Steve Witkoff, Wladimir Putin

Ukraine-Krieg: Witkoff bespricht in St. Petersburg VorschlÀge mit Putin

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 14:44 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
US-UnterhĂ€ndler Steve Witkoff hat Kremlchef Wladimir Putin in St. Petersburg VorschlĂ€ge fĂŒr eine Friedenslösung ĂŒbergeben. Nach dem rund dreistĂŒndigen GesprĂ€ch soll Witkoff nach Oslo zurĂŒckkehren; konkrete Ergebnisse wurden zunĂ€chst nicht bekannt.

Putins nÀchste Reaktion steht aus

  • Steve Witkoff ĂŒbergab Wladimir Putin in St. Petersburg neue VorschlĂ€ge fĂŒr eine Friedenslösung.
  • Das Treffen im Konstantinpalast dauerte nach Kremlangaben etwa drei Stunden.
  • Witkoff soll anschließend nach Oslo zurĂŒckkehren und ĂŒber Putins Reaktion berichten.
Kremlchef Wladimir Putin (r) und der US-UnterhĂ€ndler Steve Witkoff haben mehr als drei Stunden lang ĂŒber VorschlĂ€ge fĂŒr eine Friedenslösung im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gesprochen. - Bild: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Witkoff ĂŒbergibt Putin VorschlĂ€ge in St. Petersburg

Das GesprĂ€ch von US-UnterhĂ€ndler Steve Witkoff mit Kremlchef Wladimir Putin ĂŒber den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ist nach Angaben des Kremls beendet. Das Treffen im Konstantinpalast in St. Petersburg dauerte demnach etwa drei Stunden, konkrete Ergebnisse wurden zunĂ€chst nicht bekannt.

Neue Ideen fĂŒr einen Friedensprozess

Witkoff brachte Dokumente mit neuen VorschlĂ€gen mit, die er am Vortag in Oslo mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj und europĂ€ischen Vertretern besprochen hatte. Er Ă€ußerte die Hoffnung, DreiergesprĂ€che zwischen Russland und der Ukraine unter Vermittlung der USA wiederaufzunehmen.

Witkoff sprach von einem möglichen Momentum fĂŒr ein Ende des Krieges und hoffte auf konkrete Schritte fĂŒr einen Friedensprozess. Putin dankte zum Auftakt erneut US-PrĂ€sident Donald Trump fĂŒr dessen BemĂŒhungen um ein Ende des Krieges.

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RĂŒckkehr nach Oslo geplant

Nach dem Treffen wird Witkoff erneut in Oslo erwartet, um ĂŒber Putins Reaktion zu berichten. Die Inhalte der VorschlĂ€ge sind bislang nicht bekannt; Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, Putin werde sie prĂŒfen.

An den GesprĂ€chen nahmen außerdem Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow und sein Beauftragter fĂŒr internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit, Kirill Dmitrijew, teil. Auch bei frĂŒheren Treffen zwischen Witkoff und Putin waren zunĂ€chst nur wenige konkrete Ergebnisse bekannt geworden.

Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren

Die Ukraine kĂ€mpft mit westlicher UnterstĂŒtzung seit mehr als viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Ob aus dem Austausch in St. Petersburg neue GesprĂ€che zwischen Russland, der Ukraine und den USA entstehen, soll sich nach Putins Reaktion zeigen.

Das Treffen fĂ€llt in eine neue Phase amerikanischer VermittlungsbemĂŒhungen. Witkoff hatte zuvor in Oslo mit Wolodymyr Selenskyj sowie europĂ€ischen Partnern ĂŒber Sicherheitsgarantien, territoriale Fragen, Sanktionen und die europĂ€ische Sicherheitsordnung nach dem Krieg gesprochen.

Der anschließende Austausch mit Putin soll diese VorschlĂ€ge erstmals direkt an die russische FĂŒhrung herantragen. Inhaltlich entscheidend ist dabei, ob Moskau die Ideen lediglich prĂŒfen oder daraus konkrete Verhandlungen mit der Ukraine entwickeln will. Ein möglicher trilateraler Prozess mit den USA, Russland und der Ukraine bleibt das erklĂ€rte Ziel der amerikanischen Vermittlung.

Offene Fragen fĂŒr den Friedensprozess

FĂŒr die Ukraine ist die Beteiligung an jedem Verfahren zentral, weil Entscheidungen ĂŒber Gebietsfragen und Sicherheitsgarantien nicht ohne Kiew getroffen werden können. Zugleich zeigen die anhaltenden russischen Angriffe, dass diplomatische Kontakte bislang keinen Waffenstillstand bewirkt haben.

FĂŒr Leser in Deutschland könnte der weitere Verlauf Folgen fĂŒr die europĂ€ische Sicherheitsordnung, die UnterstĂŒtzung der Ukraine und kĂŒnftige Sanktionsentscheidungen haben. ZunĂ€chst hĂ€ngt der nĂ€chste Schritt davon ab, welche Reaktion Putin auf die ĂŒbergebenen VorschlĂ€ge gibt und ob Witkoff danach tatsĂ€chlich eine Wiederaufnahme von DreiergesprĂ€chen anstoßen kann.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „US-Vermittler Witkoff berĂ€t mit Putin ĂŒber Ukraine“ (21.10.2026)

Der Beitrag ordnet das Treffen als Fortsetzung der Osloer GesprĂ€che ein und nennt Sicherheitsgarantien, territoriale Fragen, Sanktionen sowie die europĂ€ische Sicherheit als zentrale Themen. Anders als die dpa-Meldung beleuchtet er zusĂ€tzlich den politischen Druck aus Washington und die Sorge der Ukraine, bei Verhandlungen ĂŒbergangen zu werden.

taz: „+++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Trump-Gesandter Witkoff reist weiter zu Putin“ (21.10.2026)

Die taz hebt die positiven Bewertungen der Osloer GesprĂ€che und das Ziel direkter trilateraler Verhandlungen hervor. Zugleich stellt sie den diplomatischen VorstĂ¶ĂŸen neue russische Angriffe gegenĂŒber; offen bleibt auch dort, ob daraus konkrete GesprĂ€che entstehen.

Beide BeitrĂ€ge bestĂ€tigen den Ablauf der Pendeldiplomatie und den Versuch, VorschlĂ€ge aus Oslo nach Russland zu tragen. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung: WĂ€hrend der eine Beitrag die Verhandlungsthemen und die ukrainische Beteiligung betont, rĂŒckt der andere den Gegensatz zwischen Diplomatie und fortgesetzten Angriffen stĂ€rker in den Vordergrund.

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