UN-Bericht, Systematische

UN-Bericht: Systematische Folter in Syriens GefÀngnissen

07.12.2024 - 15:11:52

UN-Experten sprachen mit frĂŒheren Insassen ĂŒber die ZustĂ€nde in syrischen GefĂ€ngnissen. Ein UN-Bericht zeigt, dass nicht nur die Gefangenen, sondern auch ihre Familien jahrelang leiden.

In Syriens GefĂ€ngnissen werden Insassen nicht nur systematisch gefoltert, sondern ihnen werden auch schwere körperliche und seelische SchĂ€den zugefĂŒgt. Dies geht aus einem Bericht von Experten der Vereinten Nationen hervor, in dem Aussagen von mehr als 300 ehemaligen Insassen ausgewertet wurden. Die Ungewissheit ĂŒber den Verbleib und den Zustand von inhaftierten Familienangehörigen sei traumatisch fĂŒr die betroffenen Familien, hieß es weiter. 

Bereits MinderjÀhrige wurden demnach festgenommen und in dunklen, von Insekten und Nagetieren befallenen Zellen in Einzelhaft festgehalten. Ein MinderjÀhriger habe angegeben, zwei Tage lange mit einer verwesenden Leiche in einer Zelle eingesperrt gewesen zu sein. Sowohl mÀnnliche als auch weibliche Insassen sagten aus, dass sie gezwungen worden seien, sich nackt auszuziehen. 

MĂ€nnliche Befragte gaben an, dass man auf ihre Genitalien eingeschlagen und sie mit Elektroschocks misshandelt habe. Kinder seien gezwungen worden, die Folter ihrer Eltern mitanzusehen, hieß es in dem Bericht, der sich auf einen Zeitraum von 2011 bis 2022 bezieht. 

Syriens Staatschef Baschar al-Assad ist seit 2000 an der Macht. Nachdem 2011 Proteste ausgebrochen waren und SicherheitskrĂ€fte diese mit harter Hand niederschlagen wollten, eskalierte die Gewalt. Sie mĂŒndete in einen BĂŒrgerkrieg mit internationaler Beteiligung. Assads Regierung kontrollierte zuletzt mit Hilfe ihrer VerbĂŒndeten Russland, Iran und der libanesischen Hisbollah-Miliz etwa zwei Drittel des Landes.

@ dpa.de