Demokratischer Senator hÀlt seit Montagabend Anti-Trump-Rede
01.04.2025 - 20:34:59Der Demokrat Cory Booker bringt mit einer stundenlangen Rede gegen die Politik von US-PrĂ€sident Donald Trump zeitweise den Betrieb im Senat durcheinander. Der Senator aus dem Bundesstaat New Jersey begann seine Ansprache in der Parlamentskammer am Montagabend um 19.00 Uhr (Ortszeit) â am Dienstagnachmittag stand er noch immer am Rednerpult.
«Dies sind keine normalen Zeiten in unserer Nation», sagte Booker wĂ€hrend seiner AusfĂŒhrungen. «Und sie sollten nicht als solche gehandhabt werden.» Innerhalb von nur 71 Tagen habe Trump der Sicherheit der Amerikaner, ihrer finanziellen StabilitĂ€t, den Grundfesten der US-Demokratie und dem Streben nach Anstand in höchsten StaatsĂ€mtern schweren Schaden zugefĂŒgt.
Die Rede wurde unter anderem live auf Bookers YouTube-Kanal ĂŒbertragen. Am Dienstagnachmittag zĂ€hlte der Stream rund 50.000 Zuschauer.Â
UnterstĂŒtzt wurde Booker von Parteikollegen, die ihm immer wieder Fragen stellten â eine gĂ€ngige Praxis im Senat, um dem Redner Verschnaufpausen zu ermöglichen und die Redezeit formal zu verlĂ€ngern.
Formal kein Filibuster
Nach den Regeln der Parlamentskammer darf ein Senator so lange sprechen, wie er vom Vorsitz anerkannt ist â sofern keine besonderen BeschrĂ€nkungen fĂŒr die Debatte gelten. Dabei muss er durchgehend stehen und darf sich nur mit minimalen Unterbrechungen Ă€uĂern.
Trotz ihrer auĂergewöhnlichen LĂ€nge erfĂŒllt Bookers Rede allerdings nicht die formalen Kriterien eines sogenannten Filibusters â einer Verzögerungstaktik, mit der Gesetzesvorhaben durch lange Reden blockiert werden können. Denn die Rede findet nicht im Rahmen einer konkreten Debatte ĂŒber ein Gesetz oder eine Personalie statt.
Der bislang lĂ€ngste dokumentierte Filibuster in der Geschichte des US-Senats dauerte laut US-Medien mehr als einen Tag: Im Jahr 1957 sprach Senator Strom Thurmond demnach ganze 24 Stunden und 18 Minuten lang, um die Verabschiedung des BĂŒrgerrechtsgesetzes zu verhindern â gestĂ€rkt mit Pumpernickel, HamburgerstĂŒckchen und Orangensaft. Ein Eimer in einem Hinterzimmer soll ihm als improvisierte Toilettenlösung gedient haben.


