Vatikan, Papstes

Vatikan: Zustand des Papstes «weiterhin kritisch»

22.02.2025 - 19:31:27

Seit einer Woche liegt der Papst im Krankenhaus: eine LungenentzĂŒndung. Nach zunĂ€chst zurĂŒckhaltend positiven Signalen aus dem Vatikan hat sich Franziskus' Zustand nun jedoch wieder verschlechtert.

Der Zustand von Papst Franziskus hat sich nach Angaben des Vatikans verschlechtert. «Der Zustand des Heiligen Vaters ist weiterhin kritisch», teilte der Sprecher des Heiligen Stuhls mit. Am Morgen sei bei dem 88-JÀhrigen eine «anhaltende asthmatische Atemkrise» aufgetreten, die die Gabe von Sauerstoff erfordert habe. Franziskus sei wach und habe den Tag in einem Sessel verbracht, wenn auch unter stÀrkeren Schmerzen als sonst.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche wird seit Freitag vergangener Woche in der Gemelli-Klinik in Rom stationĂ€r behandelt. Vor wenigen Tagen stellten die Ärzte eine beidseitige LungenentzĂŒndung fest. Das Krankheitsbild ist demnach insgesamt komplex. Franziskus leidet zudem an einer komplizierten Atemwegsinfektion mit verschiedenen Erregern, wie Bakterien und Viren. 

Einer der behandelnden Ärzte erklĂ€rte am Freitagabend, der Papst sei noch nicht außer Gefahr. Komplikationen seien derzeit nicht auszuschließen.

Papst hat Bluttransfusion erhalten

Es sei zudem eine Bluttransfusion nötig gewesen. Bei Blutuntersuchungen war nach Angaben des Sprechers ein Mangel an Thrombozyten, also BlutplĂ€ttchen, festgestellt worden, die fĂŒr die Blutgerinnung benötigt werden. Die Zahl der BlutplĂ€ttchen habe sich im Zusammenhang mit einer AnĂ€mie verringert. Als AnĂ€mie wird ein Mangel an roten Blutkörperchen oder rotem Blutfarbstoff bezeichnet.

Seit der Diagnose der LungenentzĂŒndung waren aus dem Vatikan in den vergangenen Tagen zurĂŒckhaltend positive Signale gekommen, es war mitunter von einer «leichten Verbesserung» die Rede. Der Vatikan spricht nun angesichts der Untersuchungen nur noch von einer insgesamt «zurĂŒckhaltenden Prognose». Als Prognose bezeichnet man in der Medizin Ă€rztliche Vorhersagen darĂŒber, wie eine Krankheit und Symptome wahrscheinlich verlaufen werden.

Zwei behandelnde Ärzte hatten bereits am Freitag erklĂ€rt, Franziskus erhalte bei Bedarf zusĂ€tzlichen Sauerstoff ĂŒber eine sogenannte Nasenbrille. Sie betonten zudem, dass fĂŒr Franziskus aktuell die grĂ¶ĂŸte Gefahr darin besteht, dass es bei ihm zu einer Sepsis, also einer schweren Blutvergiftung, kommen könnte. Diese Entwicklung wĂ€re eine der bedrohlichsten Komplikationen. Eine Sepsis kann im schlimmsten Fall zu Organversagen und zum Tod fĂŒhren.

GlĂ€ubige beten fĂŒr den Papst

Vor der Gemelli-Klinik versammelten sich am Samstag erneut GlĂ€ubige zum gemeinsamen Gebet fĂŒr den Papst. Priester, Nonnen sowie Krankenhaus-Besucher beteten in mehreren Sprachen auf dem Vorplatz der Klinik.

Seit der Einlieferung kommen immer wieder Menschen an die große Statue von Franziskus' VorvorgĂ€nger Papst Johannes Paul II. und legen Kerzen, Briefe sowie RosenkrĂ€nze fĂŒr den kranken Papst ab. Die Sorge unter GlĂ€ubigen weltweit ist angesichts des Gesundheitszustands von Franziskus groß.

@ dpa.de