FriedensplĂ€ne fĂŒr die Ukraine â ein Ăberblick
30.11.2025 - 05:00:18Um den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine zu beenden, haben bereits unterschiedliche Akteure AnsÀtze zur Friedensfindung vorgelegt. Diese Forderungen stehen im Raum:
VorlÀufiger US-Vorschlag als «russische Wunschliste» kritisiert
FĂŒr viel Aufmerksamkeit sorgte jĂŒngst ein vorlĂ€ufiger 28-Punkte-Plan der USA, der durch Medienberichte bekannt wurde. Da dieser von der Ukraine harte ZugestĂ€ndnisse verlangte, bezeichneten Kritiker ihn als «russische Wunschliste». Die Ukraine sollte demnach ihre SouverĂ€nitĂ€t behalten, aber auf einen Nato-Beitritt verzichten und atomwaffenfrei bleiben.Â
Die USA versprachen Kiew dafĂŒr zuverlĂ€ssige Sicherheitsgarantien. Gebiete wie Luhansk und Donezk sollten als russisch anerkannt werden. Russland werde im Gegenzug «mit dem KĂ€mpfen aufhören und kein weiteres Land mehr erobern», sagte US-PrĂ€sident Donald Trump.
Nach Kritik an dem Vorschlag - auch aus der EU - gab es Nachverhandlungen und Anpassungen. Medienberichten zufolge wurde der Plan um einige Punkte reduziert. Der EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa sagte etwa jĂŒngst dem «Handelsblatt», dass in einem neuen Arbeitspaper alles, was die EU und die Nato betreffe, gestrichen sei.Â
Kiew und Washington signalisierten zuletzt, dass eine weitgehend gemeinsame Position bestehe. Es gebe nur noch kleine Unterschiede, hieà es. Dahinter könnte sich allerdings die zentrale Frage verbergen, wie mit den russisch besetzten Gebieten der Ukraine umgegangen werden soll.
Waffenruhe wÀhrte nicht lang
Bereits im MĂ€rz dieses Jahres hatten die USA eine Feuerpause vermittelt. Sowohl Russland als auch die Ukraine stimmten demnach einem vorĂŒbergehenden Stopp von Angriffen auf die Energieinfrastruktur der jeweils anderen Seite zu. Dieser Ansatz sollte als realistischer erster Schritt der Vertrauensbildung dienen. Doch schlieĂlich warfen sich beide Seiten vor, die Abmachung nicht einzuhalten. Bis heute gibt es tĂ€glich gegenseitige Angriffe auf die Energieinfrastruktur.
Die Koalition der Willigen
Unter FĂŒhrung von GroĂbritannien und Frankreich berieten verschiedene UnterstĂŒtzerstaaten Kiews, darunter auch Deutschland, als «Koalition der Willigen» wiederholt ĂŒber eine mögliche kĂŒnftige Ukraine-Mission zur Absicherung einer Friedenslösung. Dabei ging es um eine mögliche TruppenprĂ€senz etwa im Rahmen eines Ausbildungseinsatzes. Das Vorhaben ist bis heute aktuell und soll fĂŒr die Ukraine eine Sicherheitsgarantie darstellen. Russland lehnt Truppen aus Nato-Staaten zur Absicherung eines Waffenstillstands kategorisch ab - und hat gedroht, sie als militĂ€risches Ziel zu betrachten.
Chinas Positionspapier blieb vage
China veröffentlichte bereits im Februar 2023 ein Positionspapier zum Ukraine-Krieg und forderte Verhandlungen der Kriegsparteien. Da die Auflistung allerdings kein Wegweiser zur Beilegung war, sondern eher allgemeine Positionen nannte, stieĂ Peking damit auf Kritik. Vor allem Kiew sah darin keine Lösung. Beobachter vermuteten eher den Versuch Chinas, in dem Konflikt nicht nur als schweigend wahrgenommen zu werden. Inhaltlich wurde etwa von der Einstellung von Feindseligkeiten und der Einhaltung des internationalen Rechts gesprochen. Zwar betont China seine NeutralitĂ€t, steht aber im Westen in der Kritik, vor allem Russland zu unterstĂŒtzen in seinem Krieg.
Selenskyjs «Friedensformel» - Sicherheit und SouverĂ€nitĂ€tÂ
Bereits im Jahr 2022 skizzierte der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj seinen Friedensplan in zehn Punkten. Darin forderte er etwa den vollstĂ€ndigen Abzug russischer Truppen aus dem ukrainischen Staatsgebiet, die Zahlung von Reparationen und die Verurteilung russischer Kriegsverbrecher. Ukrainische Kriegsgefangenen sollten freikommen.Â
Auch militĂ€rische Sicherheitsgarantien waren Teil der Forderungen. FĂŒr den Plan gab es seinerzeit seitens der EU breite UnterstĂŒtzung und Zuspruch bei mehreren groĂen internationalen Konferenzen. Russland, das zu Selenskyjs Friedenskonferenzen nicht eingeladen war, kritisierte den Ansatz als völlig weltfremd.
Putins Forderungen: Ukraine soll neutral werden
Schon kurz nach Beginn des russischen Angriffskrieges gab es Verhandlungen zwischen Ukrainern und Russen - erst in Belarus, dann in der TĂŒrkei. Kremlchef Wladimir Putin fordert die Anerkennung russischer SouverĂ€nitĂ€t ĂŒber die schon 2014 annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Im September 2022 annektierte er die Regionen Donzek, Luhansk, Cherson und Saporischschja und erklĂ€rte sie per Verfassung zu russischem Staatsgebiet. Er verlangt, dass Kiew auf Donezk und Luhansk verzichtet - und sich aus den noch nicht von Russland kontrollierten Teilen zurĂŒckzieht. Das lehnt die Ukraine bisher ab.
In den ebenfalls nicht vollstĂ€ndig von russischen Truppen kontrollierten Gebieten Cherson und Saporischschja soll Moskau laut Trumps Plan einem Einfrieren an der Frontlinie zustimmen, um die Kampfhandlungen zu beenden. Die Russen wollen zudem die Entmilitarisierung und einen neutralen Status der Ukraine - ohne Nato-Beitritt. FĂŒr Kiew kommen diese Bedingungen jedoch einer Kapitulation gleich. Die Forderungen umfassen unter anderem einen Stopp westlicher Waffenlieferungen und ein Ende der gegen Russland gerichteten Sanktionen.







