Selenskyj und Witkoff sprechen in Oslo ĂŒber Ukraine-Frieden
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 17:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWSNeun Tote nach neuen Angriffen
- Selenskyj fĂŒhrte in Oslo GesprĂ€che mit US-UnterhĂ€ndler Steve Witkoff.
- Norwegens Regierungschef Jonas Gahr StÞre und Finnlands PrÀsident Alexander Stubb waren in das GesprÀchsformat einbezogen.
- Bei russischen Luftangriffen starben am Dienstag mindestens neun Zivilisten.
Selenskyj eröffnet GesprÀche mit Witkoff in Oslo
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat in Oslo GesprĂ€che mit dem US-UnterhĂ€ndler Steve Witkoff ĂŒber eine Friedenslösung fĂŒr die Ukraine begonnen. An dem neuen GesprĂ€chsformat sind auch Norwegens Regierungschef Jonas Gahr StĂžre und Finnlands PrĂ€sident Alexander Stubb beteiligt.
Neuer Ort fĂŒr festgefahrene FriedensbemĂŒhungen
Selenskyj hatte das Treffen zuvor auf der Plattform X angekĂŒndigt. ZunĂ€chst war ein GesprĂ€ch zu dritt mit StĂžre und Stubb geplant, anschlieĂend ein EinzelgesprĂ€ch mit Witkoff und danach eine Runde mit allen vier Beteiligten.
StĂžre erklĂ€rte, Ziel sei es, die diplomatischen BemĂŒhungen wieder in konstruktivere Bahnen zu lenken. Witkoff soll die Ergebnisse spĂ€ter nach Moskau weitertragen.
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Trump setzt auf weitere GesprÀche
Das Treffen gehört zu der von US-PrĂ€sident Donald Trump vorangetriebenen Diplomatie. Trump sagte in Washington, er sei auch offen fĂŒr ein Dreiertreffen mit Kremlchef Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping.
Bei einem solchen Treffen solle es nach Trumps Worten um Atomwaffen und nukleare AbrĂŒstung gehen. Weitere Themen wie die Ukraine könnten ebenfalls angesprochen werden.
Moskau dringt auf Atomverhandlungen
US-Medien zufolge könnte ein Dreiertreffen im November am Rand des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft in Shenzhen stattfinden. Der Kreml erklÀrte sich grundsÀtzlich einverstanden, wÀhrend China die PlÀne bislang nicht bestÀtigte.
Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete die fehlende vertragliche Grundlage nach dem Ausstieg Russlands und der USA aus AbrĂŒstungsabkommen als Ă€uĂerst gefĂ€hrlich. Im Zusammenhang mit der Ukraine verwies er auf den GesprĂ€chsfaden mit Witkoff.
Angriffe verschÀrfen den Druck
Zwischen Washington und Kiew hat sich der Ton zuletzt verschĂ€rft. Trump warf Selenskyj vor, bei den FriedensbemĂŒhungen keine echte Hilfe zu sein, und kritisierte ausbleibende Gegenleistungen fĂŒr die US-UnterstĂŒtzung.
Gleichzeitig stocken wichtige militĂ€rische Hilfsleistungen fĂŒr die Ukraine. Kiew vermutet hinter ausbleibenden Warnungen vor russischen Raketen und einer Drosselung des Starlink-Satelliteninternets eine Absicht der USA; US-AuĂenminister Marco Rubio wies Abweichungen von Vereinbarungen mit Kiew zurĂŒck.
Mindestens neun Tote in der Ukraine
Bei russischen Luftangriffen starben am Dienstag mindestens neun Zivilisten. Drei Leichen wurden nach dem Brand in einer Produktions- und Lagerhalle im Kreis Obuchiw sĂŒdlich von Kiew gefunden, sechs Menschen wurden verletzt.
Eine russische Drohne traf spÀter eine Autobahn am Stadtrand von Kiew und tötete drei Menschen. Weitere Tote wurden nach Beschuss der frontnahen Stadt Kramatorsk gemeldet.
Brand nach ukrainischem Gegenangriff
Nach ukrainischen Gegenangriffen brach in Mitschurinsk im Gebiet Tambow ein Brand an einer Industrieanlage aus. Nach inoffiziellen Berichten wurde dort eine Pumpstation einer Pipeline getroffen.
Das Treffen in Oslo verlagert die GesprĂ€che ĂŒber ein mögliches Ende des russischen Angriffskriegs erstmals in ein Format, an dem neben der Ukraine und den USA auch enge europĂ€ische Partner beteiligt sind. Norwegen und Finnland gehören zu den Staaten, die Kiew politisch und sicherheitspolitisch unterstĂŒtzen. Ihre Einbindung kann der Ukraine zusĂ€tzliches Gewicht geben, ersetzt aber keine VerstĂ€ndigung mit Moskau.
Witkoff kommt mit einem schwierigen Auftrag nach Oslo. Die US-Regierung drĂ€ngt auf Fortschritte in den Verhandlungen und sucht zugleich den direkten Kontakt zum Kreml. Dass der US-UnterhĂ€ndler die Ergebnisse anschlieĂend nach Moskau tragen soll, unterstreicht seine Rolle als Vermittler zwischen den Konfliktparteien.
Diplomatie unter militÀrischem Druck
Die GesprĂ€che finden vor dem Hintergrund anhaltender russischer Luftangriffe und ukrainischer Gegenangriffe statt. Die zivilen Opfer vom Dienstag zeigen, dass die diplomatischen BemĂŒhungen den Krieg bislang nicht bremsen. FĂŒr die ukrainische FĂŒhrung geht es deshalb nicht nur um ein Verhandlungsformat, sondern auch um Sicherheitsgarantien, militĂ€rische UnterstĂŒtzung und die Bedingungen eines möglichen Friedens.
Parallel steht ein mögliches Treffen von Donald Trump, Wladimir Putin und Xi Jinping im Raum. Ein solcher Termin wĂŒrde vor allem Fragen der nuklearen AbrĂŒstung betreffen; die Ukraine wĂ€re nach den vorliegenden PlĂ€nen nicht automatisch beteiligt. FĂŒr Kiew bleibt damit entscheidend, ob die GesprĂ€che ĂŒber die Ukraine mit der ukrainischen Regierung oder ĂŒber sie hinweg gefĂŒhrt werden.
Europas Rolle im neuen Format
Norwegen und Finnland können als Gastgeber und politische UnterstĂŒtzer dazu beitragen, den GesprĂ€chskanal offenzuhalten. Ob daraus konkrete Verhandlungen entstehen, hĂ€ngt jedoch von den Positionen Washingtons, Kiews und Moskaus ab. Der Oslo-Termin ist daher zunĂ€chst ein diplomatischer Versuch, den festgefahrenen Prozess wieder in Gang zu bringen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Deutschlandfunk: âSelenskyj trifft US-Sondergesandten Witkoff in Osloâ (20.10.2026)
Der Beitrag bestÀtigt das Treffen des ukrainischen PrÀsidenten mit dem US-UnterhÀndler in Oslo. Im Mittelpunkt steht dort die norwegische BestÀtigung des Termins.
Euronews: âPatriot-Raketen und fehlende Warnung: Kyjiw klagt ĂŒber Washingtonâ (20.10.2026)
Der Bericht ordnet den Oslo-Termin stÀrker in die Spannungen zwischen Washington und Kiew ein. Er nennt Witkoffs GesprÀche mit Selenskyj und europÀischen Regierungsvertretern als Teil der aktuellen US-Diplomatie.
Beide BeitrĂ€ge bestĂ€tigen den neuen GesprĂ€chsort und die Beteiligung Witkoffs. Der Schwerpunkt unterscheidet sich: WĂ€hrend der Deutschlandfunk den Termin selbst hervorhebt, rĂŒckt Euronews zusĂ€tzlich die Belastungen im VerhĂ€ltnis zwischen den USA und der Ukraine in den Vordergrund.

