RAF Fairford, US-Bomber

US-Bomber: Pentagon zieht alle Flugzeuge von RAF Fairford ab

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 16:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Das Pentagon hat alle auf dem britischen StĂŒtzpunkt RAF Fairford stationierten US-Langstreckenbomber in die Vereinigten Staaten zurĂŒckbeordert. Vorausgegangen waren neue Drohungen und Festnahmen wegen des Verdachts auf TerrorplĂ€ne.

Das Pentagon hat alle US-Bomber in die Heimat zurĂŒckbeordert. (Archivfoto) - Bild: Alastair Grant/AP/dpa
Das Pentagon hat alle US-Bomber in die Heimat zurĂŒckbeordert. (Archivfoto) - Bild: Alastair Grant/AP/dpa

Das Pentagon hat nach einem Vorfall am britischen US-LuftwaffenstĂŒtzpunkt RAF Fairford alle dort stationierten Langstreckenbomber in die Vereinigten Staaten zurĂŒckbeordert.

Alle Bomber zurĂŒck in den USA

Ein Beamter des US-Verteidigungsministeriums bestĂ€tigte, dass die auf RAF Fairford stationierten US-Bomber wieder an ihre HeimatstĂŒtzpunkte zurĂŒckgekehrt seien. Zuvor habe das Ministerium Bewegungen von Ressourcen und StreitkrĂ€ften aus GrĂŒnden der operativen Sicherheit nicht in Echtzeit kommentieren können.

Die britische Regierung erklĂ€rte, der StĂŒtzpunkt sei sicher. Sie verwies auf bewĂ€hrte Verfahren zum Schutz militĂ€rischer Einrichtungen, Ă€ußerte sich aber nicht zu den Operationen anderer Staaten.

Neue Drohungen gegen MilitÀrbasis

Nach Informationen der New York Times gaben neue Drohungen gegen RAF Fairford den Ausschlag fĂŒr den ĂŒberraschenden Abzug. Demnach lagen Hinweise auf einen vom Iran unterstĂŒtzten Anschlag vor. Die Warnungen hĂ€tten sich binnen 24 Stunden durch konkrete Details zugespitzt.

Ein US-Beamter sagte zugleich, die Informationen seien Teil von Warnungen gewesen, die bereits seit drei Wochen vorgelegen hĂ€tten. US-Außenminister Marco Rubio spielte einen unmittelbaren Zusammenhang mit der Verlegung herunter und bezeichnete Truppenbewegungen grundsĂ€tzlich als nicht ungewöhnlich.

RĂŒckflug offenbar unter Zeitdruck

Nach Angaben der New York Times wurde die RĂŒckverlegung als so dringlich eingestuft, dass einige Bomber mit ihren Besatzungen bereits starteten, wĂ€hrend Tankflugzeuge fĂŒr die UnterstĂŒtzung ĂŒber dem Atlantik noch vorbereitet werden mussten. Dem Wall Street Journal und der New York Times zufolge waren zuletzt rund zwölf B-1-Bomber in Fairford stationiert.

Sechs VerdĂ€chtige vorĂŒbergehend festgenommen

Ende September waren fĂŒnf MĂ€nner in der NĂ€he des StĂŒtzpunkts aufgegriffen worden. Gegen sie wird wegen des Verdachts ermittelt, eine terroristische Tat vorbereitet zu haben; außerdem geht es um mögliche VerstĂ¶ĂŸe gegen das Sprengstoffgesetz. Sie kamen inzwischen unter strengen Auflagen frei.

Ein weiterer VerdĂ€chtiger mit iranisch-britischer Staatsangehörigkeit wurde in den folgenden Tagen ebenfalls vorĂŒbergehend festgenommen und anschließend unter Auflagen freigelassen. Großbritanniens Premierminister Andy Burnham bestĂ€tigte Hinweise auf eine mögliche Verbindung zum Iran, wĂ€hrend Rubio von der Beteiligung eines auslĂ€ndischen Akteurs sprach.

Pentagon betont Einsatzbereitschaft

Das Pentagon erklĂ€rte, die Piloten der amerikanischen Bomberflotte blieben bereit, prĂ€zise globale Angriffe durchzufĂŒhren. Dies gelte fĂŒr B-1-, B-2- und B-52-Bomber.

Sicherheitslage rund um RAF Fairford

RAF Fairford ist ein wichtiger britischer Standort fĂŒr US-Langstreckenflugzeuge. Die Vereinigten Staaten hatten im MĂ€rz zusĂ€tzliche Bomber nach Großbritannien verlegt, um im Krieg gegen Iran flexibler operieren zu können. Nach Angaben aus Washington waren zuletzt rund zwölf B-1-Bomber auf dem StĂŒtzpunkt stationiert.

Dem Abzug gingen mehrere Festnahmen voraus. Ende September wurden fĂŒnf MĂ€nner in der NĂ€he der Basis wegen des Verdachts festgenommen, einen Terroranschlag vorbereitet zu haben; spĂ€ter kam ein weiterer VerdĂ€chtiger mit britischer und iranischer Staatsangehörigkeit hinzu. Alle sechs sind inzwischen unter Auflagen wieder auf freiem Fuß. Die britische Regierung sieht Hinweise auf eine mögliche Verbindung zum Iran, wĂ€hrend Teheran eine Beteiligung zurĂŒckweist.

MilitÀrische Bedeutung und Folgen

Der Abzug verĂ€ndert den Einsatzort, nicht grundsĂ€tzlich die FĂ€higkeiten der US-Bomberflotte. B-1-, B-2- und B-52-Bomber können von anderen Heimat- oder vorgeschobenen StĂŒtzpunkten eingesetzt werden. Das Pentagon betont deshalb die fortbestehende Einsatzbereitschaft, wĂ€hrend die Verlegung nach Großbritannien ursprĂŒnglich kurze Reaktionswege und grĂ¶ĂŸere FlexibilitĂ€t schaffen sollte.

FĂŒr Großbritannien rĂŒckt damit der Schutz militĂ€rischer Infrastruktur stĂ€rker in den Mittelpunkt. Die Regierung verweist auf bestehende Sicherheitsverfahren, kommentiert aber keine Operationen anderer Staaten. Offen bleibt, welche konkreten Informationen die Lage binnen kurzer Zeit verschĂ€rft haben und ob die Festnahmen Ende September unmittelbar mit der RĂŒckverlegung zusammenhĂ€ngen. Politisch erhöht der Vorgang zugleich den Druck auf London und Washington, zwischen Schutzmaßnahmen, öffentlicher Information und der Vermeidung einer weiteren Eskalation mit Iran abzuwĂ€gen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau.de: „Ermittlungen wegen Terrorverdacht: USA ziehen Bomber von britischem StĂŒtzpunkt ab“ (05.10.2026)

Der Bericht bestĂ€tige den vollstĂ€ndigen Abzug der Langstreckenbomber und ordne ihn in die Ermittlungen wegen mutmaßlicher TerrorplĂ€ne ein. Er hebe zusĂ€tzlich hervor, dass nach US-Angaben zwölf B-1-Bomber betroffen seien und britische Behörden einen möglichen Iran-Bezug sĂ€hen, wĂ€hrend Teheran eine Beteiligung zurĂŒckweise.

n-tv.de: „USA ziehen alle ihre Bomber von britischem StĂŒtzpunkt Fairford ab“ (04.10.2026)

Der Artikel bestÀtige ebenfalls den Abzug und stelle stÀrker die offene Verbindung zwischen den Festnahmen und der Entscheidung des Pentagons heraus. Er betone, die Vereinigten Staaten hÀtten einen unmittelbaren Zusammenhang nicht bestÀtigt; zugleich verweise er auf Hinweise der britischen Regierung und auf die fortbestehende Einsatzbereitschaft der Bomberflotte.

Beide Berichte stimmten beim Abzug und beim vorausgegangenen Terrorverdacht ĂŒberein. Unterschiede lĂ€gen vor allem in der Gewichtung der Iran-Spur und der Frage, wie direkt die Sicherheitswarnungen die RĂŒckverlegung ausgelöst hĂ€tten.

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