Nato-Gipfel, Trump

Beim Nato-Gipfel dreht sich alles um Trump

24.06.2025 - 20:42:12 | dpa.de

US-PrÀsident Trump kommt mit einem Erfolg im GepÀck beim Nato-Gipfel an: Gerade erst hat er eine Feuerpause im Iran-Krieg vermittelt. Am Mittwoch steht in Den Haag ein historischer Beschluss an.

  • FĂŒr Merz ist es der erste Nato-Gipfel als Bundeskanzler. - Foto: Kay Nietfeld/dpa
  • Kein einfacher Nato-Gipfel fĂŒr PrĂ€sident Selenskyj: US-PrĂ€sident Trump lĂ€sst wenig Raum fĂŒr neue Versprechungen der Allianz. - Foto: Claudia Greco/Pool Reuters/AP/dpa
  • Wird wohl den Ton angeben beim Gipfel: US-PrĂ€sident Trump. - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
  • Zu Gast beim König: Selenskyj. - Foto: Remko de Waal/POOL ANP/AP/dpa
  • Direkt neben dem König: Donald Trump. - Foto: Christian Hartmann/Pool Reuters/AP/dpa
FĂŒr Merz ist es der erste Nato-Gipfel als Bundeskanzler. - Foto: Kay Nietfeld/dpa Kein einfacher Nato-Gipfel fĂŒr PrĂ€sident Selenskyj: US-PrĂ€sident Trump lĂ€sst wenig Raum fĂŒr neue Versprechungen der Allianz.  - Foto: Claudia Greco/Pool Reuters/AP/dpa Wird wohl den Ton angeben beim Gipfel: US-PrĂ€sident Trump. - Foto: Alex Brandon/AP/dpa Zu Gast beim König: Selenskyj. - Foto: Remko de Waal/POOL ANP/AP/dpa Direkt neben dem König: Donald Trump. - Foto: Christian Hartmann/Pool Reuters/AP/dpa

Die Staats- und Regierungschefs der 32 Nato-Staaten treffen sich zum Gipfel in Den Haag, aber alles dreht sich nur um einen: US-PrĂ€sident Donald Trump hat unmittelbar vor seinem Abflug nach Europa eine Feuerpause im Krieg zwischen Israel und dem Iran durchgesetzt. Am Mittwoch will er mit den Alliierten die grĂ¶ĂŸte AufrĂŒstung seit Ende des Kalten Krieges beschließen.

Bis 2035 sollen die Verteidigungsausgaben auf fĂŒnf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erhöht werden. Derzeit liegt die Zielmarke bei zwei Prozent. Mindestens 3,5 Prozent des BIP sollen kĂŒnftig auf klassische MilitĂ€rausgaben entfallen. Zudem werden Investitionen in die TerrorismusbekĂ€mpfung oder in militĂ€risch nutzbare Infrastruktur angerechnet. 

Als Gast des niederlĂ€ndischen Königspaares wohnt der US-PrĂ€sident wĂ€hrend des zweitĂ€gigen Gipfels in Den Haag im Schloss Huis ten Bosch. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vertritt Deutschland in der Runde. Er will beim Treffen zeigen, dass Deutschland bereit ist, mehr Verantwortung im BĂŒndnis zu ĂŒbernehmen. «Deutschland ist wieder zurĂŒck auf der europĂ€ischen und der internationalen BĂŒhne», sagte er.

«Dein Sieg»: Rutte bauchpinselt Trump

Trump bekam einen besonderen Willkommensgruß - und diese eigentlich persönliche Nachricht veröffentlichte er auf der Hinreise auf dem Portal Truth Social. Laut dem Screenshot versprach ihm Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte in einer persönlichen Textnachricht einen «weiteren großen Erfolg». 

Wörtlich schrieb Rutte: «Es war nicht einfach, aber wir haben sie alle dazu gebracht, die 5-Prozent-Zusage zu unterzeichnen! Donald, Du hast uns zu einem wirklich, wirklich wichtigen Moment fĂŒr Amerika, Europa und die Welt gefĂŒhrt.»

Im Trump-Stil mit Großbuchstaben fĂŒgte Rutte hinzu: «Europe is going to pay in a BIG way, as they should, and it will be your win.» Dies kann ĂŒbersetzt werden mit: «Europa wird krĂ€ftig zur Kasse gebeten werden - so wie es sein sollte - und es wird Dein Sieg sein.»

Nebenrolle fĂŒr Selenskyj

Nur eine Nebenrolle beim Treffen hat der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj, der als Gast teilnimmt: Auf Druck Trumps stellt das BĂŒndnis keine neuen milliardenschweren Schecks aus. Von einer Beitrittsperspektive wird nach Diplomatenangaben - anders als beim letzten Gipfel in Washington - mit Trumps VorgĂ€nger Joe Biden in der AbschlusserklĂ€rung keine Rede sein. Insgesamt markiert der Gipfel in Den Haag einen RĂŒckschritt fĂŒr das Land, das sich seit dem 24. Februar 2022 gegen Russlands Überfall wehrt.

Im vergangenen Jahr hatte der Ukrainer noch im Mittelpunkt gestanden: Die Alliierten hatten UnterstĂŒtzung im Wert von 40 Milliarden Euro fĂŒr das Jahr versprochen und am Ende sogar rund 50 Milliarden Euro bereitgestellt.

Selenskyj und Trump sehen sich bei königlichem Essen 

Ebenfalls auf US-Wunsch hin wurde Selenskyj nur zu einem Festessen im Schloss des niederlÀndischen Königs Willem-Alexander und eben nicht zu einer gemeinsamen Arbeitssitzung zum Gipfel eingeladen. In welcher Form Trump und Selenskyj zu einem GesprÀch zusammenkommen wollten, war offen. «Ja, wahrscheinlich werde ich ihn sehen», sagte der US-PrÀsident. 

Der König und seine Frau MĂĄxima empfingen die Staats- und Regierungschefs zum Auftakt des Treffens zu einem Staatsbankett. Trump saß am Tisch neben dem König, Selenskyj neben der Königin. Einige der GĂ€ste wurden auch von ihren Partnerinnen oder Partnern begleitet, so reiste beispielsweise Brigitte Macron mit an. 

Merz reiste anders als beim G7-Gipfel in Kanada in der vergangenen Woche ohne seine Frau Charlotte an. Wie die «Bild» berichtete, hatte sie sich kurzfristig entschieden, nicht mitzureisen - wegen der angespannten Situation in Nahost. Diese mache aus Sicht des Kanzlers und seiner Frau einen konzentrierten Arbeitsgipfel notwendig, hieß es. Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte der Zeitung, Charlotte Merz habe deshalb entschieden, dass es besser sei, nicht beim Unterhaltungsprogramm fĂŒr die Partner mitzumachen. Auch Trump wurde nicht von seiner Frau Melania begleitet. 

Rutte versucht, Selenskyj zu beruhigen

Rutte versuchte, Selenskyj die Sorge zu nehmen, der Krieg gerate aus dem Blickfeld des BĂŒndnisses. Rutte versicherte, die BeschlĂŒsse von Washington hĂ€tten Bestand. 

Gegen eine erneute ErwĂ€hnung eines Beitritts stellte sich Trump. Dieser hofft noch immer, den russischen Angriffskrieg auch durch ZugestĂ€ndnisse an Kremlchef Wladimir Putin zu beenden. Eines davon ist, dass die Ukraine fĂŒr einen Waffenstillstand einen Nato-Beitritt vorerst aufgeben soll.

Kanzler an der Seite der Ukraine: Sanktionen verschÀrfen 

Bundeskanzler Merz kritisierte in einer RegierungserklĂ€rung im Bundestag vor dem Gipfel, dass PrĂ€sident Putin weiter keinerlei Friedensbereitschaft zeige. Er warb erneut fĂŒr eine VerschĂ€rfung der Sanktionen gegen Russland. Er zeigte sich «zuversichtlich», dass auch die US-Regierung diesen Weg mitgeht. «Putin versteht nur die Sprache der StĂ€rke», betonte er.

Merz verurteilte die jĂŒngsten russischen Luftangriffe. «Ein echter, ein dauerhafter Frieden setzt Friedensbereitschaft von allen Seiten voraus», sagte er in einer RegierungserklĂ€rung vor dem Gipfel. «Russland hat dagegen mit seiner neuen Welle der Angriffe auf die ukrainische Zivilbevölkerung auf barbarische Weise zu verstehen gegeben, dass es diese Friedensbereitschaft derzeit nicht hat.»

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