US-Midterms 2026: Demokraten erobern beide Kongresskammern
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 09:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWSHistorische Premieren in mehreren Bundesstaaten
- Adam Hamilton gewinnt in Kansas erstmals seit 1932 eine demokratische Senatswahl.
- Gina Hinojosa wird in Texas die erste Gouverneurin mit lateinamerikanischen Wurzeln.
- Hakeem Jeffries könnte im Januar als erster Schwarzer das Repräsentantenhaus führen.
Demokraten gewinnen beide Kongresskammern
Die US-Demokraten haben bei den Zwischenwahlen 2026 beide Kammern des Kongresses zurückerobert. Zugleich gelangen ihnen historische Siege bei Senats- und Gouverneurswahlen in mehreren republikanisch geprägten Bundesstaaten.
Senatssitze in republikanischen Staaten
In mindestens sechs Bundesstaaten wurden erstmals seit Jahrzehnten wieder demokratische Senatoren gewählt. In Kansas gewann Adam Hamilton erstmals seit 1932 eine Senatswahl für die Demokraten.
Auch Texas und Maine wechselten bei den Senatswahlen zu den Demokraten. In Texas setzte sich James Talarico gegen den von Präsident Donald Trump unterstützten Ken Paxton durch, in Maine gewann Troy Jackson gegen die republikanische Senatorin Susan Collins.
Texas verliert zwei republikanische Machtpositionen
In South Carolina gewann Annie Andrews den ersten demokratischen Senatssitz ihrer Partei dort seit 1998. In Iowa und North Carolina hatten zuletzt 2008 demokratische Kandidaten Senatswahlen gewonnen.
Texas verlor neben dem Senatssitz auch das Gouverneursamt. Die Demokratin Gina Hinojosa besiegte den republikanischen Amtsinhaber Greg Abbott und wird die erste Gouverneurin mit lateinamerikanischen Wurzeln in der Geschichte des Bundesstaates.
Premiere in Georgia
In Georgia wurde Keisha Lance Bottoms als erste schwarze Frau zur Gouverneurin eines US-Bundesstaates gewählt. Zugleich ist sie die erste Frau an der Spitze Georgias; die Demokraten gewinnen das Gouverneursamt dort erstmals seit 1998 zurück.
Mit Juliana Strattons Sieg in Illinois gehören außerdem erstmals drei schwarze Frauen gleichzeitig dem Senat an. In Florida wurde der Republikaner Byron Donalds erster schwarzer Gouverneur des Bundesstaates, in Wisconsin erreichte David Crowley dieselbe Premiere.
Indigene Frauen erreichen Spitzenämter
In New Mexico wird Deb Haaland die erste indigene Gouverneurin der US-Geschichte. Peggy Flanagan wurde in Minnesota als erste indigene Frau in den US-Senat gewählt.
In Alaska könnte Mary Peltola ebenfalls einen Senatssitz gewinnen. Wegen des Wahlsystems des Bundesstaates kann das Ergebnis dort erst in einigen Tagen oder Wochen feststehen.
Weitere Premieren und neue Rekorde
Chris Pappas wurde in New Hampshire als erster offen homosexueller Mann in den Senat gewählt. In Michigan könnte Abdul El-Sayed als erster Muslim in der US-Geschichte in den Senat einziehen.
Im Repräsentantenhaus steuern die Demokraten auf mehr als 100 Frauen in ihrer Fraktion zu. Sollte Hakeem Jeffries im Januar zum Vorsitzenden gewählt werden, wäre er der erste Schwarze in diesem Amt.
Politische Landkarte verändert sich
Die Ergebnisse zeigen einen weitreichenden Machtwechsel auf Bundes- und Staatsebene. Nach der neuen Sitzverteilung könnten die USA nahezu vom Atlantik bis zum Pazifik durch demokratisch vertretene Senatsstaaten durchquert werden; nur Nebraska würde diese Verbindung unterbrechen.
Die Zwischenwahlen vom 3. November 2026 markieren einen deutlichen Machtwechsel in Washington. Die Demokraten übernehmen nach der dpa-Meldung beide Kongresskammern und gewinnen zugleich mehrere Gouverneursämter in Staaten, die lange als republikanische Hochburgen galten. Damit wird die zweite Amtszeit von Donald Trump innenpolitisch erheblich eingehegt.
Mehrheit schafft neue Kontrolle
Mit der Kontrolle über Senat und Repräsentantenhaus erhalten die Demokraten den Zugriff auf Ausschussvorsitze, Untersuchungen und Vorladungen. Die parlamentarische Kontrolle der Regierung dürfte dadurch deutlich zunehmen. Gesetzesvorhaben des Präsidenten benötigen künftig häufiger parteiübergreifende Unterstützung.
Der Machtwechsel wirkt auch auf die Bundesstaaten. Siege in Texas, Georgia und Kansas zeigen, dass sich die politische Landkarte nicht nur in klassischen Swing States verschoben hat. Besonders die Gouverneurswahlen verändern die politische Repräsentation: Schwarze, indigene und lateinamerikanische Politikerinnen und Politiker erreichen Ämter, die in den USA bislang nicht entsprechend besetzt waren.
Signal für 2028
Für Trump sind die Midterms ein Stimmungstest zur Mitte seiner zweiten Amtszeit. Die Niederlagen republikanischer Kandidaten in Staaten wie Texas und Kansas können die innerparteiliche Debatte über Trumps politischen Kurs verschärfen. Zugleich erhalten die Demokraten mit Hakeem Jeffries eine mögliche historische Führungsfigur für den neuen Kongress.
Für die Bevölkerung zeigen sich die Folgen vor allem bei Haushalt, Einwanderung, Sozialpolitik und Untersuchungen zur Regierungsarbeit. Die neue Mehrheit kann Entscheidungen bremsen und Missstände öffentlich machen, ersetzt aber keine Zweidrittelmehrheit im Senat für eine Amtsenthebung. Offene Wahlausgänge wie in Alaska können die endgültige Sitzverteilung noch beeinflussen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Euronews: „US-Midterms 2026: Demokraten erobern Repräsentantenhaus und Senat“ (04.11.2026)
Der Beitrag ordne den Wahlausgang als Kontrolle der Demokraten über beide Kongresskammern ein und hebe die Siege in Texas und Kansas sowie die historischen Gouverneurswahlen in Georgia und Texas hervor. Anders als die dpa-Meldung betone er zusätzlich die möglichen Folgen für die parlamentarische Kontrolle und die Bedeutung des Ergebnisses für die Präsidentschaftswahl 2028.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ZDFheute: „Keisha Lance Bottoms: Wer ist die erste schwarze US-Gouverneurin?“ (04.11.2026)
Der Artikel stelle Keisha Lance Bottoms und ihren Sieg in Georgia in den Mittelpunkt. Damit bestätige er die historische Premiere aus der dpa-Meldung, setze den Schwerpunkt jedoch auf die Person und ihren politischen Werdegang statt auf den landesweiten Machtwechsel.
Beide Beiträge stimmten im Kern beim demokratischen Erfolg und bei der historischen Bedeutung des Ergebnisses überein. Unterschiede ergäben sich vor allem beim Fokus: Während Euronews die Machtverteilung im Kongress und ihre Folgen behandle, konzentriere sich ZDFheute auf die neue Gouverneurin von Georgia.
