Hamas, US-Waffenruheplan

Hamas stimmt US-Waffenruheplan nur in Teilen zu

31.05.2025 - 21:33:44

Unter dem Eindruck der Kriegsverluste und des Leids der Bevölkerung in Gaza zeigen die Islamisten FlexibilitÀt. Doch sie formulieren auch EinwÀnde, die einer Waffenruhe im Weg stehen.

Die islamistische Hamas im Gazastreifen hat dem Waffenruheplan des US-Vermittlers Steve Witkoff in einem zentralen Punkt zugestimmt - in einigen weiteren aber nicht. Wie die Organisation in ihrem Telegram-Kanal mitteilte, enthĂ€lt ihre Antwort an die USA ein Bekenntnis zur teilweisen Freilassung von israelischen Geiseln im Gegenzug fĂŒr die Freilassung palĂ€stinensischer Gefangener durch Israel.

Der Witkoff-Plan sieht vor, dass wĂ€hrend einer 60-tĂ€gigen Waffenruhe 10 Geiseln sowie die sterblichen Überreste von 18 weiteren Opfern der Hamas an Israel ĂŒbergeben werden. Israel geht davon aus, dass sich derzeit 20 bis 23 lebende Geiseln sowie mindestens 35 Leichen von Verschleppten in der Gewalt der Hamas befinden. 

EinwÀnde zu weiteren Teilen des US-Plans

GemĂ€ĂŸ dem Witkoff-Plan sollen die beiden Seiten wĂ€hrend der 60-tĂ€gigen Waffenruhe ĂŒber die Freilassung der restlichen Geiseln im Gegenzug fĂŒr eine Beendigung des Krieges verhandeln. 

Eine Garantie fĂŒr die endgĂŒltige Einstellung der Kampfhandlungen gibt es dabei nicht - das war aber bisher eine zentrale Forderung der Hamas. Offenbar hĂ€lt die Terrororganisation an ihr fest. «Garantien gegen die Wiederaufnahme der Aggression» seien als der Teil der Antwort an Witkoff ĂŒbermittelt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Hamas-Kreisen. 

Die israelische Regierung unter MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu lehnt eine Waffenruhe, in deren Zuge alle Geiseln freikommen und der Krieg ein Ende findet, strikt ab. Kritiker werfen ihr vor, den Krieg aus innenpolitischen GrĂŒnden unbegrenzt weiterfĂŒhren zu wollen. 

Im Gazastreifen droht eine Hungersnot

Mit dem ZugestÀndnis einer nur teilweisen Geiselfreilassung hat sich die Hamas in den Verhandlungen auf Israel zubewegt - wohl auch unter dem Eindruck ihrer massiven Verluste im Krieg und der katastrophalen Lage der gedrÀngten Bevölkerung des Gazastreifens. Dort droht eine Hungersnot.

Zugleich scheint die Antwort auf den Witkoff-Plan mehrere Forderungen der Hamas zu enthalten, die auf dessen Änderung abzielen. So wĂŒnschen die Islamisten eine zeitlich lĂ€nger gestreckte Taktung der Geiselfreilassungen, als sie in dem Dokument des US-Vermittlers vorgesehen ist. Auch wollen sie nach dpa-Informationen, dass sich Israels MilitĂ€r nach Inkrafttreten der Waffenruhe in einem umfassenderen Ausmaß aus dem Gazastreifen zurĂŒckzieht, als dies der Witkoff-Plan vorsieht.

@ dpa.de