Selenskyj trifft Witkoff in Oslo und plant neue GesprÀchsrunden
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 14:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWSOsloer GesprÀchsformat mit mehreren Partnern
- Selenskyj kĂŒndigte GesprĂ€che mit StĂžre, Stubb und Witkoff sowie eine anschlieĂende Runde zu viert an.
- Witkoff soll die Ergebnisse des Austauschs spÀter nach Moskau weitertragen.
- Bei russischen Luftangriffen starben am Dienstag mindestens neun Zivilisten.
Selenskyj sucht in Oslo neue GesprÀchsebene
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj ist zu einem Treffen mit dem US-UnterhĂ€ndler Steve Witkoff in Oslo eingetroffen. Geplant sind auĂerdem GesprĂ€che mit Norwegens Regierungschef Jonas Gahr StĂžre und Finnlands PrĂ€sident Alexander Stubb.
Mehrere GesprÀchsrunden geplant
Selenskyj kĂŒndigte auf X zunĂ€chst ein Treffen mit StĂžre und Stubb, danach ein EinzelgesprĂ€ch mit Witkoff und anschlieĂend eine Runde zu viert an. Ziel sei es, die diplomatischen BemĂŒhungen wieder in konstruktivere Bahnen zu lenken, sagte StĂžre.
Witkoff soll die Ergebnisse spÀter nach Moskau tragen. Das Osloer Treffen ist Teil der von US-PrÀsident Donald Trump vorangetriebenen Diplomatie, wÀhrend der Ton zwischen Washington und Kiew schÀrfer geworden ist.
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Trump erwÀgt Treffen mit Putin und Xi
Trump zeigte sich offen fĂŒr ein Dreiertreffen mit Kremlchef Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping. Dabei solle es vor allem um Atomwaffen und nukleare AbrĂŒstung gehen; auch weitere Themen wie die Ukraine könnten angesprochen werden.
Nach Berichten US-amerikanischer Medien könnte das Treffen im November am Rande des Apec-Gipfels im chinesischen Shenzhen stattfinden. Der Kreml erklÀrte sich grundsÀtzlich einverstanden, wÀhrend China die PlÀne zunÀchst nicht bestÀtigte.
Streit zwischen Washington und Kiew
Trump warf Selenskyj erneut vor, bei den FriedensbemĂŒhungen keine echte Hilfe zu sein. Selenskyj kritisierte seinerseits den kremlfreundlichen Kurs des US-PrĂ€sidenten.
Trump sagte, die Ukraine habe den USA trotz umfangreicher UnterstĂŒtzung nichts gegeben. Zugleich stocken wichtige militĂ€rische Hilfsleistungen, wĂ€hrend Kiew EinschrĂ€nkungen bei Warnungen vor russischen Raketen und beim Starlink-Satelliteninternet beklagt.
Mindestens neun Tote bei Angriffen
Bei russischen Luftangriffen starben am Dienstag mindestens neun Zivilisten. Drei Leichen wurden nach einem Brand in einer Produktions- und Lagerhalle im Kreis Obuchiw sĂŒdlich von Kiew gefunden; sechs Menschen wurden verletzt.
Eine weitere russische Drohne traf eine Autobahn am Stadtrand von Kiew und tötete drei Menschen. Tote wurden auĂerdem nach Beschuss der ostukrainischen Stadt Kramatorsk gemeldet; Drohnentreffer gab es auch in mehreren weiteren Regionen.
Brand in russischer Industrieanlage
Nach ukrainischen Gegenangriffen brach in einer Industrieanlage in Mitschurinsk im Gebiet Tambow ein Feuer aus. Nach inoffiziellen Berichten wurde dort eine Pumpstation einer Pipeline getroffen.
Die ukrainischen Gegenangriffe richten sich vor allem gegen Industrie- und MilitĂ€rziele im russischen Hinterland. Russland fĂŒhrt seit 2022 einen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Das Treffen in Oslo fĂ€llt in eine Phase, in der die amerikanische Ukraine-Politik stĂ€rker auf Vermittlung zwischen Moskau und Kiew ausgerichtet ist. FĂŒr Selenskyj geht es deshalb nicht nur um einzelne GesprĂ€chsergebnisse, sondern auch darum, die UnterstĂŒtzung europĂ€ischer Partner sichtbar zu machen und die Ukraine in den diplomatischen Prozess eingebunden zu halten.
Norwegen und Finnland gehören zu den europĂ€ischen Staaten, die sicherheitspolitisch besonders eng auf die Entwicklung im Krieg blicken. Ein GesprĂ€chsformat mit StĂžre, Stubb, Selenskyj und Witkoff verbindet daher die direkte US-ukrainische Kommunikation mit einer europĂ€ischen Perspektive. Dass Witkoff die Ergebnisse anschlieĂend nach Moskau tragen soll, macht Oslo zugleich zu einer möglichen Zwischenstation zwischen den Konfliktparteien.
Diplomatie und militÀrischer Druck
Die geplanten AtomgesprĂ€che zwischen Trump, Putin und Xi stehen daneben fĂŒr einen breiteren sicherheitspolitischen Ansatz. Sie könnten Fragen der nuklearen RĂŒstungskontrolle in den Mittelpunkt rĂŒcken, wĂŒrden die Ukraine aber nach den vorliegenden PlĂ€nen nicht unmittelbar vertreten lassen. FĂŒr Kiew bleibt entscheidend, ob GesprĂ€che ĂŒber den Krieg mit konkreten Sicherheitsgarantien und einer Beteiligung der Ukraine verbunden werden.
Die parallel gemeldeten russischen Luftangriffe mit mindestens neun Toten zeigen die Spannweite der Lage: Diplomatische Kontakte und militĂ€rische Eskalation laufen gleichzeitig. Solange Angriffe und Gegenangriffe andauern, wird der Erfolg des Osloer Formats daran gemessen werden, ob daraus belastbare nĂ€chste Schritte entstehen â nicht allein an der Zahl der GesprĂ€che.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Deutschlandfunk: âSelenskyj trifft US-Sondergesandten Witkoff in Osloâ (20.10.2026)
Der Beitrag bestÀtigt das Treffen Selenskyjs mit Witkoff in Oslo und hebt die BestÀtigung durch die norwegische Regierung hervor. Damit liegt der Schwerpunkt auf dem unmittelbaren diplomatischen Vorgang, wÀhrend die weitergehenden AtomgesprÀchsplÀne und die militÀrische Lage weniger Raum einnehmen.
Euronews: âGipfel zu dritt? Putin will mit Trump und Xi ĂŒber Ukraine-Krieg ...â (19.10.2026)
Der Artikel stellt den möglichen Dreiergipfel zwischen Putin, Trump und Xi sowie den möglichen Ort Shenzhen in den Mittelpunkt. Er ergĂ€nzt damit die dpa-Meldung um die Perspektive eines Formats, bei dem die Ukraine bislang nicht eingebunden wĂ€re. Einigkeit besteht ĂŒber die geplante GesprĂ€chsebene; offen bleibt die konkrete Umsetzung.
Die Berichte stimmen beim Osloer Treffen und den möglichen GesprĂ€chen der drei AtommĂ€chte im Kern ĂŒberein. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung: WĂ€hrend der Deutschlandfunk den aktuellen Termin fokussiert, richtet Euronews den Blick auf die mögliche internationale Gipfeldiplomatie.

