Ukraine-Verhandlungen, Alexander Stubb

Ukraine-Verhandlungen: Stubb und Støre telefonieren mit Putin

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 11:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Finnlands Präsident Alexander Stubb und Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre übermittelten dem Kremlchef Botschaften zu möglichen Verhandlungen. Die geplanten Gespräche unter US-Vermittlung sollen im November in Abu Dhabi stattfinden, ein genauer Termin ist noch offen.

Abu Dhabi wird zum nächsten Gesprächsort

  • Alexander Stubb und Jonas Gahr Støre telefonierten erstmals mit Wladimir Putin ĂĽber den Krieg gegen die Ukraine.
  • Das Gespräch wurde von Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigt, war aber zuvor nicht öffentlich angekĂĽndigt worden.
  • Die unter US-Vermittlung geplanten Gespräche sollen im November in Abu Dhabi stattfinden.
Finnland und Norwegen engagieren sich als Nachbarn Russland fĂĽr eine Beendigung des Moskauer Angriffskrieges gegen die Ukraine. (Archivbild) - Bild: Cornelius Poppe/NTB/dpa

Europäische Politiker sprechen erstmals direkt mit Putin

Finnlands Präsident Alexander Stubb und Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre haben erstmals mit Kremlchef Wladimir Putin über seinen Krieg gegen die Ukraine gesprochen. Ziel des Telefonats war es nach Angaben der beiden Politiker, Botschaften zu künftigen Verhandlungen zu übermitteln, die zur Beendigung des Krieges beitragen sollen.

Kreml bestätigt überraschenden Kontakt

Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte das Telefonat, das zuvor von keiner Seite öffentlich angekündigt worden war. Stubb und Støre hatten in der vergangenen Woche den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und den US-Vermittler Steve Witkoff in Oslo getroffen.

Gespräche im November geplant

Witkoff führte anschließend Gespräche mit Putin. Dabei wurde eine Wiederaufnahme von Dreiergesprächen zwischen Russland, der Ukraine und den USA vereinbart.

Die Verhandlungen unter US-Vermittlung sollen im November in Abu Dhabi stattfinden. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.

Europa will beteiligt sein

Die europäischen Staaten wollen sich an den Gesprächen beteiligen. Der Kreml zeigte sich offen für eine Einbeziehung Europas, das die Ukraine mit Waffen und Milliardenhilfen unterstützt.

Finnland und Norwegen engagieren sich nach eigenen Angaben als Nachbarn Russlands fĂĽr eine Beendigung des seit gut viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.

Das Telefonat fällt in eine Phase, in der Washington versucht, direkte Gespräche zwischen Russland und der Ukraine wieder in Gang zu bringen. Nach der dpa-Meldung sollen die nächsten trilateralen Kontakte im November in Abu Dhabi stattfinden; ein genauer Termin steht noch nicht fest.

Für Finnland und Norwegen hat der Vorgang eine besondere sicherheitspolitische Bedeutung. Beide Länder grenzen an Russland und unterstützen die Ukraine politisch, finanziell oder militärisch. Finnland ist seit 2023 Mitglied der NATO, während Norwegen dem Bündnis bereits seit dessen Gründung angehört. Ihre direkte Ansprache Putins verbindet daher den Wunsch nach Verhandlungen mit dem Interesse, europäische Sicherheitsfragen nicht ausschließlich den USA und Russland zu überlassen.

Europas Rolle bei möglichen Gesprächen

Die Öffnung des Kremls für eine europäische Beteiligung wäre für die weitere Diplomatie relevant, weil europäische Staaten zu den wichtigsten Unterstützern der Ukraine zählen. Zugleich bleibt entscheidend, ob aus politischen Botschaften belastbare Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges entstehen. Der genaue Ablauf, die Teilnehmer und die Tagesordnung der geplanten Gespräche sind noch offen.

Für die Ukraine ist die Einbindung ihrer europäischen Partner auch deshalb bedeutsam, weil mögliche Vereinbarungen Fragen von Sicherheitsgarantien, territorialen Kontrollen und künftiger Unterstützung berühren dürften. Das Telefonat schafft dafür einen direkten Kommunikationskanal, ersetzt aber keine Einigung über die zentralen Streitpunkte.

Stern: „Verteidigungsministertreffen: Pistorius spricht Putin ernsthaften Friedenswillen ab“ (26.10.2026)

Der Artikel ordne die angekündigten Gespräche in Abu Dhabi ein und stelle ihnen die Einschätzung gegenüber, dass Putin kein ernsthafter Friedenswille zuzuschreiben sei. Damit bestätige er den diplomatischen Ansatz, setze den Schwerpunkt aber stärker auf die Bewertung der russischen Verhandlungsbereitschaft.

Frankfurter Rundschau: „Rückzug auf den Stand von 1997? Aus diesen fünf Ländern könnte Wladimir Putin einen NATO-Abzug verlangen“ (26.10.2026)

Der Beitrag behandle die geplanten Gespräche als möglichen Ansatzpunkt für russische Forderungen gegenüber der NATO. Er bestätige den zeitlichen Bezug zu Abu Dhabi, lenke den Blick jedoch stärker auf die sicherheitspolitischen Ziele Moskaus.

Gemeinsam ist den Beiträgen der Fokus auf die angekündigten Verhandlungen im November. Unterschiede bestehen bei der Bewertung von Putins Absichten und bei der Frage, wie stark europäische Sicherheitsinteressen in den Gesprächen berücksichtigt werden.

Disclaimer...
de | ausland | 70419321 |