Serbien: Angreifer verletzt Polizisten vor Israels Botschaft
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 07:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWSErmittlungen nach dem Angriff in Belgrad
- Ein mutmaßlich minderjähriger Serbe griff kurz nach Mitternacht einen Polizisten vor der israelischen Botschaft mit zwei Messern an.
- Der verletzte Beamte erschoss den Angreifer mit seiner Dienstwaffe aus Notwehr.
- Innenminister Ivica Dacic rief nach dem als Terrorakt bezeichneten Angriff die höchste Terrorwarnstufe aus.
Angriff vor israelischer Botschaft in Belgrad
Ein mutmaßlich minderjähriger Serbe hat einen Polizisten vor der israelischen Botschaft in Belgrad mit zwei Messern angegriffen und verletzt. Der Beamte, der das Botschaftsgebäude bewachte, erschoss den Angreifer nach Angaben von Innenminister Ivica Dacic aus Notwehr.
Höchste Terrorwarnstufe ausgerufen
Der Angreifer soll „Allahu akbar!“ gerufen haben. Dacic bezeichnete den Vorfall im staatlichen Fernsehen RTS als Terrorakt und teilte mit, die höchste Terrorwarnstufe für Serbien ausgerufen zu haben.
Angreifer aus Sabac
Der Angreifer stammte nach Angaben des Ministers aus der westserbischen Stadt Sabac. Den Behörden sei er als Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat bekannt gewesen.
Erinnerung an Anschlag mit Armbrust
Der Vorfall ereignete sich kurz nach Mitternacht. Die Ermittlungen dauern an.
Bereits im Juni 2024 hatte ein zum Islam konvertierter Serbe mit einer Armbrust auf einen serbischen Wachbeamten vor der israelischen Botschaft geschossen. Der Polizist wurde am Hals getroffen, erwiderte den Angriff mit seiner Schusswaffe und verletzte den Attentäter tödlich. Der Wachbeamte musste anschließend im Krankenhaus operiert werden.
Der Angriff fällt in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit für den Schutz israelischer Einrichtungen in Europa. Bereits im Juni 2024 war die israelische Botschaft in Belgrad Ziel eines Anschlags geworden: Ein zum Islam konvertierter Serbe schoss mit einer Armbrust auf einen serbischen Wachbeamten. Der Beamte wurde am Hals getroffen, erwiderte den Angriff und verletzte den Angreifer tödlich.
Der neue Vorfall unterscheidet sich durch den Einsatz von Messern und den Angriff unmittelbar vor dem Botschaftsgebäude. Nach den Angaben des serbischen Innenministers rief der Angreifer eine islamistische Parole und war den Behörden als Anhänger des Islamischen Staates bekannt. Die Einstufung als Terrorakt und die Ausrufung der höchsten Terrorwarnstufe erhöhen den politischen und sicherheitsbehördlichen Handlungsdruck.
Schutz israelischer Einrichtungen
Für die Bevölkerung in Belgrad dürfte sich die erhöhte Warnstufe vor allem durch stärkere Kontrollen, sichtbare Polizeipräsenz und mögliche Einschränkungen im Umfeld besonders gefährdeter Einrichtungen bemerkbar machen. Zugleich wird die Untersuchung klären müssen, wie der Angreifer trotz seiner mutmaßlichen Vorgeschichte bis zur Botschaft gelangen konnte. Der wiederholte Angriff auf denselben Schutzort lenkt den Blick damit nicht nur auf die Tat selbst, sondern auch auf Gefährderbewertung, Objektschutz und die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden.
Politische Bedeutung
Die Ereignisse können zudem Auswirkungen auf die diplomatischen Beziehungen und auf die Sicherheitsplanung israelischer Vertretungen in Serbien haben. Entscheidend wird sein, ob die Behörden neben der akuten Bewachung weitere Maßnahmen anordnen und welche Erkenntnisse die laufenden Ermittlungen zu möglichen Unterstützern oder Motiven ergeben.
