Putin empfÀngt Witkoff drei Stunden zu Ukraine-VorschlÀgen
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 15:04 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFreilassung und nÀchste GesprÀchsschritte
- Putin empfing Witkoff im Konstantinpalast in St. Petersburg zu einem GesprÀch von etwa drei Stunden.
- Stephen Hubbard war 2024 wegen des Vorwurfs des Söldnertums zu langer Haft verurteilt worden.
- Witkoff brachte Jared Kushner wÀhrend des Treffens telefonisch hinzu.
Putin empfÀngt Witkoff in St. Petersburg
US-UnterhĂ€ndler Steve Witkoff hat Kremlchef Wladimir Putin in St. Petersburg neue VorschlĂ€ge fĂŒr eine Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine ĂŒberreicht. Das GesprĂ€ch im Konstantinpalast dauerte etwa drei Stunden, konkrete Ergebnisse wurden zunĂ€chst nicht bekannt.
Russland prĂŒft amerikanische VorschlĂ€ge
Kremlsprecher Dmitri Peskow erklĂ€rte, Russland prĂŒfe die VorschlĂ€ge. Zugleich sagte er, vor allem die Ukraine mĂŒsse nun Schritte unternehmen.
Witkoff hatte zuvor in Oslo mit ukrainischen und europĂ€ischen GesprĂ€chspartnern beraten. Er Ă€uĂerte die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme von DreiergesprĂ€chen zwischen Russland, der Ukraine und den USA.
Leo Notdurfter
Trading-Coach
US-Eröffnung lesen wie ein Trader (Live-Webinar)
Trader der trading-house Börsenakademie zeigen Einsteigern live Chartmuster, Einstieg und Absicherung - Deine Fragen inklusive.
Mittwochs 15:15 Uhr | 45 Minuten | 1x anmelden | seit 1998 | kostenlos
Anzeige | trading-house Börsenakademie
Hubbard kommt ohne Austausch frei
Zum Auftakt gab Putin die Freilassung des US-Amerikaners Stephen Hubbard bekannt. Der ĂŒber 70-JĂ€hrige war 2024 zu langer Haft verurteilt worden, weil er als Söldner an der Seite ukrainischer StreitkrĂ€fte gegen russische Truppen gekĂ€mpft haben soll.
Hubbard befand sich nach Putins Angaben bereits am Flughafen Pulkowo in St. Petersburg. Witkoff dankte dem russischen PrĂ€sidenten fĂŒr die Freilassung.
Trump begrĂŒĂt Entscheidung
US-PrĂ€sident Donald Trump lobte die Freilassung in seinem sozialen Netzwerk Truth Social. Nach seinen Angaben war dafĂŒr kein Austausch und keine Gegenleistung der USA erforderlich.
Peskow erklĂ€rte, Hubbard sei aus humanitĂ€ren ErwĂ€gungen freigelassen worden. Normalerweise seien fĂŒr solche FĂ€lle die Geheimdienste zustĂ€ndig.
Territoriale Forderungen erschweren Einigung
Russland verlangt seit langem, dass sich die Ukraine fĂŒr einen Waffenstillstand vollstĂ€ndig aus dem Gebiet Donezk zurĂŒckzieht. Kiew kontrolliert dort strategisch wichtige StĂ€dte und lehnt einen solchen Schritt ab.
Peskow warnte, die Lage der Ukraine werde sich weiter verschlechtern, wenn sie nicht einlenke. Selenskyj hatte zuletzt eine Waffenruhe fĂŒr gegenseitige Angriffe auf Energieanlagen befĂŒrwortet, Putin sie aber bisher abgelehnt.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit im GesprÀch
Putin erklĂ€rte, Russland sei an wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit den USA interessiert. Nach bereits vereinbarten Diesellieferungen könne Russland auch groĂe Mengen DĂŒnger fĂŒr den amerikanischen Markt bereitstellen.
Der erste Tanker mit 40.000 Tonnen Diesel soll an diesem Donnerstag starten. Weitere Tanker sollen in den folgenden Tagen aufbrechen.
Ukraine vor einem weiteren Kriegswinter
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher UnterstĂŒtzung gegen den russischen Angriffskrieg. Massive Angriffe auf die Energieinfrastruktur verschĂ€rfen die Lage, wĂ€hrend Kiew nicht ĂŒber ausreichend Mittel fĂŒr die Flugabwehr verfĂŒgt.
Witkoff sagte, wĂ€hrend des GesprĂ€chs mit Putin werde auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner telefonisch zugeschaltet. Putin Ă€uĂerte zudem den Wunsch nach einem Treffen mit Trump und Xi Jinping im November am Rande des Apec-Gipfels im chinesischen Shenzhen.
Das GesprĂ€ch in St. Petersburg fĂ€llt in eine Phase, in der Washington erneut versucht, direkte Kontakte zwischen Russland und der Ukraine anzustoĂen. Witkoff hatte zuvor in Oslo mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj sowie europĂ€ischen Politikern gesprochen. Im Mittelpunkt der amerikanischen VermittlungsbemĂŒhungen stehen VorschlĂ€ge fĂŒr ein mögliches Ende des Krieges, Sicherheitsgarantien und die politische sowie wirtschaftliche Ordnung nach einem Waffenstillstand.
Die Freilassung Stephen Hubbards verleiht dem Treffen zusĂ€tzlich eine bilaterale US-russische Dimension. Nach russischer Darstellung geschah sie aus humanitĂ€ren GrĂŒnden und ohne Gefangenenaustausch. FĂŒr Washington ist der Schritt dennoch ein konkretes Ergebnis eines Kontakts, wĂ€hrend die zentralen Streitfragen des Krieges ungelöst bleiben.
Territoriale Forderungen bleiben zentral
Russland verlangt weiterhin einen RĂŒckzug ukrainischer Truppen aus Teilen des Gebiets Donezk. Kiew lehnt dies ab, weil ein solcher Schritt strategisch wichtige StĂ€dte preisgeben und aus ukrainischer Sicht einer Kapitulation gleichkommen wĂŒrde. Diese GegensĂ€tze begrenzen den Spielraum fĂŒr schnelle Vereinbarungen.
FĂŒr die Ukraine kommt der diplomatische VorstoĂ vor dem nĂ€chsten Kriegswinter unter zusĂ€tzlichem militĂ€rischem und humanitĂ€rem Druck. Russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur erhöhen die Belastung der Bevölkerung, wĂ€hrend die ukrainische Flugabwehr knapp ist. Ob aus den angekĂŒndigten VorschlĂ€gen konkrete Verhandlungen entstehen, hĂ€ngt deshalb nicht nur vom GesprĂ€ch zwischen Putin und Witkoff, sondern auch von der Bereitschaft Moskaus und Kiews zu ZugestĂ€ndnissen ab.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: âRussland lĂ€sst inhaftierten US-BĂŒrger Stephen Hubbard freiâ (21.10.2026)
Der Bericht bestĂ€tigt die Freilassung Hubbards und stellt sie als Aussage Putins dar. Im Mittelpunkt steht damit das humanitĂ€re Ergebnis des Treffens, wĂ€hrend die möglichen Fortschritte bei den Ukraine-Verhandlungen noch nicht nĂ€her ausgefĂŒhrt werden.
Der Beitrag ordnet Witkoffs Reise als Versuch ein, neue VorschlĂ€ge der Ukraine zu ĂŒbermitteln. Als mögliche Themen nennt er Sicherheitsgarantien, einen Wirtschaftsplan fĂŒr die Zeit nach dem Krieg und eine europĂ€ische Sicherheitsarchitektur.
Gemeinsam ist den Berichten der Fokus auf Witkoffs Vermittlungsreise und die Freilassung Hubbards. Offen bleibt, ob die GesprĂ€che ĂŒber den Austausch von VorschlĂ€gen hinaus zu konkreten Verhandlungen oder Vereinbarungen fĂŒhren.

