US-Midterms 2026, Senatswahl South Carolina

US-Senat: Demokratin gewinnt Sitz in South Carolina

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 04:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Demokratin Annie Andrews setzt sich gegen Darline Graham Nordone durch, die den Sitz ihres verstorbenen Bruders Lindsey Graham verteidigen wollte. Der unerwartete Machtwechsel erhöht den Druck auf die Republikaner im Kampf um die Mehrheit im US-Senat.

Graham-Nordone-Niederlage in South Carolina

  • Die Demokratin Annie Andrews gewann den Senatssitz gegen die von Donald Trump unterstützte Republikanerin Darline Graham Nordone.
  • Graham Nordone ist die Schwester des im Juli gestorbenen Senators Lindsey Graham.
  • South Carolina hat 5,6 Millionen Einwohner und wird seit Jahrzehnten von Republikanern regiert.
Die Demokratin Annie Andrews gewinnt den Senatssitz im Bundesstaat South Carolina. - Bild: Mic Smith/AP/dpa

Demokraten gewinnen Senatssitz in South Carolina

Die Republikaner haben bei der Parlamentswahl in South Carolina einen weiteren Senatssitz an die Demokraten verloren. Die von US-Präsident Donald Trump unterstützte Republikanerin Darline Graham Nordone unterlag der Demokratin Annie Andrews.

Schwester von Lindsey Graham unterliegt

Graham Nordone ist die Schwester des im Juli im Alter von 71 Jahren gestorbenen Senators Lindsey Graham. Der einflussreiche Republikaner galt als enger Verbündeter Trumps und als wichtige außenpolitische Stimme in Washington.

Analysten des überparteilichen Cook Political Report hatten die republikanischen Siegchancen zuvor höher eingeschätzt als die der Demokraten. Graham Nordone war bei ihrer Kandidatur 62 Jahre alt und vor dem Tod ihres Bruders politisch nicht in Erscheinung getreten.

Wahlkampf mit Trump und familiärem Erbe

Die Republikanerin richtete ihren Wahlkampf stark auf die Unterstützung Trumps und auf das politische Erbe ihres Bruders aus. Sie warb mit konservativen Werten und wollte dessen Arbeit fortführen.

South Carolina liegt an der Ostküste und hat rund 5,6 Millionen Einwohner. Der Bundesstaat wird seit Jahrzehnten von Republikanern regiert; auch bei Präsidentschaftswahlen liegen republikanische Kandidaten dort traditionell vorn.

Wichtiger Sitz im Kampf um den Senat

Der Ausgang ist ein Rückschlag für Trumps Partei bei den Zwischenwahlen. Im US-Senat werden insgesamt 35 Sitze neu bestimmt, wobei mehrere Rennen als besonders eng gelten.

Der Tod Lindsey Grahams im Juli hatte die Nachfolge in South Carolina geöffnet. Graham war für die Zwischenwahlen bereits als Kandidat gesetzt gewesen.

Der Verlust in South Carolina fällt in eine Midterm-Wahl, in der die demokratische Partei mehrere republikanisch gehaltene Senatssitze angreift. Für die Kontrolle des Senats zählt nicht das landesweite Stimmenverhältnis, sondern die Summe der gewonnenen Einzelrennen. Die Republikaner verteidigten bislang 53 der 100 Sitze; die Demokraten benötigen einen Nettozuwachs von vier Mandaten für die Mehrheit.

South Carolina als unerwarteter Prüfstein

South Carolina gilt traditionell als republikanisch geprägt und hat bei Präsidentschaftswahlen regelmäßig republikanische Kandidaten unterstützt. Dass dort ein demokratischer Sieg möglich wurde, verweist deshalb auf die ungewöhnlich enge Gesamtlage der Zwischenwahlen. Vor der Abstimmung lag das Rennen in Umfragen nur knapp auseinander.

Die Kandidatur Graham Nordones verband die Nachfolge eines langjährigen Senators mit Trumps politischer Unterstützung. Ihr fehlte zugleich eine eigene politische Vorgeschichte. Der Ausgang zeigt damit, dass Name, Parteizugehörigkeit und Unterstützung durch den Präsidenten in einem traditionell sicheren Bundesstaat nicht automatisch genügten.

Folgen für die Senatsmehrheit

Der Sitzgewinn erhöht den Druck auf die Republikaner in weiteren umkämpften Staaten wie Ohio, Texas, Maine, Iowa und North Carolina. Mehrere dieser Rennen wurden vor der Wahl als offen oder besonders eng eingeschätzt.

Für die Wählerinnen und Wähler ist der Ausgang auch deshalb relevant, weil eine andere Senatsmehrheit die Gesetzgebung, Haushaltsentscheidungen und die Kontrolle über Personalentscheidungen der Bundesregierung beeinflussen könnte. Der einzelne Sitz entscheidet die Mehrheitsverhältnisse nicht allein, macht den Weg zu einem Machtwechsel aber kürzer.

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