Donald Trump, Iran-Verhandlungen

Trump erwartet weitere Gespräche mit dem Iran – Hormus-Angebot abgelehnt

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 17:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

US-Präsident Donald Trump erwartet nach eigenen Angaben weitere indirekte Gespräche mit dem Iran in der kommenden Woche. Einen iranischen Vorschlag zur Wiederöffnung der Straße von Hormus lehnte er zuvor als nicht akzeptabel ab.

Trump erwartet weitere Verhandlungen mit dem Iran.  - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
Trump erwartet weitere Verhandlungen mit dem Iran. - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump erwartet nach eigenen Angaben in der kommenden Woche weitere indirekte Gespräche mit dem Iran, obwohl er einen Vorschlag Teherans zur Wiederöffnung der Straße von Hormus abgelehnt hat.

Trump erwartet neue Verhandlungsrunde

„Sie wollen ein Abkommen schließen, aber es ist nicht das Abkommen, das ich schließen möchte“, wurde Trump vom Nachrichtenportal Axios aus einem Telefongespräch zitiert. Der Iran habe den Bogen überspannt, sagte der US-Präsident demnach mit Blick auf den jüngsten Vorschlag.

Nach Angaben von Axios rechnet Trump mit einer neuen Gesprächsrunde bereits ab Montag. Zwei regionale Quellen hätten diese Pläne gegenüber dem US-Medium bestätigt. Die Verhandlungen sollen erneut indirekt geführt werden.

Erster Kontakt seit Monaten

Vertreter der USA und des Iran waren vor wenigen Tagen am Rande der UN-Generalversammlung in New York erstmals seit längerer Zeit wieder zu Verhandlungen zusammengekommen. Nach Angaben des US-Unterhändlers Steve Witkoff lief die Gesprächsrunde über Vermittler.

Streit um Straße von Hormus

Der Iran hatte einen Vorschlag zur Wiedereröffnung der wichtigen Meerenge vorgelegt. Trump lehnte ihn am Samstag ab und bezeichnete das Angebot als nicht annehmbar.

Nach Darstellung des US-Botschafters bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, war der Vorschlag aus Sicht der US-Regierung an zu viele Vorbedingungen geknüpft. Dazu zählte demnach unter anderem die Aufhebung weitreichender Sanktionen.

Diplomatischer Kanal bleibt offen

Die angekündigten Gespräche würden an eine erste Kontaktaufnahme am Rande der UN-Generalversammlung in New York anknüpfen. Dass Washington und Teheran trotz des Konflikts wieder indirekt miteinander verhandeln, schafft einen diplomatischen Kanal, ersetzt aber kein belastbares Abkommen.

Im Zentrum steht die Straße von Hormus. Die Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine zentrale Route für den internationalen Energiehandel. Eine länger andauernde Einschränkung des Schiffsverkehrs kann Transportkosten, Versicherungsprämien und Energiepreise weltweit erhöhen; für Deutschland sind solche Entwicklungen vor allem über Rohöl- und Gaspreise relevant.

Viele Streitpunkte auf engem Raum

Der iranische Vorschlag verknüpft die Öffnung der Wasserstraße mit politischen und wirtschaftlichen Gegenleistungen. Dazu zählen nach den vorliegenden Berichten unter anderem eine Beendigung der Kämpfe, Erleichterungen bei Sanktionen und Veränderungen an der US-Seeblockade. Washington bewertet diese Bedingungen anders als Teheran und hält sie nach Trumps Darstellung für nicht akzeptabel.

Die nächsten Gespräche müssten daher mehrere Fragen gleichzeitig klären: die Sicherheit der Schifffahrt, die militärische Eskalation in der Region, Sanktionen und das iranische Atomprogramm. Solange keine Vereinbarung mit überprüfbaren Schritten und gegenseitigen Garantien vorliegt, bleibt die angekündigte Gesprächsrunde ein begrenzter diplomatischer Ansatz mit unmittelbarer Bedeutung für Energieversorgung und internationale Märkte.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

DER SPIEGEL: „Donald Trump lehnt Irans Vorschlag zur Straße von Hormus ab“ (26.09.2026)

Der Bericht bestätige Trumps Ablehnung des iranischen Plans und ordne den Streit als wirtschaftlichen Druck auf Teheran ein. Zusätzlich hebe er mögliche Folgen für Energiepreise und die innenpolitische Lage in den USA hervor; die von Trump erwarteten weiteren Gespräche stünden dabei weniger im Mittelpunkt.

Euronews: „Machtwort - Trump lehnt Öffnung der Straße von Hormus ab“ (26.09.2026)

Der Artikel bestätige ebenfalls die Ablehnung und stelle die Bedingungen des iranischen Sieben-Tage-Plans ausführlicher dar. Er richte den Schwerpunkt zudem auf Vermittlungsbemühungen, inneriranische Spannungen und die offene Frage, ob aus den indirekten Kontakten ein umfassenderes Abkommen entstehen könne.

Beide Berichte stimmten darin überein, dass der iranische Vorschlag an Bedingungen geknüpft gewesen sei und Trump ihn zurückgewiesen habe. Unterschiede ergäben sich vor allem beim Schwerpunkt: Während der eine Bericht stärker wirtschaftliche und US-innenpolitische Folgen betone, rücke der andere die regionale Diplomatie und die iranische Entscheidungsfindung in den Vordergrund.

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