PrÀsident Lula in Berlin: Kommt das Freihandelsabkommen?
04.12.2023 - 05:07:35 | dpa.deBrasiliens PrĂ€sident Luiz InĂĄcio Lula da Silva hat seine offiziellen politischen GesprĂ€che in Berlin begonnen. Er wurde am Montagmorgen zum Auftakt seines Besuches von BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier vor dem Schloss Bellevue mit militĂ€rischen Ehren begrĂŒĂt.
«Brasilien ist ein entscheidender Partner fĂŒr Deutschland und Europa, um die globale Klimaagenda voranzubringen», teilte das BundesprĂ€sidialamt nach einem GesprĂ€ch beider StaatsoberhĂ€upter mit. «Beim Kampf gegen die Klimakrise sowie gegen Armut und Ungleichheit soll die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Brasilien weiter verstĂ€rkt werden.»
Lula und Steinmeier kennen sich gut. Steinmeier hatte am Neujahrstag in BrasĂlia an der AmtseinfĂŒhrung Lulas teilgenommen. Vom Schloss Bellevue aus fuhr Lula in den Bundesrat, wo ihn BundesratsprĂ€sidentin Manuela Schwesig (SPD) zu einem GesprĂ€ch empfing.
Der wichtigste Teil des Besuchs beginnt am Mittag, wenn Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) den Gast zu den ersten deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen seit mehr als acht Jahren begrĂŒĂt. Dabei wird es nach Angaben der Bundesregierung um bilaterale wirtschafts- und finanzpolitische Themen, grĂŒne Transformation und die Themen Energie, Klima, Umweltentwicklung, ErnĂ€hrung sowie AuĂen- und Verteidigungspolitik gehen. An dem Treffen nehmen auf beiden Seiten mehrere Minister teil, auf deutscher Seite sind es neun. Das Treffen ist fĂŒr Berlin auch wichtig, weil Brasilien am 1. Dezember den Vorsitz der G20-Runde der fĂŒhrenden WirtschaftsmĂ€chte ĂŒbernommen hat.
Freihandelszone mit ĂŒber 700 Millionen Einwohnern
Die spannendste Frage dĂŒrfte sein: Können die jahrelangen Verhandlungen ĂŒber ein Freihandelsabkommen zwischen der sĂŒdamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur und der EuropĂ€ischen Union endlich zum Abschluss gebracht werden?
Mit dem Abkommen wĂŒrde eine der weltweit gröĂten Freihandelszonen mit mehr als 700 Millionen Einwohnern entstehen. Die GesprĂ€che der EU mit den vier Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay darĂŒber laufen bereits seit weit mehr als 20 Jahren. Eine Grundsatzeinigung aus dem Jahr 2019 wird jedoch wegen anhaltender Bedenken - etwa beim Regenwaldschutz - nicht umgesetzt.
Die deutsche Wirtschaft fordert einen schnellen Abschluss. Der GrĂŒnen-Parteitag hatte zuletzt aber gegen den Willen des Bundesvorstands Nachverhandlungen verlangt, um dem «intensiven Abbau von Rohstoffen im globalen SĂŒden fĂŒr den Konsum des globalen Nordens» ein Ende zu setzen. Die Regierungskoalition aus SPD, GrĂŒnen und FDP dagegen machte vor wenigen Tagen im Bundestag deutlich, zum geplanten Handelsabkommen zu stehen.
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