Nur wenige russische Deserteure bekommen Asyl in Deutschland
23.09.2023 - 07:35:03 | dts-nachrichtenagentur.deDas geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Abgeordneten Clara BĂŒnger hervor, ĂŒber die die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" berichten. Demnach hat das Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge (Bamf) bisher ĂŒber mehr als 1.500 der AntrĂ€ge entschieden - und nur rund 90 Personen auch einen Schutzstatus zugebilligt.
Bei rund 1.100 AntrĂ€gen sei aufgrund der Dublin-Regelung ein anderer EU-Mitgliedsstaat fĂŒr die DurchfĂŒhrung des Asylverfahrens zustĂ€ndig. Das Bamf beobachte und analysiere die Situation in den HerkunftslĂ€ndern laufend, teilte das Ministerium mit. Zuletzt sei die Entscheidungspraxis in Hinsicht auf die Lage in Russland in diesem Monat ĂŒberarbeitet worden. Die fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Clara BĂŒnger, kritisierte die Entscheidungspraxis des Bamf: "Die Ampel ist zwar gut darin, sich Menschenrechte auf die Fahnen zu schreiben und wohlklingende Versprechen zu machen. An der Umsetzung hapert es dann aber", sagte BĂŒnger dem RND. "Besonders bitter ist zum Beispiel der unzureichende Schutz von russischen Kriegsdienstverweigern, den Scholz noch vollmundig angekĂŒndigt hatte." BĂŒnger sagte weiter: "Gemessen an Hunderttausenden Russen, die auf der Flucht sind, weil sie sich nicht an dem völkerrechtswidrigen Krieg in der Ukraine beteiligen wollen, sind 90 gewĂ€hrte Schutzstatus eine grotesk niedrige Zahl." Die Bundesregierung mĂŒsse das Bamf anweisen, russischen Kriegsdienstverweigerern unkompliziert Schutz zu gewĂ€hren, "und sie muss in Absprache mit anderen EU-Staaten humanitĂ€re Visa zur VerfĂŒgung stellen, um diese Menschen nicht im Stich zu lassen".
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

