Medien: Mehr als 2000 Festnahmen bei Protesten an US-Unis
03.05.2024 - 11:02:25Bei propalÀstinensischen Protesten an etlichen UniversitÀten in den USA sind nach Medienangaben in den vergangenen Wochen mehr als 2000 Menschen festgenommen worden. Seit dem 18. April seien Festnahmen an mehr als 40 Hochschulen in mindestens 25 Bundesstaaten registriert worden, berichtete der Sender CNN. In zahlreichen weiteren Unis habe es Proteste, aber keine Festnahmen gegeben.
Die Proteste gegen den israelischen MilitĂ€reinsatz gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen und fĂŒr SolidaritĂ€t mit den dort lebenden PalĂ€stinensern dauern weiter an. In Portland im Nordwesten der USA wurden nach Polizeiangaben mindestens 30 Menschen festgenommen. An der Rutgers-UniversitĂ€t in New Jersey sei ein Protestcamp nach einer Vereinbarung mit den Demonstranten friedlich gerĂ€umt worden, heiĂt es in einer Mitteilung der Hochschule.
Bei den Protesten geht es meist um die Forderung an Hochschulen und Unternehmen, finanzielle Beziehungen zu Israel zu kappen. Kritiker werfen insbesondere dem radikalen Teil der Protestbewegung Antisemitismus und die Verharmlosung der Hamas vor - die Islamistenorganisation spricht Israel das Existenzrecht ab und hat den Gaza-Krieg mit einem beispiellosen Terrorangriff am 7. Oktober ausgelöst, bei dem auch etwa 250 Menschen verschleppt wurden.
US-PrĂ€sident Joe Biden hatte Gewalt bei den Protesten in einer Rede im WeiĂen Haus aufs SchĂ€rfste verurteilt. «Es gibt das Recht zu protestieren, aber nicht das Recht, Chaos zu verursachen», sagte Biden.
Pariser Polizei löst Sitzblockade auf
An der renommierten Pariser UniversitĂ€t Sciences Po löste die Polizei eine Sitzblockade von propalĂ€stinensischen Studierenden auf. 91 Menschen wurden aus dem GebĂ€ude gebracht, hieĂ es von der Polizei. Der Einsatz sei ohne VorfĂ€lle und ruhig verlaufen. Mehrere GebĂ€ude der Uni blieben wegen des Protests geschlossen. Schon seit Tagen demonstriert eine Gruppe Studierender gegen die Haltung ihrer UniversitĂ€t im Gaza-Krieg. Dabei Ă€uĂerten sich einige auch antisemitisch.
Die Demonstrantinnen und Demonstranten fordern eine Untersuchungskommission zu Partnerschaften der Sciences Po mit mehreren israelischen UniversitÀten, denen sie vorwerfen, direkt oder indirekt eine Rolle bei der Verletzung von Rechten von Menschen im Gazastreifen zu spielen. Israel werfen die Studierenden vor, im Gazastreifen internationales Recht zu brechen und einen «Genozid» zu begehen.
Auch an anderen Standorten der Sciences Po in Frankreich demonstrierten Studierende zuletzt und blockierten GebĂ€ude. Am Donnerstag versuchte die UniversitĂ€tsleitung, dem Konflikt mit einer groĂangelegten internen Debatte ein Ende zu setzen. Im Anschluss hieĂ es von der Direktion, man wolle darĂŒber nachdenken, wie die UniversitĂ€t sich ganz grundsĂ€tzlich zu politischen Themen und Konflikten positioniert und entsprechende Leitlinien erarbeiten. Man hoffe auf ein möglichst ruhiges Semesterende und dass Kurse und PrĂŒfungen wie geplant abgehalten werden könnten. Die Leitung verwies darauf, ihre Versprechen den Studierenden gegenĂŒber eingehalten zu haben. Man bedauere, dass die Studierenden sich hingegen nicht an die Absprachen hielten, und verurteile ihre Art des Protests.
Nach den neuerlichen Protesten hieà es aus dem Sitz des französischen Premierministers Gabriel Attal, man werde Strenge walten lassen, wie französische Medien berichteten. Mittlerweile demonstrieren auch Studierende anderer französischer UniversitÀten.
Uni-Proteste weltweit
Ăhnlich wie in den USA und in Frankreich finden auch in anderen Staaten propalĂ€stinensische Protestaktionen statt. In den kanadischen StĂ€dten Toronto, Montreal und Vancouver haben Studierende nach Angaben des Senders CTV News Protestcamps errichtet. In australischen MillionenstĂ€dten wie Sydney oder Melbourne demonstrieren Studierende nach Angaben des Senders ABC News ebenfalls. Auch an britischen UniversitĂ€ten fanden propalĂ€stinensische Kundgebungen statt.


