Madrid, Venezuela

Ärger mit Madrid: Venezuela bestellt Botschafter ein

13.09.2024 - 09:02:48 | dpa.de

Spaniens Verteidigungsministerin bezeichnet Venezuela als Diktatur - Wasser auf die MĂŒhlen eines ohnehin schwelenden Konfliktes zwischen Caracas und Madrid. Das hat diplomatische Folgen.

  • Die diplomatischen Beziehungen zwischen Venezuela und Spanien verschlechtern sich weiter. (Archivbild) - Foto: Jesus Vargas/dpa
    Die diplomatischen Beziehungen zwischen Venezuela und Spanien verschlechtern sich weiter. (Archivbild) - Foto: Jesus Vargas/dpa
  • Spaniens Regierung reagiert unaufgeregt. (Archivbild) - Foto: Virginia Mayo/AP/dpa
    Spaniens Regierung reagiert unaufgeregt. (Archivbild) - Foto: Virginia Mayo/AP/dpa
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Als Reaktion auf eine kritische Äußerung der spanischen Verteidigungsministerin Margarita Robles hat Venezuela seine Botschafterin in Madrid zu Konsultationen gerufen. Gleichzeitig sei der spanische Botschafter fĂŒr Freitag ins Außenministerium in Caracas einbestellt worden, teilte Venezuelas Außenminister YvĂĄn Gil in einem Telegram-Post mit.

Robles hatte am Donnerstag bei einer Buchvorstellung in Madrid Bezug auf Venezolaner im Exil genommen und dabei gesagt, die MĂ€nner und Frauen hĂ€tten ihr Land verlassen mĂŒssen, «genau wegen der Diktatur, die sie erleben». Gil bezeichnete die Äußerungen der spanischen Ministerin in seinem Post als «unverschĂ€mt, störend und unhöflich».

Spaniens Außenminister schlĂ€gt mildere Töne an

Der spanische Außenminister JosĂ© Manuel Albares spielte in einer ersten Reaktion die Polemik herunter. Die von Caracas beschlossenen Maßnahmen seien «souverĂ€ne Entscheidungen, die jedem Staat zustehen». Man wolle zu Venezuela «die bestmöglichen Beziehungen unterhalten», betonte er im Interview des staatlichen Radiosenders RNE. Ansonsten gebe es «nichts zu kommentieren».

Anders als seine Kabinettskollegin Robles weigerte sich Albares, Venezuela als Diktatur zu bezeichnen. Auf eine entsprechende Frage des Interviewers antwortete er, Außenminister seien keine Experten im Bereich Verfassungsrecht und deshalb «die letzten Personen, die solche Klassifizierungen vornehmen sollten».

Oppositionskandidat GonzĂĄlez nach Spanien ausgereist

Die diplomatischen Beziehungen zwischen dem seit elf Jahren von Staatschef NicolĂĄs Maduro autoritĂ€r regierten Venezuela und vielen westlichen LĂ€ndern haben sich nach der PrĂ€sidentenwahl Ende Juli weiter verschlechtert. Die linientreue Wahlbehörde hatte Maduro zum Sieger erklĂ€rt. Die Opposition des Landes sprach hingegen von Wahlbetrug und reklamierte den Sieg fĂŒr ihren Kandidaten Edmundo GonzĂĄlez.

Dieser war am vergangenen Wochenende nach Spanien ausgereist und hatte dort politisches Asyl beantragt. Zuvor war gegen ihn in Venezuela Haftbefehl unter anderem wegen Sabotage, Verschwörung und Amtsanmaßung erlassen worden.

Die USA und mehrere LÀnder Lateinamerikas erkennen Gonzålez als Wahlsieger an, und auch die EuropÀische Union bezweifelt das offizielle Ergebnis. Am Donnerstag verhÀngte die US-Regierung Sanktionen gegen mehrere Vertraute Maduros, denen sie vorwirft, einen transparenten Wahlprozess behindert zu haben.

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