Kreml, MilitÀrische

Kreml: MilitÀrische Operation wegen Westen jetzt «Krieg»

Veröffentlicht am: 22.03.2024 um 11:52 Uhr | dpa.de

Seit zwei Jahren fĂŒhrt der Kreml Krieg gegen die Ukraine. Erst jetzt will er die Kampfhandlungen aber auch so benennen. Schuld daran sei der Westen.

Der Kreml unterstellt der Biden-Regierung in den USA Sabotage an der Politik des kĂŒnftigen PrĂ€sidenten Trump. (Archivbild) - Bild: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa
Der Kreml unterstellt der Biden-Regierung in den USA Sabotage an der Politik des kĂŒnftigen PrĂ€sidenten Trump. (Archivbild) - Bild: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

Mehr als zwei Jahre nach Beginn seines brutalen Angriffskriegs gegen die Ukraine verzichtet der Kreml nun auf die verharmlosende Bezeichnung «militÀrische Spezialoperation» - und gibt dem Westen die Schuld daran.

«Das hat wie eine militĂ€rische Spezialoperation begonnen, aber sobald die Clique da entstanden ist, als der kollektive Westen aufseiten der Ukraine zum Beteiligten wurde, da wurde es fĂŒr uns zum Krieg», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in einem Interview der Zeitschrift «Argumenty i Fakty». Er rief die Russen zur Einheit und zur «inneren Mobilmachung» auf.

Juristisch weiter kein Krieg

Auf Nachfragen von Medien prÀzisierte der Kremlsprecher spÀter, dass Russland zwar faktisch im Krieg sei, juristisch den Status der Kampfhandlungen aber beibehalten habe. «De jure ist es eine militÀrische Spezialoperation», sagte er.

Die Ausrufung des Kriegsrechts wĂŒrde fĂŒr die Bevölkerung in Russland weitere EinschrĂ€nkungen bedeuten, beispielsweise kann wĂ€hrend des Kriegs eine Ausgangssperre verhĂ€ngt werden. Auf nationaler Ebene ist dies nicht geschehen, in den vier seit Kriegsbeginn teilweise besetzten ukrainischen Gebieten Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja gilt Kriegsrecht aber schon seit Herbst 2022.

Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin hat am 24. Februar 2022 den Angriff auf die Ukraine befohlen. Er sprach dabei von einer militĂ€rischen Spezialoperation. Das russische MilitĂ€r besetzte daraufhin große Teile des Nachbarlandes, konnte aber nicht wie geplant die Hauptstadt Kiew einnehmen. SpĂ€ter gelang es den ukrainischen Truppen auch mit westlicher MilitĂ€rhilfe, die Besatzungstruppen aus einigen Landesteilen zurĂŒckzutreiben.

Doch immer noch hĂ€lt Russland einschließlich der bereits 2014 annektierten Krim knapp ein FĂŒnftel der Ukraine besetzt. Bei den Kampfhandlungen am Boden, aber auch durch andauernde russische Angriffe mit Raketen und Drohnen wurden Zehntausende Menschen getötet, darunter auch viele Zivilisten. Die russischen Truppen sind wegen der stockenden westlichen MilitĂ€rhilfe inzwischen wieder in der Offensive und versuchen, weiteres ukrainisches Gebiet zu erobern.

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