Selenskyj trifft Witkoff und europÀische Spitzenpolitiker in Oslo
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 10:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWSTeilnehmer und Streitpunkte in Oslo
- Norwegens MinisterprÀsident Jonas Gahr StÞre und Finnlands PrÀsident Alexander Stubb nehmen an den GesprÀchen teil.
- Jared Kushner soll digital zugeschaltet werden, wĂ€hrend US-Verteidigungsminister Pete Hegseth eine Darstellung zu Waffenlieferungen zurĂŒckweisen lieĂ.
- Selenskyj schrieb am Dienstag von einem konstruktiven GesprĂ€ch mit US-AuĂenminister Marco Rubio.
Selenskyj sucht in Oslo neuen GesprÀchskanal
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj trifft sich am Dienstag in Oslo mit dem US-Gesandten Steve Witkoff, um die diplomatischen BemĂŒhungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs voranzubringen. Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-PrĂ€sident Donald Trump, soll digital zugeschaltet werden; auĂerdem nehmen Norwegens MinisterprĂ€sident Jonas Gahr StĂžre und Finnlands PrĂ€sident Alexander Stubb teil.
Norwegen setzt auf konstruktivere GesprÀche
StĂžre sagte laut der norwegischen Nachrichtenagentur NTB: âZiel ist es, die diplomatischen BemĂŒhungen wieder in konstruktivere Bahnen zu lenken.â Das Treffen fĂ€llt in eine Phase angespannter Beziehungen zwischen Kiew und Washington.
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Waffenstreit belastet den Austausch
Zuvor hatte Trump der Ukraine vorgeworfen, keine ausreichenden Gegenleistungen fĂŒr die UnterstĂŒtzung der USA zu erbringen. Selenskyj soll nach einem Bericht des Portals Axios beklagt haben, dass Washington Waffenlieferungen zurĂŒckhalte.
Dem Bericht zufolge habe US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die Lieferung von Patriot- und weiteren Luftabwehrraketen nicht genehmigt, obwohl Nato-Staaten diese bereits bezahlt hÀtten. Ein hochrangiger Beamter des Ministeriums widersprach dieser Darstellung.
Selenskyj spricht von konstruktivem GesprÀch
Selenskyj schrieb am Dienstagmorgen im Onlinedienst X, er habe ein âkonstruktives GesprĂ€châ mit US-AuĂenminister Marco Rubio gefĂŒhrt. Er sei dankbar fĂŒr Rubios Bereitschaft zu helfen und dessen klare Haltung.
Das Treffen in Oslo fĂ€llt in eine Phase, in der die diplomatischen Kontakte zwischen Kiew und Washington eng mit der militĂ€rischen UnterstĂŒtzung der Ukraine verknĂŒpft sind. Im Mittelpunkt steht damit nicht nur die Suche nach einem möglichen Verhandlungsweg, sondern auch die Frage, welche konkreten Sicherheitszusagen die Ukraine erhalten kann.
Die GesprĂ€che bringen mehrere Ebenen zusammen: Selenskyj vertritt die ukrainische Position, Witkoff und Kushner stehen fĂŒr den direkten Kanal zur US-Regierung, wĂ€hrend Norwegen und Finnland europĂ€ische Perspektiven einbringen. Die geplante digitale Teilnahme Kushners erweitert das Format ĂŒber ein bilaterales Treffen hinaus.
MilitĂ€rische UnterstĂŒtzung als Belastungsprobe
Besonders sensibel ist die Debatte ĂŒber Patriot-Abfangraketen. Die Systeme gelten als zentral fĂŒr den Schutz ukrainischer StĂ€dte und Infrastruktur vor russischen Raketenangriffen. Der Streit ĂŒber ausstehende Freigaben zeigt, dass europĂ€ische Bereitschaft zur UnterstĂŒtzung allein nicht genĂŒgt, wenn fĂŒr US-gefertigte Waffen zusĂ€tzliche Zustimmungen erforderlich sind.
FĂŒr die weitere Diplomatie ist deshalb entscheidend, ob Oslo konkrete AnnĂ€herungen ermöglicht oder vor allem bestehende Differenzen sichtbar macht. Ein konstruktiver GesprĂ€chsverlauf könnte die Kontakte zwischen den Beteiligten stabilisieren. Offen bleibt, ob daraus ein abgestimmter Friedensvorschlag und belastbare Zusagen zur Luftverteidigung entstehen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Deutschlandfunk: âUkraine-Krieg Selenskyj trifft in Oslo US-UnterhĂ€ndlerâ (20.10.2026)
Der Beitrag bestĂ€tige das Treffen in Oslo und die digitale Zuschaltung Kushners. Als zusĂ€tzlichen Schwerpunkt nenne er einen möglichen Friedensvorschlag, der Russland vorgelegt werden könnte, sowie eine anschlieĂende Reise Witkoffs nach Moskau.
Der Artikel stelle den Streit ĂŒber Patriot-Raketen und die erforderliche Zustimmung von Verteidigungsminister Hegseth in den Mittelpunkt. Er bestĂ€tige damit den Konflikt um die militĂ€rische UnterstĂŒtzung, lege den Schwerpunkt jedoch stĂ€rker auf die Folgen fĂŒr die ukrainische Luftverteidigung und die Spannungen zwischen Trump und Selenskyj.
Beide BeitrÀge ordneten das Oslo-Treffen in die angespannten Beziehungen zwischen Kiew und Washington ein. Der Deutschlandfunk fokussiere stÀrker auf den diplomatischen Prozess, wÀhrend die Frankfurter Rundschau die Waffenfrage und ihre sicherheitspolitischen Folgen hervorhebe.
