USA, Iran

Widersprüchliche Signale: Kommt ein Abkommen mit dem Iran?

24.03.2026 - 04:45:46 | dpa.de

Trump setzt Angriffe auf iranische Kraftwerke aus – doch Raketen und Drohnen fliegen weiter. Kommen Verhandlungen über ein Ende des Krieges zustande? Trump und Teheran senden widersprüchliche Signale.

  • Vorerst geht der Krieg weiter.  - Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
    Vorerst geht der Krieg weiter. - Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
  • Nach Trumps Darstellung wurde man sich mit dem Iran in rund 15 Punkten einig.  - Foto: Luis M. Alvarez/AP/dpa
    Nach Trumps Darstellung wurde man sich mit dem Iran in rund 15 Punkten einig. - Foto: Luis M. Alvarez/AP/dpa
  • Israels Premier Netanjahu will die Angriffe im Iran und im Libanon vorerst fortsetzen. (Archivbild) - Foto: Ronen Zvulun/Pool Reuters/AP/dpa
    Israels Premier Netanjahu will die Angriffe im Iran und im Libanon vorerst fortsetzen. (Archivbild) - Foto: Ronen Zvulun/Pool Reuters/AP/dpa
  • Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf Verhandlungen mit den USA dementiert. (Archivbild) - Foto: Hamed Malekpour/Khane Melat/dpa
    Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf Verhandlungen mit den USA dementiert. (Archivbild) - Foto: Hamed Malekpour/Khane Melat/dpa
  • Einem Medienbericht zufolge sind weitere Kriegsschiffe und Tausende Soldaten auf dem Weg in die Region. (Archivbild)   - Foto: Petty Officer 1st Class Ryre Arciaga/DVIDS/dpa
    Einem Medienbericht zufolge sind weitere Kriegsschiffe und Tausende Soldaten auf dem Weg in die Region. (Archivbild) - Foto: Petty Officer 1st Class Ryre Arciaga/DVIDS/dpa
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Während US-Präsident Donald Trump trotz gegenteiliger Signale aus dem Iran Hoffnung auf ein mögliches Abkommen zur Beendigung des Krieges verbreitet, gehen die Kämpfe vorerst weiter. Israels Luftabwehr war in der Nacht erneut wegen gleich mehrerer Raketenangriffe des Erzfeindes im Einsatz. Auch Saudi-Arabien und Bahrain meldeten wieder Beschuss durch Drohnen und Raketen. Israel setzt wiederum seine Attacken im Iran und im Libanon fort, wie Regierungschef Benjamin Netanjahu ankündigte. 

Zuvor hatte Trump ultimativ angedrohte Angriffe auf iranische Kraftwerke verschoben und dies als Ergebnis «sehr guter und produktiver Gespräche über eine vollständige und endgültige Beilegung unserer Feindseligkeiten» in den vergangenen Tagen bezeichnet. Ursprünglich hatte er Teheran eine Frist bis zur heutigen Nacht gesetzt, die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Straße von Hormus zu öffnen - andernfalls wollte er Irans Kraftwerke zerstören lassen.

Bericht: Tausende US-Soldaten auf dem Weg

Derweil werden nach «Wall Street Journal»-Informationen am Freitag Tausende US-Marines im Nahen Osten eintreffen – genau an dem Tag, den Trump als neue Frist für den Iran gesetzt hat, die Straße von Hormus wieder zu öffnen. 
Das amphibische Angriffsschiff «USS Tripoli», das Schiff «USS New Orleans», das Truppen und Ausrüstung an Land bringt, und rund 2.200 Marines würden an dem Tag in den Zuständigkeitsbereich des für Nahost zuständigen US-Kommandos übergehen, heißt es unter Berufung auf Beamte. Es werde dann noch einige Tage dauern, bis sie die Straße von Hormus erreichen, hieß es.

Das US-Nachrichtenportal «Axios» hatte kürzlich berichtet, Trumps Regierung habe Pläne erwogen, Irans Öl-Insel Charg zu besetzen oder zu blockieren, um den Iran dazu zu bewegen, die wichtige Meerenge wieder freizugeben. Einige Tage zuvor hatte das US-Militär Dutzende militärische Ziele dort bombardiert.

Nach Trumps Mitteilung, bis Freitag auf Attacken gegen Kraftwerke und Energieinfrastruktur zu verzichten, war der Ölpreis gesunken. Trump hatte zuvor erklärt, man werde voraussichtlich am Montag (Ortszeit) mit der iranischen Seite telefonieren. Aus Teheran gab es dafür allerdings keine Bestätigung. 

Verhandlungen in Islamabad?

Auch hatte Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf dementiert, dass es Verhandlungen mit den USA gegeben habe. «Fake News» würden genutzt, um die Finanz- und Ölmärkte zu manipulieren und dem «Sumpf zu entkommen, in dem die USA und Israel feststecken». Nach Informationen des US-Nachrichtenportals «Axios» hatten jedoch Ägypten, Pakistan und die Türkei am Sonntag zwischen den USA und Iran vermittelt und dabei versucht, für Montag ein Telefonat zwischen Ghalibaf und Trumps Team zu arrangieren. 

Die vermittelnden Länder versuchten, ein Treffen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu ermöglichen, zitierte Axios einen namentlich nicht genannten israelischen Beamten. Daran würden Ghalibaf und andere Beamte als Vertreter Teherans sowie auf US-Seite der Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und vielleicht US-Vizepräsident JD Vance teilnehmen – möglicherweise noch in dieser Woche, hieß es. 

Auch das «Wall Street Journal» berichtete, arabische Beamte hätten getrennte Gespräche mit beiden Seiten geführt. Der Iran habe hohe Anforderungen an die Beendigung der Feindseligkeiten gestellt, hieß es. Israel wusste laut «Axios» über indirekte Kommunikation zwischen den USA und dem Iran Bescheid, sei aber überrascht gewesen, wie schnell sich die Dinge dann entwickelten. 

Netanjahu: Trump sieht Chance für Abkommen 

Israels Ministerpräsident Netanjahu sagte nach den von den USA verkündeten Gesprächen mit dem Iran in einer Videobotschaft: «Präsident (Donald) Trump ist überzeugt, dass es eine Chance gibt, die enormen Erfolge, die wir mit dem US-Militär erzielt haben, zu nutzen, um die Kriegsziele durch ein Abkommen zu verwirklichen – ein Abkommen, das unsere vitalen Interessen schützt.» Nach Trumps Darstellung wurde man sich mit dem Iran in rund 15 Punkten einig.

«Sie werden nie Atomwaffen haben. Sie haben dem zugestimmt», sagte der US-Präsident zu Reportern in Florida. Die USA und Israel begründen ihren Krieg unter anderem mit dem Ziel, den Iran am Bau von Atomwaffen hindern zu wollen. Teheran bestreitet solche Absichten. Die USA wollten das angereicherte Uran, das sich im Iran befinde, übernehmen, führte Trump weiter aus. Der Iran wolle unbedingt einen Deal zur Beendigung des Krieges – und die USA auch. 

Trump zeigte sich zudem zuversichtlich, dass Israel von einem möglichen Deal ebenfalls überzeugt sein werde. Der Verbündete will allerdings den Iran vorerst weiter angreifen. «Wir zerschlagen das Raketenprogramm und das Atomprogramm», sagte Ministerpräsident Netanjahu in der Videobotschaft.

Israel setzt Bodeneinsätze im Libanon fort

Auch werde man weiter gegen die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz im Libanon vorgehen. Israels Armee führt eigenen Angaben zufolge im Süden des nördlichen Nachbarlands «gezielte Bodeneinsätze» durch. Dabei seien am Sonntag mehrere bewaffnete Miliz-Mitglieder gefangen genommen und «zur weiteren Befragung» nach Israel gebracht worden, hieß es am Montagabend. 

Anfang März hatte die Hisbollah in den Krieg an der Seite Teherans eingegriffen und erstmals seit Beginn einer Waffenruhe im November 2024 Israel wieder mit Raketen angegriffen. Israels Armee begann daraufhin nach eigenen Angaben «begrenzte und gezielte Bodeneinsätze». Sie wirft der libanesischen Armee, die die Miliz im Rahmen eines Abkommens entwaffnen und ihre militärische Präsenz im Südlibanon verhindern soll, Versagen vor. Deutschland und andere Länder warnen vor einer größeren Bodenoffensive, die auch viele Libanesen fürchten.

Wie das «Wall Street Journal» derweil weiter berichtete, sind die Verbündeten der USA am Persischen Golf angesichts der Angriffe des Irans auf ihre Länder langsam dazu geneigt, sich am Kampf gegen Teheran zu beteiligen. So habe Saudi-Arabien jüngst entschieden, den US-Streitkräften die Nutzung seines Luftwaffenstützpunkts King Fahd im Westen der Arabischen Halbinsel zu gestatten, berichtete die Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise.

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