahlberechtigten KardinĂ€le unterkommen und fĂŒr die Zeit wĂ€hrend des Konklaves von der AuĂenwelt komplett abgeschirmt.
Franziskus bewohnte in dem schlichten GebĂ€udekomplex die rund 70 Quadratmeter groĂe Suite Nummer 201. Die GemĂ€cher des Papstes waren trotz seines Willens, nah mit den anderen Bewohnern zu leben, fĂŒr andere gesperrt und wurden bewacht. DafĂŒr standen ihm GemeinschaftsrĂ€ume sowie der Speisesaal fĂŒr gemeinsame Mahlzeiten zur VerfĂŒgung. Santa Marta ist wie ein Hotel aufgebaut: Es gibt eine Rezeption und Lobby sowie 120 Zimmer fĂŒr GĂ€ste.


