Trump, Nawalnys

Trump meldet sich nach Nawalnys Tod mit bizaarem Vergleich

19.02.2024 - 17:41:23 | dpa.de

Trump ist nicht schĂŒchtern, wenn es darum geht, seine Meinung zu sagen. Doch nach dem Tod des russischen Oppositionellen Nawalny hĂ€lt er sich erst zurĂŒck - und zieht dann Vergleich zu den USA.

  • Ex-US-PrĂ€sident Donald Trump hat sich zum Tod von Alexey Nawalny geĂ€ußert. - Foto: Rebecca Blackwell/AP/dpa
  • Die republikanische Bewerberin fĂŒr die PrĂ€sidentschaftskandidatur, Nikki Haley. - Foto: Chris Carlson/AP
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Der ehemalige US-PrĂ€sident Donald Trump hat auf eigenwillige Art auf den Tod des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny reagiert und eine Parallele zu den USA gezogen. Der Republikaner tat nicht etwa sein Beileid kund oder kritisierte Kremlchef Wladimir Putin - vielmehr stellte er auf der von ihm mitbegrĂŒndeten Plattform Truth Social einen absurden Vergleich an. «Der plötzliche Tod von Alexej Nawalny hat mir mehr und mehr bewusst gemacht, was in unserem Land geschieht», schrieb er. «Es ist ein langsames, stetiges Fortschreiten, mit verlogenen, linksradikalen Politikern, StaatsanwĂ€lten und Richtern, die uns auf einen Pfad der Zerstörung fĂŒhren.»

Bereits am Wochenende hatte Trump einen Meinungsartikel geteilt, in dem der Umgang mit Trump in den USA mit Putins Umgang mit Nawalny verglichen wird. Trump schrieb ĂŒber seinen Post die Überschrift des Artikels: «Biden:Trump::Putin:Navalny». 

Trump war nach dem Tod Nawalnys zunĂ€chst auffĂ€llig schweigsam. Seine Konkurrentin Nikki Haley, die sich wie der 77-JĂ€hrige fĂŒr die PrĂ€sidentschaftskandidatur der Republikaner bewirbt, hatte ihn deswegen heftig kritisiert. Trump mĂŒsse beantworten, ob er glaube, dass Putin fĂŒr Nawalnys Tod verantwortlich sei, forderte die 52-JĂ€hrige im US-Fernsehen. Zuvor hatte sie gesagt: «Entweder ist er auf der Seite Putins und findet es cool, dass Putin einen seiner politischen Gegner getötet hat, oder er hĂ€lt es fĂŒr keine so große Sache. Beides ist besorgniserregend. Beides ist ein Problem.»

Was hÀlt Trump von Wladimir Putin?

Trump hat sich in der Vergangenheit regelmĂ€ĂŸig positiv ĂŒber Putin geĂ€ußert und auch den Eindruck erweckt, den russischen PrĂ€sidenten zu bewundern. Er hatte vor gut einer Woche bei einem Wahlkampfauftritt deutlich gemacht, dass er Nato-BĂŒndnispartnern mit geringen Verteidigungsausgaben im Fall eines russischen Angriffs keine amerikanische UnterstĂŒtzung gewĂ€hren wĂŒrde. Haley nannte die Aussagen «erschĂŒtternd», da sie Putin stĂ€rken wĂŒrden. Haley liegt in parteiinternen Umfragen abgeschlagen hinter Trump. 

Das Wochenende verbrachte Trump damit, auf Truth Social gegen ein Urteil in einem Zivilverfahren in New York, wonach er mehr als 350 Millionen US-Dollar Geldstrafe zahlen muss, zu wettern. Der Richter hatte es als erwiesen angesehen, dass Trump sowie seine Söhne und Mitarbeiter den Wert der Trump Organization jahrelang manipulierten, um an gĂŒnstigere Kredite und VersicherungsvertrĂ€ge zu kommen. 

Der Republikaner sieht sich in den USA mit vier Strafverfahren konfrontiert, unter anderem wegen seiner Versuche, das Wahlergebnis der PrĂ€sidentenwahl 2020 zu kippen. Gleichzeitig laufen Zivilverfahren. Trump spricht dabei immer wieder von einer «politischen Hexenjagd». Er nennt die USA wegen der juristischen Schritte gegen ihn regelmĂ€ĂŸig eine «Bananenrepublik» und verbreitet weiter die LĂŒge, er sei durch Betrug um den Sieg bei der PrĂ€sidentenwahl gebracht worden. 

Anders als Trump Ă€ußerte sich US-PrĂ€sident Joe Biden nach dem Tod Nawalnys sehr deutlich und machte Putin dafĂŒr verantwortlich. Man wisse zwar nicht genau, was passiert sei, aber es gebe keinen Zweifel daran, dass der Tod Nawalnys eine Folge von Putins Handeln und dem seiner Verbrecher sei, sagte Biden am Freitag im Weißen Haus. Putin habe Nawalny vergiftet, ihn verhaften und wegen erfundener Verbrechen anklagen lassen sowie in Isolationshaft gesteckt. Doch all das habe Nawalny nicht davon abgehalten, LĂŒgen anzuprangern, sogar im GefĂ€ngnis. Biden bewirbt sich bei der PrĂ€sidentenwahl im November fĂŒr die Demokraten um eine zweite Amtszeit. 

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