Ausland, Gewalt

Esken löst mit LĂŒbcke-Äußerungen Kritik aus

29.06.2023 - 14:39:39

SPD-Chefin Saskia Esken hat der hessischen CDU VersÀumnisse im Kampf gegen Rechtsextremismus vorgeworfen.

"Der Mord an Walter LĂŒbcke hĂ€tte verhindert werden können", sagte sie dem "Spiegel". Sie verweist auf Ergebnisse des Untersuchungsausschusses im Wiesbadener Landtag, die von den Parteien allerdings unterschiedlich ausgelegt werden.

Der Kasseler RegierungsprĂ€sident LĂŒbcke war im Juni 2019 von dem Rechtsextremisten Stephan Ernst erschossen worden, 2021 wurde Ernst wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Bekannt sei etwa gewesen, so Esken, "in welchen rechtsradikalen Netzwerken sich der TĂ€ter, ein einschlĂ€gig bekannter Neonazi mit bekannter Gewaltbereitschaft und Gesinnung", seit Jahrzehnten bewegt habe. Die Union habe den Rechtsextremismus 20 Jahre nicht entschlossen genug bekĂ€mpft und den Fokus falsch gelegt, kritisierte Esken. "Der Mord an Walter LĂŒbcke war ein erschĂŒtternder Tiefpunkt rechter Gewalt, die auch in Hessen nicht weiter ignoriert werden darf." Die Union reagierte unterdessen empört auf Eskens Kritik. "Die Wahlkampfmanöver von Saskia Esken sind ebenso durchsichtig wie unanstĂ€ndig", sagt Thorsten Frei (CDU), Parlamentarischer GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Unionsfraktion im Bundestag, dem "Spiegel". "Bereits Anfang des Jahres ging die SPD-Hessen mit einem unverschĂ€mten Tweet zum Mord an Walter LĂŒbcke auf den Markt und zog ihn nach einer Protestwelle schnell wieder zurĂŒck", sagte Frei. "Damit vergreift sich die SPD zum wiederholten Male im Ton und setzt mit Blick auf die hessischen Landtagswahlen auf die immer gleiche perfide Strategie: Die Sozialdemokraten ĂŒberziehen, dann entschuldigen sie sich in der Hoffnung, dass von den VorwĂŒrfen irgendetwas hĂ€ngen bleibt." Er erwarte von Esken eine unverzĂŒgliche Klarstellung. Im Januar hatten die hessischen Sozialdemokraten CDU-Politikern via Twitter indirekt eine Mitverantwortung an LĂŒbckes Tod vorgeworfen - und den Tweet dann gelöscht. Seit 1999 stellt die CDU in Hessen durchgehend den MinisterprĂ€sidenten. Die SPD war in dieser Zeit stets in der Opposition. Am 8. Oktober wird ein neuer Landtag gewĂ€hlt. Neben MinisterprĂ€sident Boris Rhein (CDU) machen sich auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) und der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (GrĂŒne) Hoffnungen auf das Spitzenamt.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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