Scharfe, Kritik

Scharfe Kritik an LegalitĂ€t von Trumps KĂŒrzungsplĂ€nen

30.08.2025 - 00:01:38 | dpa.de

US-PrĂ€sident Trump will bereits bewilligte Mittel fĂŒrs Ausland streichen. Darf er das? Der Rechnungshof hat eine klare EinschĂ€tzung.

Dass die US-Regierung unter Trump Auslandshilfen kĂŒrzt - wie bei der US-Behörde fĂŒr internationale Entwicklung (USAID) - ist nicht neu. (Archivbild) - Foto: Carolyn Kaster/AP/dpa
Dass die US-Regierung unter Trump Auslandshilfen kĂŒrzt - wie bei der US-Behörde fĂŒr internationale Entwicklung (USAID) - ist nicht neu. (Archivbild) - Foto: Carolyn Kaster/AP/dpa

Demokraten und Republikaner aus dem US-Kongress kritisieren ein haushaltspolitisches Manöver der US-Regierung als rechtswidrig. US-PrĂ€sident Donald Trump will mit dem umstrittenen Vorgehen bereits bewilligte Auslandshilfen in Milliardenhöhe streichen. Das geht aus einem Brief des Weißen Hauses an den republikanischen Vorsitzenden des ReprĂ€sentantenhauses, Mike Johnson, hervor, den die Haushaltsbehörde (Office of Management and Budget) auf der Plattform X geteilt hat.

Der Haushaltsbehörde zufolge greift Trump dabei auf ein haushaltspolitisches Manöver zurĂŒck, das der US-Rechnungshof als illegal bezeichnet. Dieses liegt demnach immer dann vor, wenn ein US-PrĂ€sident den Kongress erst kurz vor Ende des Haushaltsjahres auffordert, Gelder zu streichen, so dass diese auslaufen, bevor sie fĂŒr neue Zwecke verwendet werden können. 

RegulĂ€r habe das Parlament 45 Tage Zeit, um auf einen Antrag des PrĂ€sidenten auf MittelkĂŒrzung zu reagieren, fĂŒhrt der Rechnungshof aus. «Wenn aber nicht genĂŒgend Zeit bleibt, um diesen Antrag zu prĂŒfen oder die Mittel vor ihrem Auslaufen zu nutzen, umgeht der PrĂ€sident die Kontrolle des Kongresses ĂŒber Regierungsausgaben.» 

Republikanische Senatorin: «Klarer Verstoß gegen das Gesetz»

Genau hier setzt auch die Kritik der republikanischen Senatorin Susan Collins, Vorsitzende des Ausschusses im Senat, der fĂŒr Ausgaben zustĂ€ndig ist, an. In einer Mitteilung bemĂ€ngelt sie angesichts des Zeitpunkts kurz vor Ende des Haushaltsjahres: Es handele sich «offensichtlich um einen Versuch, bewilligte Mittel ohne Zustimmung des Kongresses zu streichen». Das Haushaltsjahr lĂ€uft bis Ende September. 

Die Republikanerin verweist auf die EinschĂ€tzung des Rechnungshofs und erklĂ€rt: «Jeder Versuch, bewilligte Mittel ohne Zustimmung des Kongresses aufzuheben, ist ein klarer Verstoß gegen das Gesetz.» Auch der MinderheitsfĂŒhrer der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, bezeichnete das Vorgehen als «rechtswidrig». 

Geht um fast fĂŒnf Milliarden US-Dollar 

Konkret geht es um 4,9 Milliarden US-Dollar (rund 4,2 Milliarden Euro), die fĂŒr Programme des Außenministeriums, der US-Entwicklungsbehörde USAID sowie fĂŒr internationale Hilfsprogramme vorgesehen waren. Dass die US-Regierung unter Trump Entwicklungsgeld kĂŒrzt, ist dabei nicht neu.

Außenminister Marco Rubio hatte Anfang Juli das offizielle Ende von Auslandshilfen durch die US-Entwicklungsbehörde USAID verkĂŒndet. Die BegrĂŒndung: Entwicklungsziele seien nur selten erreicht worden. Hilfsprogramme fĂŒrs Ausland, die mit der Politik der US-Regierung ĂŒbereinstimmten, wĂŒrden kĂŒnftig vom Außenministerium verwaltet, hieß es. 

USAID-Kahlschlag könnte mehr als 14 Millionen Tote zur Folge haben

Bereits zuvor hatte Rubio deutlich gemacht, dass damit der Großteil der einst von USAID gefĂŒhrten Projekte wegfĂ€llt. Die Entwicklungsbehörde war eine der grĂ¶ĂŸten Organisationen ihrer Art weltweit und organisierte zahlreiche Hilfsmaßnahmen auf der ganzen Welt – von der Aids-Hilfe bis zum Wiederaufbau in Kriegsregionen. 

Eine aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass der Kahlschlag bei USAID in den kommenden fĂŒnf Jahren mehr als 14 Millionen zusĂ€tzliche Tote zur Folge haben könnte. Davon könnten rund fĂŒnf Millionen Kinder unter fĂŒnf Jahre alt sein, wie aus der im Fachmagazin «The Lancet» erschienenen Untersuchung hervorgeht.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
ausland | 68155868 |