USA, Kolumbien

USA setzen Kolumbiens PrÀsidenten Petro auf Sanktionsliste

24.10.2025 - 22:10:59

US-PrĂ€sident Trump und Kolumbiens Staatschef waren jĂŒngst im Streit um US-MilitĂ€reinsĂ€tze in der Karibik öffentlich aneinandergeraten. Nun verhĂ€ngen die USA Strafmaßnahmen gegen Petro.

Die US-Regierung hat Sanktionen gegen Kolumbiens PrÀsidenten Gustavo Petro verhÀngt, dem sie mangelndes Vorgehen gegen Drogenkartelle vorwirft. Neben ihm wurden auch seine Ehefrau Verónica Alcocer, Petros Sohn Nicolås sowie der kolumbianische Innenminister Armando Benedetti auf eine entsprechende Liste gesetzt, wie aus einer Mitteilung des US-Finanzministeriums hervorgeht. Ihre Vermögenswerte in den Vereinigten Staaten seien dadurch gesperrt oder beschlagnahmt worden.

«PrĂ€sident Petro hat das Wachstum von Drogenkartellen zugelassen und sich geweigert, diese AktivitĂ€ten zu stoppen», sagte US-Finanzminister Scott Bessent. Der kolumbianische PrĂ€sident wies die VorwĂŒrfe zurĂŒck. Kolumbien ist vor Peru und Bolivien mit Abstand der grĂ¶ĂŸte Kokainproduzent der Welt. 

Petro und US-PrĂ€sident Donald Trump waren jĂŒngst wegen der umstrittenen US-MilitĂ€reinsĂ€tze gegen angebliche Drogenboote in der Karibik aneinandergeraten. Petro hatte den USA mehrfach Mord vorgeworfen, Trump bezeichnete ihn im Gegenzug als «Drogenboss».

Unter anderem werfen die USA Petro nun vor, den Drogenkartellen im Zuge eines Friedensplans Vorteile gewĂ€hrt zu haben, die zu einem Anstieg der Kokainproduktion gefĂŒhrt hĂ€tten. Möglicherweise geht es dabei darum, dass wĂ€hrend der Friedensverhandlungen mit Rebellen und kriminellen Organisationen die MilitĂ€reinsatze gegen diese Gruppen zeitweise eingestellt wurden. 

Weiter behauptet das US-Finanzministerium, dass der kolumbianische PrĂ€sident vertrauliche Informationen ĂŒber Maßnahmen gegen GeldwĂ€sche weitergegeben habe. Ferner habe er sich mit dem «Drogenterrorregime» von Venezuelas StaatsprĂ€sident NicolĂĄs Maduro und dem angeblich von venezolanischen MilitĂ€rs gefĂŒhrten Cartel de Los Soles verbĂŒndet.

Petro kĂ€mpferisch: «Kein Schritt zurĂŒck»

«Der jahrzehntelange und wirksame Kampf gegen den Drogenhandel bringt mir diese Maßnahme der Regierung einer Gesellschaft ein, der wir so sehr dabei geholfen haben, ihren Kokainkonsum einzudĂ€mmen», schrieb Petro nach Bekanntwerden der Sanktionen auf der Nachrichtenplattform X. «Es ist paradox, aber wir gehen keinen Schritt zurĂŒck und niemals auf die Knie.»

Als junger Mann gehörte Petro der linken Guerillaorganisation M-19 und saß wegen unerlaubten Waffenbesitzes zwei Jahre im GefĂ€ngnis. In GesprĂ€chen mit Rebellengruppen und Verbrechersyndikaten versucht der Linkspolitiker in dem einstigen BĂŒrgerkriegsland einen «totalen Frieden» zu erreichen. Allerdings werden immer noch Teile von Kolumbien von bewaffneten Organisationen kontrolliert.

@ dpa.de