Tusk wirft PrÀsident Duda Sabotage vor
09.01.2024 - 16:55:30Polens Regierungschef Donald Tusk hat PrÀsident Andrzej Duda vorgeworfen, die Inhaftierung von zwei rechtskrÀftig verurteilten Abgeordneten der abgelösten nationalkonservativen Regierungspartei PiS zu behindern.
«Herr PrĂ€sident, mein instĂ€ndiger Appell zum Wohle des polnischen Staates: Sie mĂŒssen dieses Spektakel beenden. Es wird uns in eine sehr gefĂ€hrliche Situation fĂŒhren», sagte Tusk in Warschau. Er warnte, Duda und der PiS-Vorsitzende Jaroslaw Kaczynski wĂŒrden dafĂŒr zur Rechenschaft gezogen, dass sie die Verfassung sabotiert und das Gesetz gebrochen hĂ€tten.
Der PrĂ€sident, der aus den Reihen der PiS stammt, hatte am Vormittag den ehemaligen Innenminister Mariusz Kaminski und seinen StaatssekretĂ€r Maciej Wasik in PrĂ€sidentenpalast empfangen, wĂ€hrend die Polizei sie ins GefĂ€ngnis bringen sollte. Beide Politiker waren im Dezember in einem Berufungsverfahren von einem Warschauer Bezirksgericht wegen Amtsmissbrauchs zu zwei Jahren Haft verurteilt worden und sollten ihre Strafe antreten. Duda hatte die beiden nach einem ersten Verfahren 2015 begnadigt. Das Oberste Gericht hatte diese Begnadigung aber fĂŒr nicht rechtmĂ€Ăig erklĂ€rt, da seinerzeit das Berufsverfahren noch lief. Duda hatte mehrfach betont, dass seiner Auffassung nach die Begnadigung weiter gelte.
Am Nachmittag erschienen Kaminski und Wasik im Hof des PrÀsidentenpalastes vor der Presse. Die Polizei habe am Vormittag die Wohnorte durchsucht, aber weder ihn noch Wasik angetroffen, sagte Kaminski. «Wir verstecken uns nicht. Im Moment sind wir bei Polens PrÀsidenten, bis das Böse verliert». Er lieà offen, wie lange er und Wasik sich im PrÀsidentenpalast aufhalten wollen.


