Iran, USA

Trump wartet: Wie reagiert der Iran auf den US-Vorschlag?

09.05.2026 - 05:33:18 | dpa.de

Die militĂ€rischen Konfrontationen zwischen den USA und dem Iran sind erst einmal wieder gestoppt. PrĂ€sident Trump wartet auf eine Antwort aus dem Iran auf die US-VorschlĂ€ge fĂŒr ein Ende des Kriegs.

  • Trump wartet auf eine Antwort aus dem Iran.  - Foto: Jose Luis Magana/AP/dpa
    Trump wartet auf eine Antwort aus dem Iran. - Foto: Jose Luis Magana/AP/dpa
  • Die blockierte Straße von Hormus ist eines der Hauptthemen, ĂŒber das verhandelt werden soll. (Archivbild) - Foto: Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpa
    Die blockierte Straße von Hormus ist eines der Hauptthemen, ĂŒber das verhandelt werden soll. (Archivbild) - Foto: Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpa
  • In Pakistan könnte laut einem Bericht bereits kommende Woche wieder verhandelt werden. (Archivbild) - Foto: Anjum Naveed/AP/dpa
    In Pakistan könnte laut einem Bericht bereits kommende Woche wieder verhandelt werden. (Archivbild) - Foto: Anjum Naveed/AP/dpa
Trump wartet auf eine Antwort aus dem Iran.  - Foto: Jose Luis Magana/AP/dpa Die blockierte Straße von Hormus ist eines der Hauptthemen, ĂŒber das verhandelt werden soll. (Archivbild) - Foto: Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpa In Pakistan könnte laut einem Bericht bereits kommende Woche wieder verhandelt werden. (Archivbild) - Foto: Anjum Naveed/AP/dpa

Nach den jĂŒngsten militĂ€rischen Konfrontationen scheinen die USA und der Iran erneut auf die diplomatische Karte zu setzen. Die Regierung in Washington wartet auf Teherans Antwort auf einen US-Vorschlag fĂŒr ein Ende des Iran-Kriegs. GesprĂ€che der Konfliktparteien unter der Vermittlung Pakistans könnten laut «Wall Street Journal» bereits in der kommenden Woche erneut in Islamabad stattfinden. Zuletzt waren PlĂ€ne fĂŒr weiteren GesprĂ€chsrunden in der pakistanischen Hauptstadt mehrmals gescheitert.

US-PrĂ€sident Donald Trump sagte am Freitagabend (Ortszeit) in Washington, seine Regierung erwarte noch am selben Abend eine RĂŒckmeldung des Irans. Auf die Frage, ob die Iraner die Verhandlungen hinauszögerten, antwortete Trump: «Das werden wir bald herausfinden.» Zuvor hatte bereits US-Außenminister Marco Rubio gesagt, er erwarte die iranische Antwort und hoffe, dass es sich um ein ernsthaftes Angebot handeln werde. Irans Regierung hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, man prĂŒfe einen Vorschlag aus den USA. 

Am Donnerstag hatten sich der Iran und die USA trotz einer Waffenruhe erneut gegenseitig angegriffen: Der Iran attackierte US-MilitĂ€rschiffe in der Straße von Hormus mit Raketen und Schnellbooten, die USA griffen Ziele auf dem iranischen Festland an. Trump forderte Teheran unter Drohungen auf, «schnell» eine Friedensvereinbarung zu unterzeichnen. Die Feuerpause gelte aber trotz der Angriffe weiter. Das iranische MilitĂ€r erklĂ€rte die Gefechte am Freitagabend fĂŒr beendet. «Nach einer gewissen Zeit gegenseitigen Beschusses sind die KĂ€mpfe derzeit eingestellt und die Lage ruhig», zitierte die iranische Nachrichtenagentur Tasnim eine namentlich nicht genannte militĂ€rische Quelle. 

ErklĂ€rung soll Rahmen fĂŒr 30-tĂ€gige Verhandlungen schaffen

Aktuell wartet das Weiße Haus auf eine Reaktion des Irans auf den Vorschlag einer 14 Punkte umfassenden AbsichtserklĂ€rung. Deren Ziel ist es unter anderem, einen Rahmen fĂŒr zunĂ€chst 30 Tage dauernde Verhandlungen zu schaffen, um den Krieg zu beenden. Diskutiert werden Medienberichten zufolge auch eine Lockerung von US-Sanktionen sowie Vereinbarungen zur Zukunft der Straße von Hormus. Zudem soll eine Grundlage fĂŒr Verhandlungen ĂŒber Irans umstrittenes Atomprogramm geschaffen werden.

Laut «Wall Street Journal» soll sich der Iran erstmals offen gezeigt haben, ĂŒber sein Atomprogramm zu sprechen. Die Zeitung berichtete weiter unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, die ErklĂ€rung sehe weiter vor, dass der Iran seine Kontrolle ĂŒber die strategisch wichtige Straße von Hormus lockere. Im Gegenzug wĂŒrden die USA ihre Blockade iranischer HĂ€fen wĂ€hrend der 30-tĂ€gigen GesprĂ€che zurĂŒckfahren. Sollten diese Verhandlungen Fortschritte machen, könnte der einmonatige Zeitraum im gegenseitigen Einvernehmen verlĂ€ngert werden.

Katar ermahnt Kriegsparteien: Verhandlungen als Chance fĂŒr Frieden

Derweil rief Katar alle Kriegsparteien auf, sich auf VermittlungsbemĂŒhungen einzulassen. Das habe MinisterprĂ€sident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani bei einem Treffen mit US-VizeprĂ€sident JD Vance in Washington betont, wie das katarische Außenministerium auf der Plattform X mitteilte. Die Verhandlungen könnten zu einem umfassenden Abkommen fĂŒr dauerhaften Frieden in der Region fĂŒhren, hieß es weiter. 

Pakistan vermittelt im Iran-Krieg offiziell, Katar agiert eher im Hintergrund. Vertreter Katars seien ein wichtiger inoffizieller Kanal zwischen den USA und dem Iran, berichtete das US-Nachrichtenportal Axios. Die Kataris nutzen demnach auch ihre Kontakte zu ranghohen GenerÀlen der Islamischen Revolutionsgarden, der Elitestreitmacht des Irans. 

Neue US-Angriffe auf Schiffe 

Noch am Freitag hatte das fĂŒr den Nahen Osten zustĂ€ndige Regionalkommando (Centcom) der US-StreitkrĂ€fte auf der Plattform X mitgeteilt, das MilitĂ€r habe erneut unter iranischer Flagge fahrende, unbeladene Öltanker angegriffen und außer Gefecht gesetzt. Zwei solche Schiffe hĂ€tten versucht, einen iranischen Hafen am Golf von Oman anzulaufen. Von einem US-Kampfflugzeug seien SchĂŒsse abgefeuert worden, um zu verhindern, dass die Schiffe die US-Seeblockade brechen wĂŒrden, hieß es. 

Aktuell hindere das US-MilitĂ€r mehr als 70 Tanker daran, iranische HĂ€fen anzulaufen oder zu verlassen, hieß es darĂŒber hinaus. Diese Handelsschiffe hĂ€tten die KapazitĂ€t iranisches Öl im Wert von schĂ€tzungsweise mehr als 13 Milliarden US-Dollar (mehr als 11 Milliarden Euro) zu transportieren. Zudem seien mehr als 50 Schiffe umgeleitet worden, um die Blockade aufrechtzuerhalten. 

Seit gut einem Monat gilt eine Waffenruhe im Iran-Krieg. Die militÀrischen Spannungen sind jedoch nach wie vor hoch.

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