Trump, Einreise

Trump stoppt Einreise von auslÀndischen Harvard-Studierenden

05.06.2025 - 11:12:59

Seit Wochen macht das Vorgehen der US-Regierung gegen Harvard Schlagzeilen. Eine Anordnung aus dem Weißen Haus trifft nun internationale Studierende hart. Die Uni hĂ€lt dagegen.

Donald Trump gegen Harvard: Der US-PrĂ€sident will fast allen auslĂ€ndischen Staatsangehörigen die Einreise verwehren, die an der Elite-UniversitĂ€t studieren wollen. Die EinreisebeschrĂ€nkung solle zunĂ€chst fĂŒr sechs Monate gelten, kĂŒndigte Trump an. US-Medien bezeichneten das am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichte Dekret als dramatische Eskalation.

Die Regierung wirft Hochschulen wie Harvard eine linksliberale Ausrichtung und zu wenig Maßnahmen gegen Antisemitismus vor. Anders als andere UniversitĂ€ten widersetzt sich Harvard weitreichenden politischen Vorgaben aus Washington und geht juristisch dagegen vor.

Trumps neues Vorhaben schrĂ€nkt die Einschreibung von AuslĂ€ndern an Harvard weitreichend ein: So richtet sich das Dekret gegen auslĂ€ndische Staatsangehörige, die ausschließlich oder hauptsĂ€chlich in die USA einreisen wollen, um in Harvard zu studieren oder an einem Austauschprogramm der Uni teilzunehmen. Trump wies das US-Außenministerium auch an, zu prĂŒfen, ob Visa von AuslĂ€ndern, die bereits eingeschrieben sind, aufgehoben werden sollten.

Die EinreisebeschrĂ€nkung gelte nicht fĂŒr Personen aus dem Ausland, deren Einreise - etwa nach Feststellung durch Außenminister Marco Rubio - im nationalen Interesse liege. Genauere Details dazu, wie das Dekret umgesetzt werden soll, waren zunĂ€chst unklar. 

Mehr als ein Viertel der Harvard-Studenten sind AuslÀnder

FĂŒr viele US-UniversitĂ€ten sind die Einnahmen internationaler Studierender ein bedeutender Teil des Budgets – nicht zuletzt, weil sie oft deutlich höhere StudiengebĂŒhren zahlen als inlĂ€ndische Studierende. Nach Harvard-Angaben sind derzeit rund 6.800 internationale Studentinnen und Studenten an der Hochschule eingeschrieben. Das entspricht etwa 27 Prozent der Studierendenschaft. 

Argument der nationalen Sicherheit

In seinem neuen Dekret wirft Trump Harvard vor, der US-Regierung nicht ausreichend Informationen ĂŒber bekannte FĂ€lle von Fehlverhalten auslĂ€ndischer Studierender weiterzugeben. Es gehe dabei unter anderem um «gewalttĂ€tige AktivitĂ€ten» oder «Bedrohungen anderer Studenten oder UniversitĂ€tsmitarbeiter». Dies sei ein «inakzeptables Risiko». Der Schutz der nationalen Sicherheit erfordere, dass Gastinstitutionen wie Harvard der US-Regierung solche Informationen auf Anfrage zur VerfĂŒgung stellten. 

Die KriminalitĂ€tsrate an der Uni sei in den vergangenen Jahren drastisch angestiegen, hieß es im Dekret. Harvard habe aber nur Daten ĂŒber das Fehlverhalten von drei Studierenden vorgelegt. Dies zeige, dass die UniversitĂ€t Disziplinarmaßnahmen gegen auslĂ€ndische Studierende nicht vollstĂ€ndig melde oder deren Verhalten nicht ernsthaft kontrolliere. 

Harvard: SchĂŒtzen internationale Studienende weiter

Die Hochschule weist Trumps aktuelle VorwĂŒrfe zurĂŒck. «Dies ist eine weitere illegale Vergeltungsmaßnahme der Regierung», schrieb die UniversitĂ€t, die ihren Sitz in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts hat, auf ihrer Homepage. «Harvard wird seine internationalen Studenten weiterhin schĂŒtzen.» Es sei davon auszugehen, dass die Hochschule Trumps Maßnahme anfechten werde, schrieben mehrere US-Medien. 

Aus Kreisen der Trump-Regierung hieß es laut «Washington Post», man sei zuversichtlich, dass die BemĂŒhungen der Regierung letztendlich vor Gericht Bestand haben. Justizministerin Pam Bondi stellte sich hinter Trump: «Ein Studienplatz an einer "Elite"-UniversitĂ€t in den USA ist ein Privileg, kein Recht.» Ihr Ministerium unterstĂŒtze das Dekret. 

Ein Rechtsstreit lÀuft bereits

Dass die US-Regierung Harvard daran hindern will, internationale Studierende aufzunehmen, ist bereits bekannt. Heimatschutzministerin Kristi Noem hatte vor etwa zwei Wochen mitgeteilt, entsprechende Schritte eingeleitet zu haben. Doch die Blockade einer US-Bundesrichterin hinderte Washington bislang daran, Harvard die Aufnahme auslĂ€ndischer Studierender zu untersagen. Ihre Entscheidung ist jedoch noch kein endgĂŒltiges Urteil. Trumps Dekret scheint nach Ansicht der «New York Times» eine direkte Antwort darauf zu sein.

Sorge bei internationalen Harvard-Studierenden

AuslĂ€ndische Studierende an der Hochschule zeigten sich laut «New York Times» zunehmend verunsichert. Viele fragten sich, ob die neuen Maßnahmen auch fĂŒr bereits eingeschriebene Studierende gelten. Einige hĂ€tten sich an die Beratungsstellen der UniversitĂ€t gewandt, mussten der Zeitung zufolge aber feststellen, dass die Unsicherheit auch dort groß sei.

@ dpa.de