Starmer, Randale

Starmer droht vor neuer Randale mit HĂ€rte des Gesetzes

07.08.2024 - 17:22:56

Seit mehr als einer Woche attackieren Rechtsextreme in britischen StĂ€dten die Polizei und GeschĂ€fte. BefĂŒrchtet werden neue Ausschreitungen an Dutzenden Orten. Der Premier sendet eine klare Botschaft.

  • Seit mehr als einer Woche gibt es fast jeden Abend schwere Randale. (Archivbild) - Foto: Owen Humphreys/PA Wire/dpa

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  • Premier Starmer droht Randalierern mit Haft. (Archivbild) - Foto: Ben Bauer/PA Wire/dpa

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Seit mehr als einer Woche gibt es fast jeden Abend schwere Randale. (Archivbild) - Foto: Owen Humphreys/PA Wire/dpaPremier Starmer droht Randalierern mit Haft. (Archivbild) - Foto: Ben Bauer/PA Wire/dpa

Der britische Premierminister Keir Starmer droht Randalierern angesichts befĂŒrchteter neuer Ausschreitungen in Dutzenden StĂ€dten mit schweren Strafen. «Wenn Sie auf unseren Straßen oder im Internet gewalttĂ€tige Unruhen provozieren, werden Sie mit der vollen HĂ€rte des Gesetzes konfrontiert», schrieb der neue Regierungschef bei X.

Starmer verwies auf die ersten Verurteilungen von Teilnehmern der Krawalle. Ein Gericht in Liverpool verurteilte drei MĂ€nner zu Haftstrafen von 20 Monaten bis drei Jahren. Einer der gestĂ€ndigen TĂ€ter hatte einen Polizisten geschlagen, ein anderer ein Polizeifahrzeug angezĂŒndet. Landesweit wurden bereits Dutzende EinsatzkrĂ€fte verletzt.

Landesweit könnte es an mehr als 100 Orten, darunter in der Hauptstadt London, bei einem «Big Day» Proteste und womöglich Ausschreitungen geben, berichteten britische Medien unter Berufung auf Aufrufe in sozialen Medien. Auch rund 30 Gegenproteste waren geplant. Daran wollten sich vereinzelt auch Parlamentsabgeordnete beteiligen. An einigen Orten verrammelten Ladeninhaber ihre GeschĂ€fte und Restaurants. Mehrere LĂ€nder, darunter China, Indien und Australien, mahnten ihre BĂŒrger zur Wachsamkeit in Großbritannien.

Randale dauern seit mehr als einer Woche an

Vorausgegangen war den antimuslimischen Ausschreitungen ein Messerangriff in der nordwestenglischen Stadt Southport. Dabei wurden am 29. Juli drei MĂ€dchen im Alter von sechs, sieben und neun Jahren getötet und weitere Kinder sowie zwei Erwachsene verletzt. Online verbreiteten sich rasch GerĂŒchte, dass ein muslimischer Migrant der TĂ€ter sei. Die Falschnachrichten wurden von einflussreichen Accounts bei X und Telegram geteilt. Die Polizei betont, dass es sich bei dem VerdĂ€chtigen um einen 17-JĂ€hrigen handelt, der als Sohn von Ruandern in Großbritannien geboren wurde. Das Motiv ist unklar.

Medienberichten zufolge erwartet die Polizei, dass außer Hotels, in denen Migranten untergebracht sind, auch Anwaltsfirmen und Beratungsstellen, die Asylbewerber bei ihren AntrĂ€gen unterstĂŒtzen, ins Visier rechtsextremer Randalierer geraten könnten. Den Berichten zufolge sollen 6.000 Polizistinnen und Polizisten einsatzbereit sein. Es wĂŒrden zusĂ€tzliche KrĂ€fte nach Nordengland geschickt, sagte der Chef der Londoner Polizei, Mark Rowley.

Die Strafverfolgungsbehörden setzen auf Abschreckung. Von den mehr als 400 festgenommenen Randalierern wurden bereits etwa 120 angeklagt. Laut JustizstaatssekretÀrin Heidi Alexander sollen von nÀchster Woche an mehr als 560 zusÀtzliche PlÀtze in GefÀngnissen geschaffen werden. Der Chef der Strafverfolgungsbehörde CPS, Stephen Parkinson, sagte dem Sender Sky News, in mindestens einem Fall erwÀge die Staatsanwaltschaft auch eine Klage wegen Terrorismus.

@ dpa.de