Serbien ruft nach Messerangriff vor Botschaft Terroralarm aus
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 08:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWSErmittlungen nach dem Angriff in Belgrad
- Ein mutmaßlich minderjähriger Serbe griff vor der israelischen Botschaft einen Polizisten mit zwei Messern an.
- Der Beamte wurde verletzt und erschoss den Angreifer nach Angaben des Innenministers in Notwehr.
- Innenminister Ivica Dacic rief für Serbien die höchste Terrorwarnstufe aus.
Angriff vor israelischer Botschaft in Belgrad
Ein mutmaßlich minderjähriger Serbe hat vor der israelischen Botschaft in Belgrad einen Polizisten mit zwei Messern angegriffen und verletzt. Der Beamte erschoss den Angreifer nach Angaben von Innenminister Ivica Dacic in Notwehr.
Höchste Terrorwarnstufe ausgerufen
Der Angreifer habe «Allahu akbar!» gerufen, sagte Dacic im staatlichen Fernsehen RTS. Der Angriff ereignete sich kurz nach Mitternacht.
Dacic bezeichnete die Tat als Terrorakt und erklärte, er habe die höchste Terrorwarnstufe für Serbien ausgerufen. Der Angreifer stamme aus der westserbischen Stadt Sabac und sei den Behörden als Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat bekannt gewesen.
Ermittler prüfen den Ablauf
Die Hintergründe des Angriffs werden weiter untersucht. Im Mittelpunkt stehen dabei der genaue Ablauf, das Motiv und mögliche Verbindungen des Angreifers.
Erinnerung an Anschlag mit Armbrust
Der Vorfall weckt Erinnerungen an einen Angriff im Juni 2024. Damals schoss ein zum Islam konvertierter Serbe mit einer Armbrust auf einen serbischen Wachbeamten vor der israelischen Botschaft.
Der Pfeil traf den Polizisten am Hals; er wurde im Krankenhaus operiert. Der Beamte erwiderte den Angriff mit seiner Schusswaffe und verletzte den Attentäter tödlich.
Der Angriff ereignete sich vor dem Hintergrund eines früheren Anschlags auf denselben besonders sensiblen Ort. Im Juni 2024 hatte ein zum Islam konvertierter Serbe mit einer Armbrust auf einen serbischen Wachbeamten geschossen; der Beamte wurde am Hals getroffen, verletzte den Angreifer aber mit seiner Dienstwaffe tödlich.
Die erneute Attacke erhöht den politischen und sicherheitsbehördlichen Druck auf Serbien. Botschaften gelten als besonders gefährdete Einrichtungen, weil ein Angriff zugleich diplomatische Spannungen, innenpolitische Debatten über Extremismus und Fragen des Objektschutzes auslösen kann. Die Ausrufung der höchsten Terrorwarnstufe signalisiert, dass die Behörden den Vorfall nicht als isolierte Gewalttat behandeln.
Sicherheitslage und weitere Ermittlungen
Für die Bewertung des Geschehens sind nun vor allem die Identität und das genaue Motiv des Angreifers, mögliche Kontakte zu Unterstützern sowie die Frage relevant, ob weitere Einrichtungen gefährdet sein könnten. Auch die Sicherheitsmaßnahmen rund um diplomatische Vertretungen dürften überprüft werden. Für die Bevölkerung bedeutet die Terrorwarnstufe voraussichtlich eine erhöhte Polizeipräsenz und strengere Kontrollen an besonders geschützten Orten.
