Marco Rubio, hybride Angriffe

Ukraine-Krieg: Rubio warnt vor Ausweitung durch Sabotage und hybride Angriffe

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 18:54 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

US-Außenminister Marco Rubio warnt vor einer möglichen Ausweitung des russischen Kriegs gegen die Ukraine auf weitere LĂ€nder. Als Risiken nennt er unter anderem hybride Angriffe und Sabotage – auch vor dem Hintergrund des Drohnenfunds am Flughafen Leipzig/Halle.

Den USA bereitet eine mögliche Ausweitung des Ukraine-Kriegs auf andere Regionen Sorgen - sagt Außenminister Rubio.  - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa
Den USA bereitet eine mögliche Ausweitung des Ukraine-Kriegs auf andere Regionen Sorgen - sagt Außenminister Rubio. - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa

US-Außenminister Marco Rubio sieht in möglichen hybriden Angriffen und Sabotageakten ein Risiko fĂŒr eine Ausweitung des russischen Kriegs gegen die Ukraine auf weitere LĂ€nder.

Rubio spricht von wachsender Sorge

Bei der UN-Generaldebatte in New York sagte Rubio, solche VorfÀlle gÀben Anlass zur Sorge. Die USA sprÀchen das Thema in zahlreichen Treffen mit verschiedenen LÀndern an.

Zu den möglichen Auslösern einer weiteren Ausweitung zĂ€hlte der US-Außenminister hybride Angriffe und Sabotageattacken. Kurz zuvor hatte Rubio in New York den russischen Außenminister Sergej Lawrow getroffen.

Frage nach Leipzig/Halle

Eine Reporterin sprach Rubio ausdrĂŒcklich auf den mutmaßlich russischen Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig/Halle an. In seiner allgemein gehaltenen Antwort ging er jedoch nicht auf den konkreten Fall ein.

Anfang August war dort eine mit Sprengstoff prĂ€parierte Drohne neben ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Bundesregierung macht Russland dafĂŒr verantwortlich.

Trump beschuldigt Russland

US-PrĂ€sident Donald Trump hatte Russland in der vergangenen Woche vorgeworfen, seit etwa fĂŒnf Jahren VerbĂŒndete der Ukraine anzugreifen. Er Ă€ußerte sich im Weißen Haus auf eine Frage zu entsprechenden Sorgen in Polen.

Der polnische MinisterprĂ€sident Donald Tusk hatte zuvor mitgeteilt, er rechne bald mit stĂ€rkeren russischen Angriffen auf die Ukraine und deren UnterstĂŒtzer. Nach EinschĂ€tzung von Geheimdiensten könnten scheinbar versehentliche Drohnen- und Raketenangriffe auf unterstĂŒtzende LĂ€nder wie Polen erfolgen.

Was hybride KriegsfĂŒhrung bedeutet

Als hybride KriegsfĂŒhrung gilt die Verbindung militĂ€rischer, wirtschaftlicher, geheimdienstlicher und propagandistischer Mittel. Dazu gehören auch Cyberattacken und Desinformationskampagnen, die etwa vor Wahlen Einfluss auf die öffentliche Meinung nehmen sollen.

Hybride Angriffe als sicherheitspolitische Grauzone

Rubios Warnung fÀllt in eine Phase, in der europÀische Staaten Sabotage, DrohnenvorfÀlle, Cyberattacken und Desinformation stÀrker als zusammenhÀngendes Sicherheitsrisiko betrachten. Hybride Methoden liegen unterhalb der Schwelle eines offenen militÀrischen Angriffs und erschweren dadurch die politische und rechtliche Zuordnung.

Der Fall am Flughafen Leipzig/Halle ist deshalb besonders relevant: Der Standort dient als Umschlagplatz fĂŒr militĂ€rische Hilfslieferungen an die Ukraine. Eine mit Sprengstoff prĂ€parierte Drohne neben ukrainischen Frachtflugzeugen verbindet die Debatte ĂŒber UnterstĂŒtzung fĂŒr Kiew mit dem Schutz kritischer Infrastruktur in Deutschland.

Bedeutung fĂŒr Deutschland und Polen

Neue Erkenntnisse zu einem Drohnenfund nahe dem Bundeswehr-Fliegerhorst Wunstorf verstĂ€rken die Aufmerksamkeit fĂŒr militĂ€rische Einrichtungen und Logistikstandorte. Dort ist die A400M-Transportflotte stationiert, die fĂŒr die Versorgung der Bundeswehr und die Zusammenarbeit mit der NATO von Bedeutung ist. Ermittler prĂŒfen dabei mögliche technische Parallelen zum Leipziger Fall.

FĂŒr Polen ist die Lage wegen der unmittelbaren Nachbarschaft zur Ukraine besonders sensibel. Vorsorgliche EinsĂ€tze von Kampfjets, Luftabwehr und RadaraufklĂ€rung zeigen, dass selbst Angriffe auf ukrainischem Gebiet Auswirkungen auf den Schutz des polnischen Luftraums haben können. FĂŒr Reisende, Unternehmen und Kommunen bedeutet die Entwicklung vor allem höhere Sicherheitsvorkehrungen und mögliche kurzfristige EinschrĂ€nkungen an FlughĂ€fen und Verkehrsknotenpunkten. Eine konkrete Ausweitung des Krieges auf NATO-Staaten folgt daraus nicht automatisch; die politische Kernfrage bleibt, wie auf hybride VorfĂ€lle reagiert werden kann, ohne unbeabsichtigt militĂ€risch zu eskalieren.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Sprengstoff nahe Bundeswehr-Flugplatz Wunstorf gefunden“ (22.09.2026)

Der Bericht bestÀtige den Zusammenhang mit dem Leipziger Drohnenfund als wichtigen Hintergrund der aktuellen Debatte und schildere, bei Wunstorf seien möglicherweise Sprengstoffspuren entdeckt worden. Anders als die dpa-Meldung konzentriere er sich auf die laufenden Ermittlungen zu einem weiteren Drohnenfund und die Frage, ob das GerÀt bereits seit lÀngerer Zeit dort gelegen habe.

DER SPIEGEL: „Wunstorf: Gefundene Drohne weist Parallelen zur Drohne von Leipziger Flughafen auf“ (22.09.2026)

Der Artikel berichte ĂŒber technische Parallelen zwischen der Wunstorfer Drohne und dem Leipziger Fall, darunter eine mögliche Steuerung ĂŒber Mobilfunk. Er setze damit einen Ermittlungs- und Infrastruktur-Schwerpunkt, wĂ€hrend die dpa-Meldung Rubios politische Warnung vor einer Ausweitung des Krieges in den Mittelpunkt stelle; offen bleibe die endgĂŒltige Zuordnung der Funde.

Beide Berichte bestĂ€tigten die Bedeutung des Leipziger Vorfalls fĂŒr die Bewertung möglicher hybrider Bedrohungen, legten den Schwerpunkt aber auf den zusĂ€tzlichen Fund in Wunstorf. Die konkrete Verantwortlichkeit und die Verbindung zwischen den einzelnen VorgĂ€ngen blieben Gegenstand laufender Ermittlungen.

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