Donald Trump, USA

Trump befĂŒrchtet baldige Anklage

18.07.2023 - 16:59:49 | dpa.de

Seit Monaten prĂŒft ein Sonderermittler, ob Ex-PrĂ€sident Trump fĂŒr die Geschehnisse am 6. Januar 2021 strafrechtlich belangt werden sollte. Nun deutet Trump an, dass es bald zu einer Anklage kommen könnte.

Der 77-JĂ€hrige will bei der PrĂ€sidentenwahl nĂ€chstes Jahr erneut fĂŒr die Republikaner kandidieren. - Foto: Andrew Harnik/AP
Der 77-JĂ€hrige will bei der PrĂ€sidentenwahl nĂ€chstes Jahr erneut fĂŒr die Republikaner kandidieren. - Foto: Andrew Harnik/AP

Der frĂŒhere US-PrĂ€sident Donald Trump befĂŒrchtet eine baldige Anklage im Zusammenhang mit der gewaltsamen ErstĂŒrmung des US-Parlaments am 6. Januar 2021. Sonderermittler Jack Smith habe ihn in einem Brief am Sonntag darĂŒber informiert, dass er Ziel der Ermittlungen sei und sich binnen vier Tagen bei einem Geschworenengremium - einer sogenannten Grand Jury - melden solle, teilte Trump am Dienstag mit. Dies bedeute fast immer eine Festnahme und Anklage. Der 77-JĂ€hrige will bei der PrĂ€sidentenwahl nĂ€chstes Jahr erneut fĂŒr die Republikaner kandidieren.

Es wĂ€re die zweite Anklage auf Bundesebene fĂŒr den Republikaner und die dritte Anklage wegen einer Straftat. Trump war Mitte Juni vor einem Bundesgericht in der US-Metropole Miami angeklagt worden, weil er Regierungsdokumente mit höchster Geheimhaltungsstufe nach seiner Amtszeit in seinem Anwesen Mar-a-Lago aufbewahrt und nach Aufforderung nicht zurĂŒckgegeben hatte. Trump plĂ€dierte auf «nicht schuldig».

Das Justizministerium hatte den Sonderermittler im November eingesetzt, um die politisch heiklen Ermittlungen gegen den Ex-PrĂ€sidenten auszulagern. Smith kĂŒmmert sich sowohl um die Geheimdokumenten-AffĂ€re als auch um die Rolle des Republikaners bei der Attacke von Trump-AnhĂ€ngern auf das Kapitol. Er prĂŒft seit Monaten, ob es genĂŒgend Beweise fĂŒr strafrechtliche Schritte gibt. Trump hatte die Wahl 2020 gegen den Demokraten Joe Biden klar verloren - akzeptiert die Niederlage aber bis heute nicht und verbreitet die LĂŒge vom Wahlbetrug.

FĂŒnf Menschen starben an jenem Tag

Am 6. Januar 2021 hatten Trump-AnhĂ€nger schließlich den Sitz des US-Kongresses in Washington gestĂŒrmt, wo die Wahlniederlage formal bestĂ€tigt werden sollte. Eine von Trump aufgestachelte Menge drang gewaltsam in den Kongress ein, fĂŒnf Menschen starben. Trump hatte seinen Vize Mike Pence zuvor öffentlich aufgerufen, das Prozedere zur Beglaubigung von Bidens Wahlsieg zu blockieren. Pence hielt sich jedoch an die Verfassung.

Ein Untersuchungsausschuss im Kongress hatte Trump im Dezember in diesem Zusammenhang gleich mehrere Vergehen vorgeworfen und dem Justizministerium empfohlen, gegen Trump vorzugehen. Die Empfehlungen sind jedoch nicht bindend. Der Ausschuss des ReprĂ€sentantenhauses untersuchte - Ă€hnlich wie der Sonderermittler - Trumps Rolle bei den BemĂŒhungen, den Ausgang der PrĂ€sidentenwahl 2020 zu beeinflussen.

Das Gremium warf Trump damals unter anderem vor, die Menge zum Aufruhr angestiftet zu haben. Es empfahl auch Ermittlungen gegen Trump und weitere Beteiligte wegen Behinderung eines öffentlichen Verfahrens, Verschwörung gegen die US-Regierung und Falschbehauptung gegenĂŒber dem Staat.

Gegen Trump laufen noch weitere Ermittlungen

Trump kritisiert die Ermittlungen insgesamt als politisch motiviert. Am Dienstag teilte er auf der von ihm mitgegrĂŒndeten Internetportal «Truth Social» mit, es handle sich einmal mehr um eine Hexenjagd, die darauf abziele, ihn an einem Wiedereinzug ins Weiße Haus zu hindern. Bisher liegt Trump in Umfragen unter ParteianhĂ€ngern vorn - bis zur endgĂŒltigen Entscheidung kann aber noch viel passieren.

Gegen den Ex-PrĂ€sidenten laufen noch weitere Ermittlungen. Alle Augen waren im FrĂŒhjahr auf einen Fall in New York gerichtet. Anfang April war Trump unter weltweitem Aufsehen im Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an einen Pornostar in New York strafrechtlich angeklagt worden. Damit war Trump der erste Ex-PrĂ€sident in der US-Geschichte, der wegen einer Straftat angeklagt wurde. Er plĂ€dierte auf «nicht schuldig». Die Staatsanwaltschaft wirft dem Republikaner unter anderem vor, durch die Zahlung gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung verstoßen zu haben.

In einem anderen Fall wurde Trump auch schon belangt - zumindest indirekt. Sein Immobilienkonzern wurde in New York unter anderem wegen Steuerbetrugs zu einer Geldstrafe verurteilt. Trump war dabei nicht persönlich angeklagt gewesen.

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