Starlink fĂŒr Ukraine: EU fordert volle Dienste von SpaceX
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 13:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSatellitenhilfe fĂŒr ukrainische Drohnen
- Die EU-Kommission fordert SpaceX zur sofortigen Wiederherstellung der vollstÀndigen Starlink-Dienste auf.
- EU-Sprecher nennen die Verbindungen wichtig fĂŒr Soldaten, Bevölkerungsschutz und ukrainische Drohnen.
- Das geplante EU-Netz IRIS2 soll aus mehr als 300 Satelliten fĂŒr zivile und militĂ€rische Zwecke bestehen.
EU-Kommission fordert volle Starlink-Dienste
Die EU hat Berichte ĂŒber eine von SpaceX-GrĂŒnder Elon Musk angeordnete Drosselung des Satelliteninternets Starlink fĂŒr die Ukraine als Ă€uĂerst besorgniserregend bezeichnet. Ein Sprecher der EU-Kommission forderte SpaceX in BrĂŒssel auf, die vollstĂ€ndigen Dienste dringend wiederherzustellen.
Verbindungen fĂŒr MilitĂ€r und Bevölkerung
Die Ukraine benötige Starlink, um ihre Soldaten miteinander zu verbinden, BĂŒrger zu schĂŒtzen und Drohnen zur Verteidigung ihres Staatsgebiets zu steuern. Der Sprecher verwies zugleich darauf, dass der Krieg die Bedeutung des Weltraums fĂŒr Europas Sicherheit zeige.
Leo Notdurfter
Trading-Coach
US-Eröffnung lesen wie ein Trader (Live-Webinar)
Trader der trading-house Börsenakademie zeigen Einsteigern live Chartmuster, Einstieg und Absicherung - Deine Fragen inklusive.
Mittwochs 15:15 Uhr | 45 Minuten | 1x anmelden | seit 1998 | kostenlos
Anzeige | trading-house Börsenakademie
EU plant eigenes Satellitennetz
Die EU arbeitet nach Angaben ihres Sprechers am Satellitennetz IRIS2. Die Konstellation soll aus mehr als 300 Satelliten bestehen und sichere Verbindungen fĂŒr zivile und militĂ€rische Zwecke bereitstellen.
Die Ukraine soll vollstÀndig in das Projekt einbezogen werden. Damit verbindet die EU die aktuelle AbhÀngigkeit von Starlink mit dem langfristigen Aufbau einer eigenen europÀischen Infrastruktur.
Berichte ĂŒber GesprĂ€che mit Trump
Zuvor hatten das Wall Street Journal und CBS News berichtet, Musk stehe hinter der Drosselung. Musk habe demnach vor der Entscheidung GesprĂ€che mit Regierungsvertretern gefĂŒhrt, um die Haltung von US-PrĂ€sident Donald Trump zu klĂ€ren.
Nach der Drosselung sollen Musk und Trump laut Wall Street Journal direkt miteinander telefoniert haben. Starlink wird von SpaceX betrieben; Musk ist GrĂŒnder, Chef und beherrschender GroĂaktionĂ€r des Unternehmens.
Selenskyj schildert Folgen fĂŒr Drohnen
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj erklĂ€rte beim EU-Gipfel in BrĂŒssel, mobile Starlink-Terminals stellten bei DrohneneinsĂ€tzen ab einer bestimmten Geschwindigkeit keine Verbindung mehr her. Dadurch könnten ukrainische Abfangdrohnen bestimmte russische Drohnen nicht mehr bekĂ€mpfen und Angriffsdrohnen gegen militĂ€rische Ziele nicht mehr wie gewohnt eingesetzt werden.
Der Vorgang macht sichtbar, wie stark die ukrainische KriegsfĂŒhrung auf kommerzielle Satellitenkommunikation angewiesen ist. Starlink dient nicht nur der Verbindung einzelner Einheiten, sondern unterstĂŒtzt nach Angaben der EU-Kommission auch den Schutz der Bevölkerung und den Einsatz von Drohnen. EinschrĂ€nkungen bei mobilen Terminals können deshalb unmittelbare militĂ€rische Folgen haben.
AbhÀngigkeit von privaten Anbietern
Die politische Brisanz liegt darin, dass eine zentrale KommunikationsfĂ€higkeit nicht vollstĂ€ndig von staatlichen StreitkrĂ€ften kontrolliert wird. Entscheidungen eines Unternehmens und seines EigentĂŒmers können damit Auswirkungen auf die OperationsfĂ€higkeit eines angegriffenen Landes und auf die europĂ€ische Sicherheitslage haben.
Die EU verweist mit IRIS2 auf den Aufbau einer eigenen Infrastruktur. Das geplante Netz soll mehr als 300 Satelliten umfassen und zivile wie militĂ€rische Anwendungen ermöglichen. Bis eine solche Alternative verfĂŒgbar ist, bleibt die Ukraine auf bestehende Systeme und politische Zusagen angewiesen.
EuropÀische Konsequenzen
FĂŒr Europa verschĂ€rft der Fall die Debatte ĂŒber strategische Autonomie im Weltraum. Sichere Satellitenverbindungen gehören inzwischen zur militĂ€rischen Grundausstattung, wĂ€hrend Entwicklung, Betrieb und Zugangsentscheidungen hĂ€ufig bei privaten oder auĂereuropĂ€ischen Anbietern liegen.
FĂŒr die Ukraine geht es kurzfristig um die Wiederherstellung verlĂ€sslicher Verbindungen. Langfristig dĂŒrfte die Frage an Gewicht gewinnen, wer ĂŒber kritische digitale Infrastruktur entscheidet und wie militĂ€rische Nutzer im Krisenfall vor einseitigen EinschrĂ€nkungen geschĂŒtzt werden können.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Frankfurter Rundschau: âStarlink-Drosselung in der Ukraine: Elon Musk handelte offenbar eigenmĂ€chtigâ (21.10.2026)
Der Artikel ordnet die EinschrĂ€nkung als eigenmĂ€chtige Entscheidung Musks ein und beschreibt Folgen fĂŒr ukrainische Angriffs- und Abfangdrohnen. Einen Schwerpunkt setzt er auf den Streit darĂŒber, wie eng Musk und US-PrĂ€sident Donald Trump eingebunden gewesen seien, sowie auf die verspĂ€tete europĂ€ische Alternative IRIS2.
Deutschlandfunk: âSatelliten-Internet - Musk soll Drosselung von Starlink fĂŒr Ukraine angeordnet habenâ (21.10.2026)
Der Deutschlandfunk fasst die ĂŒbereinstimmenden Berichte ĂŒber Musks Rolle und seine GesprĂ€che mit Regierungsvertretern zusammen. Anders als die Frankfurter Rundschau betont der Beitrag stĂ€rker die militĂ€rische Bedeutung von Starlink fĂŒr Kommunikation, AufklĂ€rung und DrohneneinsĂ€tze sowie die Dementis aus Washington.
Beide BeitrĂ€ge bestĂ€tigen die zentrale Bedeutung der Verbindung fĂŒr die ukrainischen StreitkrĂ€fte. Unterschiede bestehen vor allem bei der Gewichtung der politischen Verantwortung; offen bleibt, wie dauerhaft die EinschrĂ€nkungen sind und wann eine europĂ€ische Alternative einsatzbereit wĂ€re.

