Ukraine Drohnenangriffe: Bus und Personenzug getroffen – mehrere Tote und Verletzte
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 11:58 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRussische Drohnenangriffe auf zivile Verkehrsmittel haben im Süden der Ukraine mindestens fünf Menschen getötet und mehrere weitere verletzt.
Bus in der Region Nikopol von Drohne getroffen
In der Region Nikopol im Gebiet Dnipropetrowsk ist nach Angaben von Gouverneur Olexander Hanscha eine russische Drohne in einen Linienbus eingeschlagen. Dabei kamen mindestens fünf Menschen ums Leben, mindestens sieben Passagiere wurden verletzt. Die Verletzten würden demnach in Krankenhäusern behandelt und erhielten alle notwendige medizinische Hilfe. Hanscha warf Russland Terror vor und veröffentlichte ein Foto des stark beschädigten Busses mit Blutspuren.
Angriffe auch auf Kiew und weitere Städte
Auch aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew wurden erneut russische Angriffe gemeldet. Dort standen nach Behördenangaben Lagerhallen in Flammen, mindestens eine Person wurde verletzt. Die Schäden betreffen damit sowohl den öffentlichen Personenverkehr als auch wirtschaftliche Infrastruktur.
Personenzug Kiew–Mykolajiw und Lokomotive getroffen
Im Gebiet Mykolajiw meldete die ukrainische Eisenbahngesellschaft den Einschlag einer Drohne in den Personenzug Nr. 122 auf der Strecke Kiew–Mykolajiw. Rund 170 Fahrgäste waren an Bord, konnten sich nach Unternehmensangaben jedoch rechtzeitig in Sicherheit bringen, sodass niemand verletzt wurde. Der Zug geriet in Brand. Zudem wurde in Kowel im nordwestlichen Gebiet Wolyn eine Lokomotive getroffen.
Systematische Angriffe auf das Bahnnetz
Russland hatte seine Angriffe auf Züge und Eisenbahnanlagen zuletzt verstärkt. Die Ukraine beklagt, dass inzwischen Hunderte Lokomotiven beschädigt oder zerstört seien und ersetzt werden müssten. Die fortgesetzten Attacken treffen damit gezielt die Transport- und Versorgungsstrukturen des Landes.
Selenskyj fordert härtere Sanktionen gegen Russland
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Angriffe bei Telegram als „Akt der Barbarei“. Russland müsse mit härteren Sanktionen der USA und der EU dazu gebracht werden, den Krieg zu beenden. Zugeständnisse an Russland in Form gelockerter Sanktionen lehnte Selenskyj ab und betonte, die Strafmaßnahmen müssten angesichts der täglichen brutalen Morde streng bleiben. Nach seinen Worten sei es nicht der richtige Zeitpunkt, den Druck auf den Aggressor zu verringern.
Ukraine seit Jahren im Abwehrkampf
Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit Unterstützung westlicher Militärhilfe gegen den russischen Angriffskrieg. Die aktuellen Drohnenangriffe auf Busse und Züge zeigen, dass zivile Ziele weiterhin stark im Fokus der russischen Militärstrategie stehen.
Gezielte Angriffe auf die zivile Infrastruktur
Die beschriebenen Drohnenangriffe fügen sich in ein Muster, in dem Russland seit Monaten gezielt zivile Infrastruktur und Verkehrsmittel in der Ukraine ins Visier nimmt. Besonders der Süden und Osten des Landes sind immer wieder Schauplatz solcher Attacken, die neben militärischen Zielen zunehmend Busse, Bahnanlagen und Energieversorgung treffen. Der Angriff auf einen Linienbus in der Region Nikopol verdeutlicht, wie stark der Alltag der Bevölkerung durch die ständige Bedrohung aus der Luft geprägt ist.
Bahnnetz als strategisches Ziel im Krieg
Die Treffer auf einen Personenzug und eine Lokomotive unterstreichen die strategische Bedeutung des ukrainischen Bahnnetzes. Die Eisenbahn ist zentral für Truppenbewegungen, Nachschub und Evakuierungen, zugleich aber auch für den zivilen Reiseverkehr. Wenn die Ukraine berichtet, dass Hunderte Lokomotiven beschädigt oder zerstört wurden, verweist dies auf einen systematischen Versuch Russlands, die Logistik des Landes dauerhaft zu schwächen. Dass die Passagiere des betroffenen Zuges rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnten, zeigt, wie sehr sich Betreiber und Behörden mittlerweile auf solche Angriffe einstellen müssen.
Politischer Druck und Sanktionsdebatte
Die scharfen Worte von Präsident Wolodymyr Selenskyj zielen auf eine erneute Mobilisierung westlicher Unterstützung. Wenn er von einem „Akt der Barbarei“ spricht und härtere Sanktionen der USA und der EU fordert, geht es sowohl um zusätzliche Strafmaßnahmen als auch darum, bestehende Sanktionen nicht zu lockern. Für Leserinnen und Leser in Europa ist dieser Aspekt besonders relevant: Die Debatte über Energie-, Handels- und Finanzsanktionen gegen Russland berührt unmittelbar wirtschaftliche Interessen in der EU. Zugleich macht der Angriff deutlich, dass der mehr als viereinhalb Jahre andauernde Krieg weiterhin mit hoher Intensität geführt wird und Entscheidungen über weitere Unterstützung der Ukraine nicht nur abstrakte Außenpolitik, sondern konkrete Folgen für das Leben der Menschen im Kriegsgebiet haben.
