US-Midterms 2026, Donald Trump

US-Midterms: Demokraten greifen nach Mehrheit im Kongress

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 15:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Millionen US-Amerikaner entscheiden über die Mehrheiten in Repräsentantenhaus und Senat. Ein Machtverlust der Republikaner könnte Trumps verbleibende Amtszeit deutlich erschweren – erste Resultate werden in der Nacht zum Mittwoch erwartet.

US-Kongress entscheidet über Trumps Spielraum

  • In New York begann die Abstimmung bereits um 6.00 Uhr, später öffneten Wahllokale unter anderem in Ohio und Michigan.
  • Insgesamt werden 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Senatssitze neu bestimmt.
  • Das Election Lab der University of Florida zählte vor Öffnung der Wahllokale knapp 58,7 Millionen vorgezogene Stimmabgaben.
  • Die US-Bürgerinnen und -Bürger wählen ihr Parlament. - Bild: Julio Cortez/AP/dpa
  • Die endgültigen Ergebnisse könnten erst in Tagen feststehen. - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa
  • Menschen stehen bei der Wahl Schlange. - Bild: Matt Rourke/AP/dpa
Die US-Bürgerinnen und -Bürger wählen ihr Parlament.  - Bild: Julio Cortez/AP/dpa Die endgültigen Ergebnisse könnten erst in Tagen feststehen.  - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa Menschen stehen bei der Wahl Schlange. - Bild: Matt Rourke/AP/dpa

US-Midterms entscheiden über Trumps Kongressmehrheit

Millionen US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner stimmen über die Zusammensetzung von Repräsentantenhaus und Senat ab. Die Zwischenwahlen gelten zugleich als Urteil über die bisherige Politik von Präsident Donald Trump und prägen die verbleibenden zwei Jahre seiner Regierung.

Demokraten hoffen auf Mehrheit im Repräsentantenhaus

In einigen Ostküstenstaaten wie New York öffneten die Wahllokale bereits um 6.00 Uhr, später folgten unter anderem Ohio und Michigan. Umfragen zufolge könnten die Demokraten das Repräsentantenhaus zurückerobern, während sich für den Senat kein klares Bild abzeichnet.

Der Verlust beider Kammern wäre für Trump eine schwere politische Niederlage. Erste Ergebnisse werden nach mitteleuropäischer Zeit in der Nacht zum Mittwoch erwartet, doch die endgültigen Mehrheitsverhältnisse könnten erst später feststehen.

Fast 58,7 Millionen Stimmen vorab

Bis kurz vor der Öffnung der ersten Wahllokale zählte das Election Lab der University of Florida knapp 58,7 Millionen vorgezogene Stimmabgaben. Trump hatte seine Anhänger vor der Wahl wiederholt aufgefordert, so zu tun, als stehe er selbst zur Wahl.

Zu den wichtigsten Themen gehören die Migrationsdebatte und die Folgen des Krieges gegen den Iran. Der Angriff des US-Militärs mit Israel brachte den Rohstoffhandel in der Straße von Hormus weitgehend zum Erliegen; unterbrochene Lieferketten und höhere Ölpreise belasten die Preise für Lebensmittel und Sprit.

Neue Angriffe in der Straße von Hormus

In der Nacht vor den Midterms griff das US-Militär laut übereinstimmenden Medienberichten erneut Ziele auf der iranischen Insel Gheschm an. Dabei sei eine Stellung der Revolutionsgarden attackiert worden, nachdem von dort eine Rakete auf ein US-Flugzeug abgefeuert worden sei.

Mehrheiten bestimmen Kontrolle der Regierung

Bei der Wahl werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Senatssitze neu bestimmt. Eine Mehrheit in einer oder beiden Kammern würde den Demokraten ermöglichen, Untersuchungen einzuleiten, Regierungsbeamte vorzuladen und Gesetzesvorhaben der Republikaner stärker zu kontrollieren.

Das Repräsentantenhaus kann zudem ein Amtsenthebungsverfahren einleiten. Über eine tatsächliche Amtsenthebung entscheidet der Senat, wofür eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist.

Trump verweist auf schwierige Midterms

Am Tag vor der Wahl verwies Trump auf die traditionell schlechten Ergebnisse der Regierungspartei bei Zwischenwahlen. Die Regierungspartei verliert bei Midterms historisch meist Mandate, und Trump steht selbst nicht zur Wahl.

Unklar ist, wie der Präsident auf einen Verlust der republikanischen Mehrheiten reagieren würde. Er sagte, er werde das Ergebnis anerkennen, sofern die Wahlen ehrlich durchgeführt würden; seine Niederlage gegen Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl 2020 erkennt er weiterhin nicht an.

Wahlbeobachter in allen Bundesstaaten

Das Justizministerium setzte nach eigenen Angaben erstmals in allen 50 Bundesstaaten Wahlbeobachter ein. Rund 1.000 Menschen sollen überprüfen, ob die jeweiligen bundesstaatlichen Wahlrechtsgesetze eingehalten werden.

Die Zwischenwahlen markieren die politische Mitte von Trumps vierjähriger Amtszeit und bestimmen, wie viel Unterstützung seine Regierung im Kongress besitzt. Anders als bei einer Präsidentschaftswahl wird nicht das Weiße Haus neu vergeben, sondern die gesetzgeberische und kontrollierende Macht im Parlament neu verteilt.

Im Repräsentantenhaus stehen alle 435 Sitze zur Wahl, im Senat 35 von 100 Mandaten. Eine demokratische Mehrheit in einer Kammer könnte Gesetzesvorhaben der Republikaner blockieren und Untersuchungsausschüsse einsetzen. Eine Mehrheit in beiden Kammern würde zusätzlich die Bestätigung von Ministern, Botschaftern und Bundesrichtern erschweren.

Mehr Kontrolle, aber kein direkter Machtwechsel

Die Demokraten könnten damit Trumps politische Vorhaben stärker prüfen, Haushaltsmittel begrenzen und Regierungsmitglieder vorladen. Für eine tatsächliche Amtsenthebung wäre ein zweistufiges Verfahren nötig: Das Repräsentantenhaus müsste ein Impeachment beschließen, der Senat anschließend mit einer Zweidrittelmehrheit verurteilen. Diese Hürde bleibt auch bei einem Regierungsverlust in beiden Kammern hoch.

Besonders relevant ist die Verbindung von Innen- und Außenpolitik. Die dpa-Meldung nennt Migration, steigende Preise und den Iran-Krieg als zentrale Wahlthemen. Unterbrochene Lieferketten, höhere Energiepreise und die Belastung der Haushalte können damit unmittelbar beeinflussen, ob Wählerinnen und Wähler Trumps Kurs unterstützen oder der Regierungspartei einen Denkzettel geben.

Entscheidende Nacht für Washington

Erste Ergebnisse werden nach mitteleuropäischer Zeit in der Nacht zum Mittwoch erwartet. Weil viele Stimmen vorab abgegeben wurden und einzelne Rennen eng ausfallen können, könnten die Mehrheitsverhältnisse erst später endgültig feststehen. Für Trump wäre der Verlust beider Kammern politisch besonders folgenreich; zugleich blieben ihm präsidentielle Verordnungen und das Vetorecht als Instrumente der Regierung.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

stern: „Midterms 2026: Wie die Demokraten Trump nach einem Sieg stoppen wollen“ (02.11.2026)

Der Beitrag stelle heraus, dass die Demokraten bei einem Erfolg Untersuchungen, Vorladungen und Haushaltsentscheidungen gegen Trumps Regierung nutzen könnten. Anders als die dpa-Meldung konzentriere er sich auf mögliche Schritte nach einem Mehrheitswechsel und betone zugleich die Grenzen durch Trumps Vetorecht.

stern: „Midterms 2026: Diese Folgen könnten die Wahlen am 3. November haben“ (03.11.2026)

Der Artikel ordne die Wahl als Stimmungstest ein und beschreibe die möglichen Folgen für Gesetzgebung und Personalentscheidungen. Im Vergleich zur dpa-Meldung lege er stärker den institutionellen Ablauf der Midterms und die Bedeutung einzelner Kongresskammern dar.

Übereinstimmung besteht darin, dass ein Verlust republikanischer Mehrheiten Trumps Handlungsspielraum im Kongress begrenzen würde. Offen bleibt, wie schnell die Mehrheiten feststehen und wie die Regierung auf eine Niederlage reagieren würde.

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