Selenskyj kĂŒndigt neue Angriffe auf russische Raffinerien an
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 09:38 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRusslands Raffineriestandorte im Fokus
- Russland meldete Angriffe auf Anlagen in den Gebieten Rjasan und Saratow.
- In Rjasan brach nach einer weiteren Drohnenattacke ein Brand auf dem GelÀnde einer Raffinerie aus.
- Elon Musk forderte Selenskyj öffentlich zum RĂŒcktritt auf.
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat trotz der Kritik von US-PrĂ€sident Donald Trump neue Angriffe auf russische Ălraffinerien angekĂŒndigt. In einem Interview mit der âFinancial Timesâ sagte er, die ZurĂŒckhaltung sei vorbei, und beklagte fehlende US-Geheimdienstdaten sowie eine Drosselung des Satelliteninternetdienstes Starlink.
Angriffe auf Anlagen in Rjasan und Saratow
Russland meldete bereits am Mittwoch neue ukrainische Angriffe auf Ălverarbeitungsanlagen in den Gebieten Rjasan und Saratow. Das Gebiet Rjasan berichtete am Donnerstag von einer weiteren Drohnenattacke; auf dem GelĂ€nde einer Raffinerie sei ein Brand ausgebrochen.
Selenskyj sagte, die Ukraine werde einen Ausweg finden, ohne Einzelheiten zu nennen. Nach seinen Angaben hÀtten US-MilitÀrs ukrainischen Kollegen erklÀrt, dass Washington keine Geheimdienstdaten mehr liefern werde, falls Kiew die Angriffe auf russische Raffinerien nicht einstelle.
Streit ĂŒber Starlink und Geheimdiensthilfe
Selenskyj bezeichnete die Drosselung von Starlink als absichtlich und nicht als technisches Problem. Der Dienst ist fĂŒr das ukrainische MilitĂ€r unter anderem bei Kommunikation und DrohneneinsĂ€tzen wichtig.
Elon Musk erklĂ€rte, das US-MilitĂ€r und der PrĂ€sident hĂ€tten ĂŒber die Begrenzung des militĂ€rischen Starlink-Ablegers entschieden. Zugleich schrieb Musk auf seiner Plattform X, fĂŒr Selenskyj sei es an der Zeit abzutreten.
Trump-Putin-Deal verschÀrft den Konflikt
Selenskyj kritisierte zuletzt mehrfach einen Diesel-Deal zwischen Trump und dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin. Die USA wollen wegen der angespannten Marktlage und hoher Preise Diesel aus Russland importieren und dafĂŒr Sanktionen lockern, was in der EU und in der Ukraine auf Ablehnung stöĂt.
Kiew wirft Washington vor, mit dem GeschĂ€ft Geld in die russische Kriegskasse zu leiten. Selenskyj betonte zugleich, die USA seien fĂŒr die Ukraine lange ein strategischer Partner gewesen; ohne amerikanische UnterstĂŒtzung sei der Verteidigungskampf sehr schwer.
Die angekĂŒndigte Wiederaufnahme ukrainischer Angriffe auf russische Ălraffinerien verschĂ€rft den Konflikt zwischen Kiew und Washington. Raffinerien, Ălterminals und andere Energieanlagen sind fĂŒr Russland militĂ€risch und wirtschaftlich relevant, weil sie Treibstoff fĂŒr StreitkrĂ€fte bereitstellen und Exporterlöse ermöglichen. FĂŒr die Ukraine sind solche Ziele zugleich eine Möglichkeit, Russland unter Druck zu setzen, wenn westliche UnterstĂŒtzung eingeschrĂ€nkt wird.
Der Streit fĂ€llt in eine Phase, in der US-PrĂ€sident Donald Trump eine begrenzte Energie-Waffenruhe verkĂŒndet hat. Die Ukraine erklĂ€rt sich laut der aktuellen Berichterstattung zu einem Stopp bereit, wenn Russland seine Angriffe auf ukrainische Energieanlagen ebenfalls beendet. Russland setzte seine Angriffe jedoch fort; dadurch bleibt die Vereinbarung politisch umstritten und praktisch fragil.
AbhĂ€ngigkeit von US-UnterstĂŒtzung
Besonders folgenreich ist der von Selenskyj beklagte Ausfall amerikanischer Geheimdienstdaten. Solche Informationen können vor Raketenangriffen warnen und bei der Zielplanung helfen. EinschrĂ€nkungen bei Starlink wĂŒrden zusĂ€tzlich die Kommunikation und den Einsatz ukrainischer Drohnen erschweren.
Der Diesel-Deal zwischen Trump und Putin verschĂ€rft den politischen Gegensatz. Washington begrĂŒndet die geplanten Importe mit der angespannten Marktlage, wĂ€hrend Kiew darin eine indirekte Finanzierung der russischen KriegsfĂŒhrung sieht. FĂŒr die EU entsteht daraus ein zusĂ€tzlicher Druck, ihre Sanktionspolitik gegenĂŒber Russland gegenĂŒber möglichen US-Ausnahmen abzugrenzen.
Unmittelbare Folgen fĂŒr den Krieg
Die nĂ€chsten Schritte dĂŒrften davon abhĂ€ngen, ob die USA Geheimdienstkooperation und Starlink-Zugang wieder ausweiten oder den Druck auf Kiew erhöhen. FĂŒr die ukrainische Zivilbevölkerung bleibt entscheidend, ob fehlende Vorwarnungen die Reaktionszeit bei russischen Angriffen auf Energie- und Wohninfrastruktur weiter verkĂŒrzen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: âSelenskyj beklagt fehlende Warnung vor russischen Angriffenâ (14.10.2026)
Der Beitrag bestĂ€tigt den Zusammenhang zwischen fehlenden Warnungen, den Spannungen zwischen Kiew und Washington und der von Trump verkĂŒndeten Energie-Waffenruhe. Anders als die dpa-Meldung legt er den Schwerpunkt auf die Folgen russischer Angriffe auf Kiews Energieinfrastruktur und die AbhĂ€ngigkeit der Ukraine von westlichen Informationen.
Der Artikel bestĂ€tigt die Bedeutung des Diesel-Deals und stellt die Vereinbarung in den Zusammenhang mit US-Sanktionen und innenpolitischem Druck auf Trump. Im Mittelpunkt steht dort stĂ€rker die mögliche WidersprĂŒchlichkeit der US-Russlandpolitik; offen bleibt, wie sich die Energievereinbarung auf die militĂ€rische UnterstĂŒtzung der Ukraine auswirkt.
Beide BeitrĂ€ge ordnen die aktuelle Eskalation in den wachsenden Konflikt zwischen Washington und Kiew ein. Unterschiede bestehen vor allem beim Schwerpunkt: Energieinfrastruktur und Warnungen stehen der Sanktions- und Innenpolitik gegenĂŒber.
