Scharfe Kritik an LegalitĂ€t von Trumps KĂŒrzungsplĂ€nen
30.08.2025 - 00:01:38 | dpa.de
Demokraten und Republikaner aus dem US-Kongress kritisieren ein haushaltspolitisches Manöver der US-Regierung als rechtswidrig. US-PrĂ€sident Donald Trump will mit dem umstrittenen Vorgehen bereits bewilligte Auslandshilfen in Milliardenhöhe streichen. Das geht aus einem Brief des WeiĂen Hauses an den republikanischen Vorsitzenden des ReprĂ€sentantenhauses, Mike Johnson, hervor, den die Haushaltsbehörde (Office of Management and Budget) auf der Plattform X geteilt hat.
Der Haushaltsbehörde zufolge greift Trump dabei auf ein haushaltspolitisches Manöver zurĂŒck, das der US-Rechnungshof als illegal bezeichnet. Dieses liegt demnach immer dann vor, wenn ein US-PrĂ€sident den Kongress erst kurz vor Ende des Haushaltsjahres auffordert, Gelder zu streichen, so dass diese auslaufen, bevor sie fĂŒr neue Zwecke verwendet werden können.Â
RegulĂ€r habe das Parlament 45 Tage Zeit, um auf einen Antrag des PrĂ€sidenten auf MittelkĂŒrzung zu reagieren, fĂŒhrt der Rechnungshof aus. «Wenn aber nicht genĂŒgend Zeit bleibt, um diesen Antrag zu prĂŒfen oder die Mittel vor ihrem Auslaufen zu nutzen, umgeht der PrĂ€sident die Kontrolle des Kongresses ĂŒber Regierungsausgaben.»Â
Republikanische Senatorin: «Klarer Verstoà gegen das Gesetz»
Genau hier setzt auch die Kritik der republikanischen Senatorin Susan Collins, Vorsitzende des Ausschusses im Senat, der fĂŒr Ausgaben zustĂ€ndig ist, an. In einer Mitteilung bemĂ€ngelt sie angesichts des Zeitpunkts kurz vor Ende des Haushaltsjahres: Es handele sich «offensichtlich um einen Versuch, bewilligte Mittel ohne Zustimmung des Kongresses zu streichen». Das Haushaltsjahr lĂ€uft bis Ende September.Â
Die Republikanerin verweist auf die EinschĂ€tzung des Rechnungshofs und erklĂ€rt: «Jeder Versuch, bewilligte Mittel ohne Zustimmung des Kongresses aufzuheben, ist ein klarer VerstoĂ gegen das Gesetz.» Auch der MinderheitsfĂŒhrer der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, bezeichnete das Vorgehen als «rechtswidrig».Â
Geht um fast fĂŒnf Milliarden US-DollarÂ
Konkret geht es um 4,9 Milliarden US-Dollar (rund 4,2 Milliarden Euro), die fĂŒr Programme des AuĂenministeriums, der US-Entwicklungsbehörde USAID sowie fĂŒr internationale Hilfsprogramme vorgesehen waren. Dass die US-Regierung unter Trump Entwicklungsgeld kĂŒrzt, ist dabei nicht neu.
AuĂenminister Marco Rubio hatte Anfang Juli das offizielle Ende von Auslandshilfen durch die US-Entwicklungsbehörde USAID verkĂŒndet. Die BegrĂŒndung: Entwicklungsziele seien nur selten erreicht worden. Hilfsprogramme fĂŒrs Ausland, die mit der Politik der US-Regierung ĂŒbereinstimmten, wĂŒrden kĂŒnftig vom AuĂenministerium verwaltet, hieĂ es.Â
USAID-Kahlschlag könnte mehr als 14 Millionen Tote zur Folge haben
Bereits zuvor hatte Rubio deutlich gemacht, dass damit der GroĂteil der einst von USAID gefĂŒhrten Projekte wegfĂ€llt. Die Entwicklungsbehörde war eine der gröĂten Organisationen ihrer Art weltweit und organisierte zahlreiche HilfsmaĂnahmen auf der ganzen Welt â von der Aids-Hilfe bis zum Wiederaufbau in Kriegsregionen.Â
Eine aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass der Kahlschlag bei USAID in den kommenden fĂŒnf Jahren mehr als 14 Millionen zusĂ€tzliche Tote zur Folge haben könnte. Davon könnten rund fĂŒnf Millionen Kinder unter fĂŒnf Jahre alt sein, wie aus der im Fachmagazin «The Lancet» erschienenen Untersuchung hervorgeht.
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