US-Midterms: Hohe Preise setzen Trump vor dem 3. November unter Druck
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 05:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWSTrumps Wahlkampfdruck durch steigende Kosten
- Die Kongresswahlen finden am 3. November in den USA statt.
- Der Dieselpreis lag am Montag bei 6,3187 Dollar je Gallone.
- 65 Prozent sehen die Ursachen der hohen Preise eher in Trumps Politik.
US-WĂ€hler machen Trump fĂŒr hohe Kosten verantwortlich
Vor den US-Kongresswahlen am 3. November belastet die wirtschaftliche Lage die Stimmung in den Vereinigten Staaten. Viele BĂŒrgerinnen und BĂŒrger machen PrĂ€sident Donald Trump fĂŒr hohe Preise und gebrochene politische Erwartungen verantwortlich.
Finanzielle Sorgen reichen bis in den Alltag
Mehr als die HĂ€lfte der Befragten einer Pew-Umfrage verfĂŒgt demnach nicht ĂŒber ausreichende RĂŒcklagen, um drei Monate ohne Einkommen auszukommen. Gut jeder Vierte kann seine monatlichen Rechnungen nicht vollstĂ€ndig bezahlen.
Besonders stark stehen die Preise fĂŒr Energie, Benzin und Lebensmittel im Mittelpunkt. Rund drei Viertel der Erwachsenen bezeichneten die Energie- und Benzinpreise sowie die Kosten fĂŒr Lebensmittel und KonsumgĂŒter als sehr besorgniserregend.
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Hohe Spritpreise erhöhen den politischen Druck
Der landesweite Durchschnittspreis fĂŒr Diesel ĂŒberschritt im September erstmals sechs Dollar je Gallone. Am Montag kostete Diesel durchschnittlich 6,3187 Dollar, wĂ€hrend der Benzinpreis bei 4,2953 Dollar lag.
Vor einem Jahr hatten die Durchschnittspreise noch 3,6308 Dollar fĂŒr Diesel und 3,0362 Dollar fĂŒr Benzin betragen. Die Verbraucherpreise stiegen im September im Jahresvergleich um 3,7 Prozent.
Trump gerÀt zwischen WÀhlergruppen
Trump wollte die Rindfleischpreise durch zusĂ€tzliche Importe senken. Damit verĂ€rgerte er ViehzĂŒchter, die um ihre Erlöse fĂŒrchten, und belastete zugleich die UnterstĂŒtzung in einer wichtigen republikanischen WĂ€hlergruppe.
Auch seine Handelspolitik wirkt sich auf die Preise aus. Die Tax Foundation schĂ€tzt die zusĂ€tzliche Belastung durch Zölle fĂŒr US-Haushalte im laufenden Jahr auf durchschnittlich 820 Dollar; das Tax Policy Center kommt auf 920 Dollar.
Unzufriedenheit mit Politik und Institutionen
Etwa zwei Drittel der WĂ€hler blicken pessimistisch auf die Politik. Rund acht von zehn wĂŒnschen sich erhebliche VerĂ€nderungen oder einen grundlegenden Umbruch bei der RegierungsfĂŒhrung.
Nur ein Drittel Ă€uĂerte Anfang bis Mitte September groĂes Vertrauen in die Bundesregierung. Beim Kongress lag der Wert noch niedriger.
Weitere Themen entscheiden mit
Neben der wirtschaftlichen Lage beschĂ€ftigen die WĂ€hler Gesundheitsversorgung, Bildung, Einwanderung, den Iran-Krieg und GewaltkriminalitĂ€t. Welche Themen den Ausschlag geben, unterscheidet sich entlang der Parteigrenzen, wĂ€hrend die Wirtschaft fĂŒr beide Lager zentral bleibt.
Die Midterm-Wahlen am 3. November sind die erste landesweite Abstimmung seit Trumps RĂŒckkehr ins PrĂ€sidentenamt und gelten deshalb als wichtiger Stimmungstest fĂŒr seine Regierung. GewĂ€hlt werden das gesamte ReprĂ€sentantenhaus und ein Teil des Senats. Eine Niederlage der Republikaner wĂŒrde Trumps Spielraum bei Gesetzgebung, Haushalt und Kontrolle der politischen Agenda deutlich begrenzen.
Der wirtschaftliche Druck trifft dabei einen zentralen Schwachpunkt der republikanischen Politik. Trump war mit dem Versprechen angetreten, die Preise zu senken und die wirtschaftliche Lage zu verbessern. Hohe Energie- und Lebensmittelpreise werden von vielen WÀhlern jedoch unmittelbar im Alltag wahrgenommen. Besonders problematisch ist, dass Zölle zwar als Instrument zum Schutz heimischer Produzenten dienen sollen, zugleich aber Importe verteuern und damit die Verbraucher belasten können.
Wirtschaft als gemeinsames Wahlthema
Die politische Unzufriedenheit reicht ĂŒber die Inflation hinaus. Das geringe Vertrauen in Regierung und Kongress erschwert Kompromisse und verstĂ€rkt die Polarisierung. FĂŒr die Wahlentscheidung bleiben auĂerdem Gesundheitsversorgung, Einwanderung, Bildung, KriminalitĂ€t und der Iran-Krieg wichtig. Die wirtschaftliche Lage verbindet diese Themen jedoch ĂŒber Parteigrenzen hinweg und könnte die Wahlbeteiligung sowie die Ergebnisse in umkĂ€mpften Wahlkreisen prĂ€gen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Der Beitrag stellt Trumps sinkende Zustimmung und den wirtschaftlichen Vorteil der Demokraten heraus. Er bestÀtigt damit den politischen Druck vor den Midterms, setzt den Schwerpunkt aber stÀrker auf Umfragewerte als auf die einzelnen Belastungen bei Energie und Lebensmitteln.
Deutschlandfunk: âAusgesetzte Russland-Sanktionen werden 60 Tage lang geprĂŒftâ (18.10.2026)
Der Bericht ordnet die Midterms im Zusammenhang mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten und den hohen Spritpreisen infolge des Iran-Kriegs ein. Anders als die dpa-Meldung konzentriert er sich auf die auĂenpolitische Dimension und die daraus entstehenden Folgen fĂŒr Trumps Republikaner.
Gemeinsam ist den BeitrĂ€gen der Befund, dass wirtschaftliche Belastungen Trumps Partei vor der Abstimmung unter Druck setzen. Unterschiede zeigen sich beim Schwerpunkt: Umfragen, Proteste und auĂenpolitische Folgen beleuchten jeweils andere Seiten des Wahlkampfs.
