Raketen, Iran

Raketen aus Iran schĂŒren Angst vor FlĂ€chenbrand

16.01.2024 - 04:12:04 | dpa.de

Seit mehr als 100 Tagen kĂ€mpft Israels MilitĂ€r gegen die Hamas. Könnte sich der Krieg auf die ganze Region ausdehnen? Huthi, Hisbollah und Iran haben sich gegen Israel verschworen. Der Überblick.

Seit mehr als 100 Tagen kÀmpft das israelische MilitÀr in Gaza gegen die islamistische Hamas. Könnte sich der Krieg auf die ganze Region ausdehnen? - Foto: Omar Ishaq/dpa

Nach Raketenangriffen der iranischen RevolutionswĂ€chter auf Ziele im Irak und in Syrien wĂ€chst international die Sorge ĂŒber eine Ausweitung des Gaza-Kriegs auf die gesamte Region. Angesichts wiederholter Konfrontationen zwischen der israelischen Armee und der vom Iran unterstĂŒtzten Hisbollah an der Grenze zwischen dem Libanon und Israel hatte zuvor bereits UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres vor einem FlĂ€chenbrand gewarnt.

Auch die Angriffe der Huthi-Rebellen aus dem Jemen auf die Schifffahrt im Roten Meer haben das Potenzial, immer weitere Parteien in den Konflikt hineinzuziehen. Die Huthi zÀhlen wie die islamistische Hamas im Gazastreifen und die libanesische Schiitenorganisation Hisbollah zur sogenannten «Achse des Widerstands», einem Netzwerk im Kampf gegen Israel.

Irans RevolutionswĂ€chter beschießen Ziele im Irak und in Syrien

Die iranischen RevolutionswĂ€chter (IRGC) feuerten nach eigenen Angaben mehrere ballistische Raketen auf Ziele im Irak und in Syrien ab. Die Angriffe seien Rache unter anderem fĂŒr den verheerenden Anschlag in der sĂŒdiranischen Stadt Kerman Anfang Januar sowie die Tötung eines hochrangigen IRGC-Offiziers Ende Dezember, teilte das IRGC-Webportal in der Nacht (Ortszeit) mit.

Ziel der Attacke in der nordirakischen Stadt Erbil sei eine Spionagezentrale des israelischen Geheimdienstes Mossad gewesen. In der NĂ€he eines neuen im Bau befindlichen US-Konsulats schlugen Augenzeugen zufolge mehrere Raketen ein. Sicherheitskreisen zufolge kamen dabei vier Zivilisten ums Leben. Die US-Regierung verurteilte den iranischen Raketenangriff auf Erbil. Der Angriff in Syrien galt nach iranischen Angaben der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Bei dem Beschuss handelte es sich laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna mit einer Strecke von mehr als 1200 Kilometern um die bisher weitreichendste Raketenoperation des Landes. Dies dĂŒrfte auch ein klares Signal an den Erzfeind Israel sein. Es wĂ€re in etwa die gleiche Entfernung, die Raketen vom Westen des Landes aus benötigen, um Tel Aviv oder Jerusalem zu erreichen.

UN-GeneralsekretÀr in Sorge vor Ausweitung des Gaza-Kriegs

UN-Chef Guterres zeigte sich mit Blick auf die Lage an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon bereits zuvor in großer Sorge vor einer Ausweitung des Gaza-Kriegs auf die weitere Region. «Ich bin zutiefst besorgt von dem, was sich da entfaltet», sagte Guterres. «Es ist meine Pflicht, allen Seiten diese einfache und direkte Botschaft zu ĂŒberbringen: Hört auf, an der blauen Linie mit dem Feuer zu spielen, deeskaliert und bringt die Gewalt zu einem Ende.»

Die blaue Linie markiert die Grenze zwischen Israel und dem Libanon. Seit Beginn des Gaza-Kriegs kommt es dort immer wieder zu Konfrontationen zwischen der israelischen Armee und der vom Iran unterstĂŒtzten Hisbollah. Sie ist mit der Hamas verbĂŒndet, gilt aber als deutlich schlagkrĂ€ftiger. Neben einem sofortigen Waffenstillstand forderte Guterres zudem erneut die Freilassung aller Geiseln und eine Untersuchung der von der Hamas und anderen bei dem Massaker am 7. Oktober verĂŒbten sexuellen Gewalt.

Israels Verteidigungsminister: Intensive KĂ€mpfe in Nord-Gaza beendet

Die intensiven Kampfhandlungen der israelischen StreitkrĂ€fte gegen die islamistische Hamas im Norden des Gazastreifens sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums indes beendet. Auch im SĂŒden des abgeriegelten KĂŒstenstreifens im Bereich der Stadt Chan Junis werde die intensive Phase der Bodenoffensive bald vorĂŒber sein, zitierte die Zeitung «The Times of Israel» Verteidigungsminister Joav Galant. «Am Ende des Krieges wird es keine militĂ€rische Bedrohung aus dem Gazastreifen mehr geben. Die Hamas wird nicht in der Lage sein, den Gazastreifen zu kontrollieren und als militĂ€rische Kraft aufzutreten», sagte er. Um die Freilassung der restlichen israelischen Geiseln zu erreichen, mĂŒsse der militĂ€rische Druck aufrecht erhalten werden.

Hamas veröffentlicht Geisel-Video - Sorge um Leben der EntfĂŒhrten

Die Hamas veröffentlichte erneut grausame Videoaufnahmen von israelischen Geiseln. In dem Video war unter anderem eine junge Frau zu sehen, die ĂŒber den angeblichen Tod zweier mĂ€nnlicher EntfĂŒhrter bei israelischen Angriffen im Gazastreifen spricht. MilitĂ€rsprecher Daniel Hagari sagte anschließend, man sei in großer Sorge um das Leben der zwei mĂ€nnlichen Geiseln. Er wies die Darstellung der Hamas zurĂŒck, dass sie von der israelischen Seite getötet worden seien. Am Ende des Hamas-Videos ist eine blutige mĂ€nnliche Leiche zu sehen.

Auch mehr als drei Monate nach dem Massaker vom 7. Oktober, bei dem Terroristen der Hamas und anderer PalĂ€stinenserorganisationen mehr als 1200 Menschen auf oft bestialische Weise getötet und rund 250 weitere in den Gazastreifen verschleppt hatten, werden in dem KĂŒstenstreifen noch 136 Menschen festgehalten. Israel geht davon aus, dass etwa zwei Dutzend von ihnen nicht mehr leben.

Huthi greifen nach US-Angaben wieder Frachter im Roten Meer an

Die jemenitischen Huthi griffen nach US-Angaben erneut ein Containerschiff im Roten Meer an. Das zustÀndige Regionalkommando des US-MilitÀrs teilte mit, die Rebellen hÀtten eine ballistische Antischiffrakete auf die «M/V Gibraltar Eagle» abgefeuert. Sie wurde demnach aus von Huthi kontrollierten Gebieten im Jemen abgeschossen. Bei dem Schiff handelte es sich den Angaben zufolge um einen unter der Flagge der Marshallinseln fahrenden US-Frachter. Es habe weder Verletzte noch SchÀden gegeben.

Der britische Premierminister Rishi Sunak rechtfertigte die LuftschlĂ€ge gegen die Huthi-Rebellen und drohte mit neuen Aktionen, sollten weiterhin Schiffe im Roten Meer angegriffen werden. «Die Bedrohung der Schifffahrt muss aufhören», sagte Sunak im Parlament in London. «Illegal festgehaltene Schiffe und Crews mĂŒssen freigelassen werden. Und wir bleiben vorbereitet, um unseren Worten Taten folgen zu lassen.»

Was heute wichtig wird

Nach den Raketenangriffen des Iran in Syrien und im Irak dĂŒrften die Spannungen in der Region weiter steigen. WĂ€hrend die KĂ€mpfe im Gazastreifen unerbittlich weitergehen, bleibt die humanitĂ€re Lage fĂŒr die palĂ€stinensische Zivilbevölkerung katastrophal.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
ausland | 64595318 |