Erdogan, RealitÀt

Erdogan spricht von «neuer RealitÀt» in Syrien

07.12.2024 - 16:47:56

Syriens Staatschef Baschar al-Assad gerĂ€t immer weiter unter Druck. OppositionskrĂ€fte sollen bereits Orte im Umland der Hauptstadt umstellt haben. Jetzt meldet sich der tĂŒrkische PrĂ€sident.

Der tĂŒrkische PrĂ€sident Recep Tayyip Erdo?an hat die rasch fortschreitende Rebellen-Offensive im benachbarten Syrien als eine «neue politische und diplomatische RealitĂ€t» bezeichnet. Syrien gehöre mit all seiner DiversitĂ€t den Syrern, sagte Erdo?an am Samstag in Gaziantep. Das syrische Volk werde die Zukunft des Landes bestimmen, sagte der tĂŒrkische PrĂ€sident und rief internationale Akteure auf, die territoriale IntegritĂ€t Syriens zu unterstĂŒtzen. Die TĂŒrkei hoffe, dass es in Syrien bald Frieden geben werde, fĂŒgte er hinzu. 

Der BĂŒrgerkrieg in Syrien ist mit einer Rebellen-Offensive unter der FĂŒhrung der islamistischen Gruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS) wieder aufgeflammt. In kĂŒrzester Zeit nahm die Gruppe viele Gebiete teils kampflos ein. Ziel der AufstĂ€ndischen ist es, die Regierung in Damaskus zu stĂŒrzen. Die TĂŒrkei dementiert, etwas mit der Offensive zu tun zu haben. Beobachter im Land gehen aber davon aus, dass Ankara den Vorstoß zumindest gebilligt hat

Der Konflikt hatte 2011 mit Protesten gegen die Regierung Assads begonnen. SicherheitskrĂ€fte gingen dagegen mit harter Hand vor. Die Gewaltspirale mĂŒndete in einen BĂŒrgerkrieg mit internationaler Beteiligung, in dem Russland, der Iran, die TĂŒrkei und die USA eigene Interessen verfolgen. Nach UN-SchĂ€tzungen kamen bisher mehr als 300.000 Zivilisten ums Leben. Eine politische Lösung ist seit Jahren nicht in Sicht. 

Rund 14 Millionen Menschen wurden vertrieben. Die TĂŒrkei hat als Nachbarland weltweit die meisten syrischen FlĂŒchtling aufgenommen, zurzeit leben dort nach UN-Angaben noch rund drei Millionen Vertriebene aus Syrien.

@ dpa.de