Nato-GeneralsekretĂ€r wirbt fĂŒr neue Beitritte
10.07.2024 - 00:37:45 | dpa.deNato-GeneralsekretĂ€r Jens Stoltenberg hat bei einem Festakt zum 75-jĂ€hrigen Bestehen des VerteidigungsbĂŒndnisses leidenschaftlich fĂŒr eine Aufnahme von beitrittswilligen LĂ€ndern wie der Ukraine geworben. In einer Rede vor Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten sagte der Norweger, die Erweiterung des BĂŒndnisses nach dem Ende des Kalten Krieges habe Europa geeint, den Weg zur Integration geebnet und Frieden und Wohlstand ĂŒber den Kontinent gebracht. Wie damals mĂŒssten auch heute «Klarheit und Entschlossenheit» gezeigt werden, sagte er.
Zu den Diskussionen ĂŒber die Aufnahme von LĂ€ndern wie Polen, Tschechien und Ungarn Ende der 90er Jahre erklĂ€rte Stoltenberg, auch damals hĂ€tten einige befĂŒrchtet, dass eine Erweiterung die Nato schwĂ€chen und Moskau provozieren wĂŒrde.Â
Am Ende sei man aber fĂŒr das Recht jeder Nation eingestanden, selbst ĂŒber ihren Weg zu entscheiden und habe die TĂŒr der Nato geöffnet. «Kaum eine Entscheidung in der modernen Geschichte hat Europa so tiefgreifend verĂ€ndert», ergĂ€nzte er bei dem Festakt im Andrew W. Mellon Auditorium in Washington.
Mögliche Nato-Einladung fĂŒr Ukraine ist Streitthema
Mit den ĂuĂerungen zur Nato-Erweiterung stellte sich Stoltenberg zum Auftakt eines dreitĂ€gigen Gipfeltreffens klar auf die Seite derjenigen BĂŒndnismitglieder, die dem Beitrittswunsch der Ukraine sehr offen gegenĂŒberstehen und dem Land schnelle Fortschritte im Aufnahmeprozess ermöglichen wollen.Â
Positive Entscheidungen in diese Richtung werden allerdings vor allem wegen des Widerstandes von Bundeskanzler Olaf Scholz und US-PrÀsident Joe Biden nicht erwartet.
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Andere Alliierte argumentieren, dass Russland klar und deutlich gezeigt werden sollte, dass es einen Nato-Beitritt der Ukraine nicht wird verhindern können.Â
GeneralsekretÀr: Es gibt keine Option ohne Risiko
Stoltenberg rief noch einmal zu mehr MilitĂ€rhilfe fĂŒr die Ukraine auf. Die UnterstĂŒtzung bringe Kosten und Risiken mit sich. «Denken Sie daran: Die gröĂten Kosten und das gröĂte Risiko bestehen, wenn Russland in der Ukraine gewinnt», warnte Stoltenberg. Dies wĂŒrde nicht nur Russlands PrĂ€sidenten Wladimir Putin stĂ€rken, sondern auch andere autoritĂ€re FĂŒhrer im Iran, in Nordkorea und in China ermutigen.Â
«Die Zeit, fĂŒr Freiheit und Demokratie einzustehen, ist jetzt. Der Ort ist die Ukraine», sagte er. Am besten sei man, wenn man «schwierige Entscheidungen mit politischem Mut und moralischer Klarheit» treffe.
Feier am Ort der Nato-GrĂŒndung
Der Festakt wurde im Andrew W. Mellon Auditorium organisiert und damit an dem Ort, an dem am 4. April 1949 mit dem Washingtoner Vertrag das GrĂŒndungsdokument der Nato unterzeichnet wurde. Stoltenberg sagte dazu: «Unser BĂŒndnis wurde von Menschen gegrĂŒndet, die zwei verheerende Weltkriege erlebt hatten. Sie kannten nur zu gut das Grauen, das Leid und die schrecklichen menschlichen Kosten des Krieges. Sie waren entschlossen, dass dies nie wieder geschehen sollte.»Â
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