China-Kritiker, Lai

China-Kritiker Lai gewinnt Wahl in Taiwan

13.01.2024 - 14:17:34

Taiwans WĂ€hler haben fĂŒr eine Fortsetzung der Politik der bisherigen Regierungspartei gestimmt. Damit setzt die Fortschrittspartei eine neue Bestmarke. Dem mĂ€chtigen Nachbarn China wird das nicht gefallen.

  • Taiwan wĂ€hlt einen neuen PrĂ€sidenten und ein neues Parlament. - Foto: Johannes Neudecker/dpa

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  • PrĂ€sidentschaftskandidat Hou Yu-ih winkt bei seiner Ankunft in einem Wahllokal. - Foto: Louise Delmotte/AP

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  • PrĂ€sidentschaftskandidat William Lai von der  Demokratischen Fortschrittspartei gibt in Tainan seine Stimme ab. - Foto: Ng Han Guan/AP/dpa

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  • Menschen beten in einem Tempel, der als Wahllokal genutzt wurde. - Foto: Ng Han Guan/AP

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  • PrĂ€sidentschaftskandidat Ko Wen-je ist mit seiner Frau Chen Pei-chi zur Stimmabgabe gekommen. - Foto: Johannes Neudecker/dpa

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  • AnhĂ€nger des PrĂ€sidentschaftskandidaten William Lai jubeln. Nach ersten Erhebungen lokaler Fernsehsender hat der Kandidat der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) die FĂŒhrung ĂŒbernommen. - Foto: ChiangYing-ying/AP

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  • Warten auf das Ergebnis der Wahl: Eine Frau schwenkt die Nationalflagge von Taiwan. - Foto: Ng Han Guan/AP/dpa

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  • Jubel bei den AnhĂ€ngern von William Lai. - Foto: Wiktor Dabkowski/ZUMA Press Wire/dpa

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  • William Lai vor der Stimmabgabe in Tainan. - Foto: Ng Han Guan/AP

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  • William Lai begrĂŒĂŸt seine AnhĂ€nger. - Foto: Louise Delmotte/AP

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  • Die Menschen jubeln  bei einer Kundgebung der Demokratischen Fortschrittspartei. - Foto: Louise Delmotte/AP/dpa

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Taiwan wĂ€hlt einen neuen PrĂ€sidenten und ein neues Parlament. - Foto: Johannes Neudecker/dpaPrĂ€sidentschaftskandidat Hou Yu-ih winkt bei seiner Ankunft in einem Wahllokal. - Foto: Louise Delmotte/APPrĂ€sidentschaftskandidat William Lai von der  Demokratischen Fortschrittspartei gibt in Tainan seine Stimme ab. - Foto: Ng Han Guan/AP/dpaMenschen beten in einem Tempel, der als Wahllokal genutzt wurde. - Foto: Ng Han Guan/APPrĂ€sidentschaftskandidat Ko Wen-je ist mit seiner Frau Chen Pei-chi zur Stimmabgabe gekommen. - Foto: Johannes Neudecker/dpaAnhĂ€nger des PrĂ€sidentschaftskandidaten William Lai jubeln. Nach ersten Erhebungen lokaler Fernsehsender hat der Kandidat der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) die FĂŒhrung ĂŒbernommen. - Foto: ChiangYing-ying/APWarten auf das Ergebnis der Wahl: Eine Frau schwenkt die Nationalflagge von Taiwan. - Foto: Ng Han Guan/AP/dpaJubel bei den AnhĂ€ngern von William Lai. - Foto: Wiktor Dabkowski/ZUMA Press Wire/dpaWilliam Lai vor der Stimmabgabe in Tainan. - Foto: Ng Han Guan/APWilliam Lai begrĂŒĂŸt seine AnhĂ€nger. - Foto: Louise Delmotte/APDie Menschen jubeln  bei einer Kundgebung der Demokratischen Fortschrittspartei. - Foto: Louise Delmotte/AP/dpa

In einem RĂŒckschlag fĂŒr Peking hat William Lai von der bislang regierenden Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) die Wahl in Taiwan gewonnen. «Ich möchte den Menschen in Taiwan dafĂŒr danken, dass sie ein neues Kapitel in unserer Demokratie schreiben», sagte der 64-JĂ€hrige am Samstagabend (Ortszeit) in Taipeh. Die Gegenkandidaten hatten zuvor ihre Niederlage eingerĂ€umt.

Nach AuszĂ€hlung eines ĂŒberwiegenden Teils der Wahlzettel erreichte der bisherige VizeprĂ€sident laut lokalen Medien rund 40 Prozent der Stimmen. Dahinter rangierte sein Herausforderer Huo Yu-ih von der chinafreundlichen und konservativen Kuomintang (KMT) mit etwa 33 Prozent. Ein weiterer AnwĂ€rter von der Taiwanischen Volkspartei (TPP), Ko Wen-je, kam nach Zahlen der Sender auf ungefĂ€hr 26 Prozent.

Das offizielle Endergebnis wird fĂŒr den spĂ€ten Abend erwartet. Parallel entschieden die 19,5 Millionen Wahlberechtigten ĂŒber das neue Parlament, den Legislativ-Yuan, in dem die DPP bislang die absolute Mehrheit hatte.

Die Fortschrittspartei, die klar auf Distanz gegen China geht, setzte mit dem Wahlergebnis eine neue Bestmarke. Sie ist die erste Partei, die drei aufeinanderfolgende Amtszeiten gewinnen konnte - seit Taiwan im Jahr 1996 begann, den PrÀsidenten direkt zu wÀhlen. Das Staatsoberhaupt benennt in dem Inselstaat den MinisterprÀsidenten und ist auch Oberbefehlshaber der StreitkrÀfte.

Spannungen mit China

Eine weitere Regierung unter einer DPP-PrĂ€sidentschaft dĂŒrfte bedeuten, dass sich Taiwan weiter an die USA annĂ€hert, wĂ€hrend die Spannungen mit China anhalten und sich möglicherweise verschlimmern. Das VerhĂ€ltnis Taiwans zu China war im Wahlkampf ein bestimmendes Thema. Lai hatte angekĂŒndigt, die Linie seiner - von Peking scharf kritisierten - VorgĂ€ngerin Tsai Ing-wen, die nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte, weiterzufĂŒhren.

Der bisherige VizeprĂ€sident hatte auch erklĂ€rt, «das Überleben des Landes und das Leben der Menschen» schĂŒtzen zu wollen. Lai will die Landesverteidigung weiter stĂ€rken, mit dem demokratischen Lager enger zusammenarbeiten und Abschreckung nutzen, um den Status quo in der Taiwanstraße - der Meerenge zwischen China und Taiwan - aufrecht zu erhalten. «Frieden beruhe auf StĂ€rke, nicht auf dem Wohlwollen der Invasoren», sagte er.

Peking zĂ€hlt Taiwan zum Territorium Chinas, obwohl die Insel seit Jahrzehnten eine unabhĂ€ngige, demokratische Regierung hat. Die DPP steht allerdings fĂŒr eine UnabhĂ€ngigkeit Taiwans, obwohl Lai diese offiziell nicht erklĂ€ren will. FĂŒr China könnte jener Fall Grundlage sein, um die Lage in der Taiwanstraße eskalieren zu lassen.

Mehrfach hatte Peking bereits gedroht, militĂ€rische Mittel einzusetzen, sollte eine «Wiedervereinigung» Taiwans scheitern. Ein Konflikt in der wichtigen Schifffahrtsroute hĂ€tte enorme Folgen fĂŒr den Welthandel und wĂŒrde die USA als VerbĂŒndete Taiwans in den Konflikt hereinziehen.

@ dpa.de