EU-Parlament bestÀtigt neuen Klimakommissar Wopke Hoekstra
05.10.2023 - 12:43:36Das EU-Parlament hat den NiederlĂ€nder Wopke Hoekstra als neuen EU-Klimakommissar bestĂ€tigt. 279 Abgeordnete unterstĂŒtzten am Donnerstag in StraĂburg die Ernennung des 48-JĂ€hrigen zum EU-Kommissar fĂŒr Klimapolitik, 173 waren dagegen und 33 enthielten sich, wie das Parlament mitteilte. Die EU-Staaten mĂŒssen der Personalie noch zustimmen - das gilt aber als Formsache.
Um Hoekstra hatte es unter Parlamentariern eine lĂ€ngere Debatte gegeben. Kritiker hatten den Christdemokraten vor allem wegen seiner beruflichen Vergangenheit, unter anderem beim Ăl-Konzern Shell, in die Mangel genommen. Hoekstra versicherte schriftlich, sich dafĂŒr stark zu machen, dass die EU bis 2040 mindestens 90 Prozent ihres CO2-AusstoĂes im Vergleich zu 1990 vermeiden oder ausgleichen muss. Zudem will er eine Steuer auf Kerosin. Subventionen von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Ăl oder Gas sollen abgeschafft werden.
Mit der Abstimmung im Parlament ist der Weg auch dafĂŒr frei, dass Hoekstra in zwei Monaten fĂŒr die EU an der UN-Weltklimakonferenz (COP 28) in Dubai teilnehmen wird. Mit internationalen Verhandlungen hat der ehemalige niederlĂ€ndische AuĂenminister mehr Erfahrung als in der Klimapolitik. Der studierte Jurist war frĂŒher zudem Finanzminister.
Nachfolger von Frans Timmermanns
Der niederlĂ€ndische MinisterprĂ€sident Mark Rutte hatte Hoekstra ĂŒberraschend fĂŒr den Posten vorgeschlagen - als Nachfolger fĂŒr seinen Landsmann Frans Timmermans. Die EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen hatte ihn daraufhin nominiert. Timmermans hatte die EU-Kommission verlassen, um als Spitzenkandidat eines rot-grĂŒnen WahlbĂŒndnisses fĂŒr die Parlamentswahl in seiner Heimat anzutreten.
Der GrĂŒnen-Abgeordnete Michael Bloss teilte nach der Abstimmung mit: «Ich habe keinen Zweifel daran, dass die Zusagen eingehalten werden. Wir haben die Zusicherung von der Spitze der EU-Kommission.» Sein CDU-Amtskollege Peter Liese betonte, der diplomatieerfahrene Hoekstra könne andere groĂe Volkswirtschaften davon ĂŒberzeugen, Ă€hnlich ehrgeizig zu handeln wie die EU. Der SPD-Europaabgeordnete Tiemo Wölken sagte, die Antworten Hoekstras hĂ€tten klar gemacht, dass weiterhin Umweltpolitik vorangetrieben werde. Eine Gesetzespause, die Christdemokraten gefordert hĂ€tten, sei vom Tisch. Sowohl GrĂŒne, Liberale als auch Sozial- und Christdemokraten begrĂŒĂten die Wahl.
Die Abgeordneten bestĂ€tigten am Donnerstag auch, dass der slowakische EU-Kommissar Maros Sefcovic innerhalb der Kommission die Aufsicht ĂŒber den sogenannten Green Deal ĂŒbernimmt. Dahinter steckt das Ziel der EU, bis 2050 klimaneutral zu werden.


