Selenskyj: «Die Ukraine handelt nicht mit ihrem Land»
11.09.2024 - 21:37:40Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat beim Gipfel der sogenannten Krim-Plattform eine Abtretung der russisch annektierten Halbinsel erneut ausgeschlossen. «Die Ukraine handelt nicht mit ihrem Land und lĂ€sst ihre Leute nicht im Stich», unterstrich Selenskyj bei dem Treffen. Das gehöre zur Moral der Ukraine. Er rief die Anwesenden dazu auf, bei der RĂŒckholung von in russischer Gefangenschaft befindlichen Ukrainern zu helfen.
Insbesondere hob der Staatschef dabei die muslimische Minderheit der Krimtataren als besonders durch die russischen Behörden verfolgte Gruppe auf der Krim hervor. Selenskyj appellierte an die muslimisch geprĂ€gten Nachbarstaaten TĂŒrkei und Aserbaidschan, Druck auf Russland auszuĂŒben.
Selenskyj zufolge gab es mehr als 60 Gipfelteilnehmer. Unter anderem waren der litauische PrĂ€sident Gitanas Nauseda, der kroatische MinisterprĂ€sident Andrej Plenkovic, die lettische Regierungschefin Evika Silina, der tschechische SenatsprĂ€sident Milos Vystrcil und der moldauische ParlamentsprĂ€sident Igor Grosu zu dem Treffen nach Kiew gereist. Ebenso nahmen US-AuĂenminister Antony Blinken und sein britischer Kollege David Lammy persönlich teil. Der GroĂteil der Redner beschrĂ€nkte sich allerdings auf Videobotschaften.Â
Russland hatte die ukrainische Schwarzmeer-Halbinsel Krim 2014 annektiert. Seit 2021 versucht Kiew, mit Treffen der sogenannten Krim-Plattform die internationale Aufmerksamkeit fĂŒr die Situation auf der Halbinsel zu stĂ€rken. 2022 startete der Kreml einen GroĂangriff auf die Ukraine. Knapp 20 Prozent des ukrainischen Territoriums wird inzwischen von Moskau kontrolliert. Russland erhebt zusĂ€tzlich zur Krim noch Anspruch auf vier weitere Regionen im SĂŒden und Osten des Nachbarlandes. Kiew hat die Wiederherstellung der Grenzen von 1991 als ein Minimalziel festgelegt.


