Iran, Israel

Anspannung und Trotz im Iran nach Trumps Ultimatum

23.03.2026 - 02:15:52 | dpa.de

Trump gibt Irans Führung 48 Stunden, um die Straße von Hormus zu öffnen. Die Zivilbevölkerung bangt - und ist uneins, ob der Krieg nicht dennoch das kleinere Übel ist. Auch die Märkte reagieren.

  • Wird Trump seine Drohung nach Ablauf des Ultimatums wahrmachen? (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
    Wird Trump seine Drohung nach Ablauf des Ultimatums wahrmachen? (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
  • Monarchistische Gruppen sehen Schah-Sohn Reza Pahlavi als politischen Anführer der Opposition. (Archivbild) - Foto: Felix Hörhager/dpa
    Monarchistische Gruppen sehen Schah-Sohn Reza Pahlavi als politischen Anführer der Opposition. (Archivbild) - Foto: Felix Hörhager/dpa
  • Wird Trump seine Drohung nach Ablauf des Ultimatums wahrmachen? (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
    Wird Trump seine Drohung nach Ablauf des Ultimatums wahrmachen? (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
  • Monarchistische Gruppen sehen Schah-Sohn Reza Pahlavi als politischen Anführer der Opposition. (Archivbild) - Foto: Felix Hörhager/dpa
    Monarchistische Gruppen sehen Schah-Sohn Reza Pahlavi als politischen Anführer der Opposition. (Archivbild) - Foto: Felix Hörhager/dpa
Wird Trump seine Drohung nach Ablauf des Ultimatums wahrmachen? (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa Monarchistische Gruppen sehen Schah-Sohn Reza Pahlavi als politischen Anführer der Opposition. (Archivbild) - Foto: Felix Hörhager/dpa Wird Trump seine Drohung nach Ablauf des Ultimatums wahrmachen? (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa Monarchistische Gruppen sehen Schah-Sohn Reza Pahlavi als politischen Anführer der Opposition. (Archivbild) - Foto: Felix Hörhager/dpa

Angesichts des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an die iranische Führung zur Freigabe der Straße von Hormus ist die Lage in der Islamischen Republik angespannt. Die Machthaber in Teheran geben sich trotzig und drohen ihrerseits mit der vollständigen Schließung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge. Die Börsen in Asien rutschten zum Handelsauftakt am Morgen deutlich ins Minus, auch der Ölpreis setzte seinen Aufwärtstrend fort.

Schah-Sohn Reza Pahlavi appellierte an den US-Präsidenten, seine Drohung zu überdenken und zivile Infrastruktur im Iran bei Angriffen auf das Land zu verschonen. Die Bewohner der Metropole Teherans leiden unter dem Krieg - manche fürchten ein Überleben der islamistischen Führung aber noch mehr. Am Morgen wurden erneut israelische Luftangriffe und heftige Explosionen aus der Millionenstadt gemeldet. Angaben zu Opfern oder Schäden gab es zunächst nicht.

Trump hatte dem Iran in der Nacht zum Sonntag (MEZ) mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig und «ohne Drohungen» öffnen. Andernfalls würden die USA Irans Kraftwerke angreifen und zerstören, «beginnend mit dem größten!», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Asiens Märkte nach Trump-Ultimatum im Minus

Die drohende Eskalation macht die Märkte nervös. Japans Leitindex Nikkei 225 und der südkoreanische Kospi rutschten nach der feiertagsbedingten Handelspause am Freitag zur Eröffnung der Woche zeitweise um rund fünf Prozent ab. In der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong sank der Index Hang Seng um etwa 2,8 Prozent, während in China der CSI-300-Index, der die wichtigsten Aktien auf dem Festland abbildet, zum Start zeitweise 1,4 Prozent nachgab.

Auch auf den Ölpreis haben die Entwicklungen im Iran-Krieg starke Auswirkungen. Der Preis für Rohöl der für Europa maßgeblichen Nordsee-Sorte Brent pendelte weiter deutlich über der 100-Dollar-Marke bei etwa 112 US-Dollar pro Fass (159 Liter) und lag damit mehr als 50 Prozent im Plus gegenüber dem Preisniveau vor Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran.

Schah-Sohn appelliert: Keine Kraftwerke zerstören

Schah-Sohn Pahlavi schrieb am Sonntagabend auf der Plattform X, Trump solle zwar weiterhin gezielt die Strukturen des iranischen Machtapparats angreifen, nicht aber jene zivile Infrastruktur, die dem iranischen Volk gehöre und für den Wiederaufbau eines freien Landes nach dem Krieg unverzichtbar sei. «Das Regime muss demontiert werden, der Iran selbst aber geschützt bleiben», forderte Pahlavi, den monarchistische Gruppen als politischen Anführer der Opposition betrachten. Sowohl er als auch die monarchistische Opposition im Exil waren bislang weitgehend auf einer Linie mit Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu. 

Der Iran drohte seinerseits am Sonntag mit der vollständigen Schließung der Meerenge, falls die USA iranische Kraftwerke angreifen sollten. Die Straße von Hormus werde erst dann wieder geöffnet, wenn die bereits jetzt zerstörten Kraftwerke wieder aufgebaut seien, teilten die iranischen Revolutionsgarden über den Staatssender Irib mit. Davor hatte Teheran schon damit gedroht, Energieinfrastruktur und Entsalzungsanlagen in den mit den USA verbündeten Golfstaaten ins Visier zu nehmen. Angesichts des Wassermangels in der Region gehören Entsalzungsanlagen dort zur kritischen Infrastruktur.

Internet seit drei Wochen abgeschaltet

In der iranischen Hauptstadt Teheran leiden die Menschen zwar unter den Folgen des seit mehr als drei Wochen andauernden Kriegs. Zugleich unterstützen viele aber dessen Fortsetzung – in der Hoffnung, dass er letztlich zum Sturz der herrschenden Islamisten führen könnte.

«Das Land war wegen der westlichen Sanktionen schon arm, nach dem Krieg wird es noch ärmer», sagt der 33?jährige Karim, der neben dem Studium als Taxifahrer arbeitet. Sein ernüchterndes Fazit lautet: lieber länger Krieg, wenn dafür die Hoffnung bleibt, dass sich etwas ändert.

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums hat der Krieg 1.500 Menschen im Land das Leben gekostet. Doch vielen Menschen sind die deutlich höheren Opferzahlen der gewaltsam niedergeschlagenen Proteste im Dezember und Januar weiter präsent. Laut offiziellen Angaben wurden damals über 3.000 Menschen innerhalb von nur 48 Stunden getötet, westliche Quellen sprechen sogar von mehr als 30.000.

«Natürlich trauern wir auch um die Kriegsopfer», sagt die Studentin Athena. «Aber man darf nicht vergessen, dass die Ursache für diesen Krieg und seine Toten die brutale Ermordung der Demonstrierenden war.»

Für Empörung sorgen zudem offensichtliche Privilegien von Systemanhängern gegenüber der übrigen Bevölkerung. Seit drei Wochen ist das Internet im ganzen Land abgeschaltet – wohl um die wahre Stimmung im Volk zu verbergen. «Die Regime-Leute haben aber weiterhin Internet, um Propaganda zu verbreiten und ein Bild zu zeichnen, das nichts mit der Realität im Land zu tun hat», sagt der IT?Experte Armin, der selbst keinen Netzzugang mehr hat. 

Angriffe dauern an

Unterdessen dauerten die gegenseitigen Angriffe in der Nacht zum Montag weiter an. Saudi-Arabien meldete am Sonntagabend mehrere abgeschossene Drohnen über dem Osten des Landes und der nördlichen Grenzregion. In Israel wurde mehrfach Raketenalarm ausgelöst. Berichte über Schäden oder Verletzte gab es zunächst nicht. Auch aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde neuer Beschuss gemeldet.

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